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Geburtstag

04.08.2011

Der laufende Poet

So kennt man ihn im Landkreis: reimend in der Bütt. Doch das Reimen ist nicht die einzige Leidenschaft von Cornelius Deisler. Das Gundelfinger Original feiert heute seinen 60. Geburtstag.
Bild: Archiv-Foto: Leistner

Das Gundelfinger Urgestein Cornelius Deisler wird heute 60 Jahre alt. Ein Leben zwischen Matratzen, Fasching und Natur

Gundelfingen Cornelius Deisler weiß nicht mehr genau, wie alt er damals war, und er kann sich selbst auch nicht mehr an die Situation erinnern. Aber erzählt hätten sie ihm seine Eltern immer wieder. Es ist die Geschichte von dem Abend, als die Deislers ihre drei Buben ins Bett brachten. „Sie haben jedem ein Zehnerle in die Hand gegeben. Und am nächsten Morgen war ich der Einzige, der es noch hatte“, erzählt der Gundelfinger. „Da haben die Eltern gesagt, der hält das Geld zusammen, der übernimmt einmal das Geschäft.“

Die Entscheidung war gefällt, der Lebensweg vorgezeichnet. Nach dem Realschulabschluss im Internat in Mindelheim ging es zum Praktikum nach Heilbronn, wo er seine Frau Christa kennenlernte, später zur Textilfachschule in Nagold. „Da habe ich als Betriebswirt abgeschlossen und bin wieder nach Hause gekommen.“

Zu Hause, das ist Gundelfingen, das ist der Laden neben dem Stadttor und das Haus mit dem weitläufigen Garten direkt an der Stadtmauer. Dort, wo sich Hasen, Enten und Katzen zwischen den Blumen tummeln. Zu Hause, das ist dort, wo die Glinken, denen er seit 35 Jahren verbunden ist, im Fasching durch die Stadt ziehen, wo das Burgtheater gleich gegenüber mitten in der Stadt seine Stücke aufführt. Seit elf Jahren mit dem Gundelfinger Urgestein Conny Deisler, der eigentlich Philipp Cornelius heißt. „Aber es haben einfach immer alle Conny gesagt.“

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Und zu Hause, das ist für Philipp Cornelius Deisler, Schriftführer der Wirtschaftsvereinigung, nicht zuletzt auch die Landschaft rund um sein Gundelfingen. Schon immer, sagt der Vegetarier, sei er gerne gejoggt. Doch in letzter Zeit ist er zum passionierten Langstreckenläufer geworden. Die Laufschuhe schnürt der Frühaufsteher morgens gegen fünf Uhr, wenn die Gärtnerstadt noch schläft. Dann macht er sich im Licht seiner Taschenlampe auf den Weg, läuft kilometerweit an der Donau entlang. Erst kürzlich ging es nach Reisensburg und zurück – 32 Kilometer. Drei Mal in der Woche sind es morgens 20 bis 30 Kilometer, bei Wind und Wetter. „Danach gehe ich in die Dusche und dann stehe ich im Geschäft“, sagt Deisler.

Bei den ersten Sonnenstrahlen unterwegs

Es ist besonders die Naturerfahrung, die er an diesen Ausflügen liebt. Wenn morgens die ersten Sonnenstrahlen durch den Nebel brechen, wenn er von einem aufgeschreckten Schwanenvater verfolgt wird. Das ist für ihn die Zeit, in sich zu gehen. „Ich bete da viel, das gibt mir Kraft und Energie“, sagt der Vater von sechs Kindern.

Stillstand – das ist seine Sache nicht. So war es auch im Berufsleben. Dort wo es in seiner Kindheit noch Nüsse, Öl, Tabak und Kaffee zu kaufen gab, gibt es seit nunmehr 22 Jahren Matratzen. Und auch in der Werbung ging Cornelius Deisler neue Wege. Fester Bestandteil der Donau-Zeitung sind seine gereimten Werbesprüchlein mittlerweile geworden. „In Echenbrunn gibt es einen Mann, der hat über 1000 davon ausgeschnitten.“ Sein poetisches Talent hat sich herumgesprochen. Goldene Hochzeit, Rente, Faschingsfeier – fast jeden Tag, sagt Deisler, steht jemand anderer im Laden und bittet darum, dass er ein paar Zeilchen dichtet. Was sich reimt, ist gut – das Motto des Pumuckls –, hat Deisler übernommen. Selbst Bestellungs-E-Mails fasst er in Reimform ab.

Seinen 60. Geburtstag, den er heute begehen kann, feiert Conny Deisler am Wochenende im Kreise seiner Familie. Große Wünsche habe er für die Zukunft nicht. „Nur weiterhin Harmonie und Freude an der Natur.“ Und vielleicht das ein oder andere neue Stück für seine Weihwasserkesselsammlung, die er seit 30 Jahren hegt und pflegt.

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