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Lauingen

22.12.2017

Bereits im Mittelalter ein begeisterter Europäer

Prior Dr. Paul Schäfersküpper bei der Messe in Lauingen.

Anlässlich des 86. Jahrestages von Albertus Magnus’ Heiligsprechung feiern die Lauinger den berühmtesten Sohn der Stadt.

Bei der Begrüßung zu Beginn des Festgottesdienstes, der aus Anlass des 86. Jahrestages der Heiligsprechung von Albertus Magnus gefeiert wurde, sagte Stadtpfarrer Raffaele De Blasi, dass es für die Kirche immer schwieriger werde, den Glauben den Menschen zu verkünden. Die Glaubensweitergabe sei regelrecht „ins Stottern“ geraten.

Die Gedenkmesse feierte der Dominikaner-Prior Dr. Paul Schäfersküpper aus Augsburg mit den Gläubigen. Das festliche Hochamt wurde vom Kirchenchor St. Martin mit Auszügen aus der Messe in F von Karl Pembaur unter Leitung von Michael Finck umrahmt. In seiner Predigt beleuchtete der Sprachwissenschaftler und Leiter des Dominikanerkonvents in Augsburg das Leben und wissenschaftliche Wirken Alberts, der über die Naturverbundenheit in seiner Kindheit in Lauingen die Ehrfurcht vor der Schöpfung Gottes erfuhr und schließlich zum Kirchenmann wurde. Er ging auf Alberts Fußmärsche als Provinzial der Dominikaner ein, die ihn damals an weit entfernte Orte wie das Baltikum führten. Als Friedensprediger vermittelte er den mittelalterlichen Menschen die Glaubenslehre und versuchte zu erklären, was die wahre Grundlage des Friedens ist, nämlich die Liebe und Gerechtigkeit.

Ein Auszug aus der Predigt: Lebensangst und Einsamkeit sind die großen Geißeln unserer Zeit. „Alberts Grundsatz ‚pro bono pacis‘, ,für das Gut des Friedens‘, sagt, wir müssen aufeinander zugehen, Kompromisse schließen und dem anderen Rechte zugestehen.“ Dies gelte heute mehr denn je und sei der Schlüssel für eine gelungene Mediation und ein gutes Miteinander.

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In der Heiligsprechungsbulle von Papst Pius XI. steht: „Albert der Große ist wirklich der Heilige, wie ihn unsere Zeit braucht, die so heiß nach Frieden verlangt und von dem Erfolg der Wissenschaften so Großes erhofft.“

Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim brachte Landrat Leo Schrell zum Ausdruck, dass das wichtigste Ziel in Zukunft der Frieden und die Einheit Europas sei und Alberts Ansichten im Mittelalter sehr in die heutige Zeit passen würden. Denn Albertus Magnus wäre, würde er heute leben, wohl ein begeisterter Europäer.

Bürgermeister Wolfgang Schenk erklärte in seinen Worten, dass man stolz sei, Albertus Magnus als großen Sohn der Stadt nennen zu dürfen, und bat den Festredner, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. (pm)

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