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Dillinger Frühling

19.05.2019

Bis zu zwölf Krüge auf einmal: So stressig ist der Job im Bierzelt

Daniela Rupp aus Gundelfingen ist eine der Bedienungen im Festzelt des Dillinger Frühlingsfestes. Sie weiß, worauf es ankommt, um im Party-Stress den Überblick zu behalten. Grundlage als Bedienung ist es auch, viele Bierkrüge auf einmal durch die Bankreihen schleppen zu können.

Plus Daniela Rupp aus Gundelfingen ist Bedienung im Festzelt des Dillinger Frühlings – und berichtet, wie sie im Party-Stress den Überblick behält.

Neben verschiedenen Fahrgeschäften, Gewinnbuden und Essensständen gehört zu einem richtigen Volksfest auch das passende Festzelt. So steht auch auf dem Dillinger Frühling dieses Jahr wieder ein Zelt der Firma Rachinger.

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Warum der Dillinger Frühling nicht mehr als verrufen gilt

Bereits zum 18. Mal ist Roland Rachinger als Festwirt dabei. „Früher galt der Dillinger Frühling eher als verrufen, aber inzwischen ist er sehr gut aufgebaut“, erklärt er. Das begründet er mit dem stimmenden Verhältnis zwischen den verschiedenen Attraktionen, die geboten sind. „Normalerweise sind die Besucherzahlen auf Volksfesten eher rückläufig, hier steigen sie“, zieht er ein Fazit.

Doch damit der Betrieb am Laufen bleibt, sind fähige Hände zur Verköstigung, zum Getränke ausschenken und zur Bedienung nötig. „Wir haben hier 30 Bedienungen“, sagt Rachinger. Um den Überblick zu behalten, gebe es zudem eine Chefbedienung. Diese schaue die Bewerbungen durch, die aus verschiedenen Landkreisen an die Firma mit Sitz im mittelfränkischen Pappenheim gehen. Viele Kellner seien aus dem Raum Augsburg, circa zehn kämen aus dem Kreis Dillingen. Eine von ihnen ist die Gundelfingerin Daniela Rupp.

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Bereits zum zweiten Mal ist sie beim Dillinger Frühling dabei. „Man informiert sich, wo Feste sind und bewirbt sich dann“, erklärt sie, wie es dazu kam. So sei sie auch schon am Oktoberfest oder beim Dachauer Volksfest angestellt gewesen. Bereits früh habe sie das Bedienen angefangen. „Irgendwann wollte ich auch solche Veranstaltungen in meiner Karriere dabeihaben“, sagt Rupp lächelnd. Obwohl das Kellnern nur ein Nebenverdienst ist, hätten Jahrmärkte einen besonderen Reiz. An die laute Musik gewöhne man sich, bestätigt sie lachend. Natürlich spielen auch Hygiene- und Gesundheitsvorschriften eine zentrale Rolle.

Jeder hat seine eigenen Tricks beim Bedienen

Das richtige Tragen der Krüge habe sie durch ältere, erfahrenere Kollegen gelernt. „Sechs Krüge trägt man zum Beispiel als Kreis“, erklärt die Gundelfingerin. Dabei hält sie drei in jeder Hand. Bis zu zwölf Maß kann sie gleichzeitig tragen. Außerdem habe jeder seine eigenen Tricks beim Bedienen. „Manche schreiben weniger, andere mehr“, meint sie. Für länger ausstehende Bestellungen gebe es zum Beispiel Klammern, mit denen die Aufträge an der Kleidung befestigt werden können.

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59 Bilder
Wetter hemmt den Besucheransturm am Volksfest nicht
Bild: Karl Aumiller

Am Dillinger Frühling sei die Heimatnähe etwas Besonderes für Rupp. „Hier gibt es viele, die dankbar sind, wenn wir die Bestellungen bringen“, erklärt sie weiter. Das sei keine Selbstverständlichkeit: „Gerade junge Leute haben häufig keine Höflichkeit mehr.“ Doch auf dem heimischen Fest seien die meisten sehr nett.

Zwischen sieben und neun Tische habe die Gundelfingerin meist zu versorgen. „Wir teilen die Tische durch die Anzahl der Bedienungen“, sagt Rachinger über das Zuteilungsverfahren. Anschließend werden die genauen Standorte ausgelost und täglich getauscht. An einem Tisch, den Rupp heute bedient, sitzen einige junge Männer, passend zum 29. Meistertitel gekleidet mit Trikot des FC Bayern München und Lederhose. Denn die Tracht „gehört nun mal dazu“, sagen sie. Ähnlich sieht es Fabian Kraus, der mit Freunden unterwegs ist. Er begründet seine Kleidungswahl weiter: „Es sieht halt gut aus!“ Ohne Lederhose brauche man in kein Zelt gehen, findet Max Baier. Dennoch finden sich auch einige ohne die bayerische Kluft. Der Italiener Giovanni Muscetra begründet das für sich mit dem nassen Wetter.

Achten Männer auf die Schleife am Dirndl?

Bei den Frauen ist das Dirndl oft die erste Wahl. So auch für Jana Eggenmüller, Magdalena Veh und ihre Freundinnen: „Es ist halt Tradition!“ Deshalb achten sie auch auf die richtige Schleifenbindung: „Rechts heißt vergeben, links Single, Mitte Jungfrau und hinten Witwe“, erklären sie. Ob die Männer das wissen oder darauf achten, bezweifeln sie allerdings.

Im Rahmen des Frühlingsfestes gab es am Sonntag einige Höhepunkte. Der Flohmarkt zog bei schönstem Wetter zahlreiche Besucher an. Beliebt war außerdem das Preisschafkopfen, das Fritz Lipp aus Höchstädt gewann. Am Abend stand außerdem das Wettsägen auf dem Programm. (mit ands)

Viele Bilder vom Dillinger Frühling finden Sie in unserer Bildergalerie.

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