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Unterglauheim/Augsburg

20.07.2020

Ausgesetzter Säugling: Welches Urteil erwartet die Mutter?

Am Dienstag fällt das Urteil gegen eine 32-Jährige, die 2019 ihr Baby in Unterglauheim ausgesetzt hat.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Im Prozess um den ausgesetzten Säugling von Unterglauheim (Kreis Dillingen) steht am Dienstag das Urteil an. Das haben Staatsanwalt und Verteidiger gefordert.

Im Prozess um den ausgesetzten Säugling von Unterglauheim am Augsburger Landgericht fällt am Dienstagvormittag das Urteil. Angeklagt ist eine 32-Jährige, die im Juli 2019 ihren neugeborenen Sohn in einer Wiese ausgesetzt hat. Der Bub überlebte nur mit viel Glück. Die geistig behinderte Frau soll außerdem mit einer Schere zweimal auf das Baby eingestochen haben. Ein psychiatrischer Gutachter hatte festgestellt, dass die 32-Jährige ihre Behinderung zum Teil „instrumentalisiert“. Trotzdem sei die Steuerungsfähigkeit der Frau erheblich eingeschränkt, so der Gutachter.

Ausgesetzter Säugling von Unterglauheim: Am Dienstag fällt das Urteil

Staatsanwalt Thomas Junggeburth warf der Angeklagten in seinem Plädoyer vor, dass sie selbst bereits seit Dezember 2018 wusste, dass sie schwanger ist. Bis zur Geburt im Juli 2019 habe sie also Zeit gehabt, sich Gedanken zu machen, was mit dem Kind passiert. Den Säugling habe sie so versteckt, dass die Chancen gering waren, ihn zu finden. In der Summe forderte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten.

Verteidigerin fordert nicht mehr als drei Jahre Freiheitsstrafe

Verteidigerin Cornelia McCready argumentierte für ihre Mandantin, dass diese emotional abhängig von ihren Eltern ist. Diese hatten sich - aufgrund ihres eigenen Alters - gegen ein weiteres Kind ihrer Tochter ausgesprochen. Außerdem sei die Angeklagte emotional auf dem Stand eines Kindes. Das, was dem Säugling passierte, tue einem in der Seele weh und bedeutete sicher unsägliche Schmerzen für das Baby, so die Rechtsanwältin. Doch die Mutter habe mit Sicherheit nicht gewollt, dass das Baby stirbt. Die Verteidigerin forderte eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als drei Jahren. (ands)

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