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Bachhagel/München

21.09.2019

Die Wiesn-Mutti aus Bachhagel fährt jeden Tag aufs Oktoberfest

Claudia Staudenecker ist ein großer Wiesn-Fan, deshalb fährt sie schon seit Jahren jeden Tag von Bachhagel nach München auf das größte Volksfest der Welt.
Bild: Staudenecker

Claudia Staudenecker fährt jeden Tag auf das Münchner Oktoberfest und ist dort überall bekannt. Für diese Leidenschaft investiert die 56-Jährige viel Zeit.

„Schon seit mindestens 25 Jahren gehe ich auf die Wiesn“, sagt Claudia Staudenecker. Am Anfang war sie nur am Wochenende auf dem großen Münchner Volksfest. Inzwischen hat sich das geändert: „Irgendwann ist es immer mehr und mehr geworden.“ Schon seit Jahren besucht sie täglich das Oktoberfest, auf dem es an diesem Samstag, 21. September, wieder den Bieranstich gibt. Auch dieses Mal will sie alle 16 Tage dabei sein. „Es ist schon eine anstrengende Zeit, aber es macht auch Spaß“, sagt die 56-Jährige. Für diese Zeit nimmt sie Urlaub, anders wäre es, laut der Bachhagelerin, nicht zu schaffen. „Einmal habe ich nicht freibekommen, das war für mich sehr schlimm“, erklärt der Wiesn-Fan.

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Jeden Oktoberfest-Tag fährt sie mittags von zuhause los. Oft nimmt sie Freunde mit, damit sie sich die Spritkosten teilen kann. Wenn sie in München ankommt, dreht sie eine Runde auf dem größten Volksfest der Welt und besucht ihre Freunde.

Wie Staudenecker in jedes Wiesn-Zelt kommt

In die Brauereizelte komme die 56-Jährige ohne Probleme, weil sie überall jemanden kenne. „In Kufflers Weinzelt hatte ich vergangenes Jahr sogar jeden Tag meinen eigenen Platz an der Bar“, erklärt Staudenecker. Dort geht sie täglich hin und lässt ihren Wiesn-Tag ausklingen. Staudenecker trinkt aber keinen Alkohol: „Mir reicht eine Cola.“ Bis Ladenschluss bleibt sie in diesem Zelt. Auch ihre mitangereisten Freunde müssen es solange aushalten: „Das ist meine Wiesn, da müssen die anderen dann durch.“ Doch zu den Feierwütigen zählt die 56-Jährige nicht. Sie sitzt an ihrem Platz an der Bar und unterhält sich mit den Gästen. „Ich habe viele Freundschaften dort geschlossen“, sagt Staudenecker. Oft hilft sie auch dem Personal und zeigt ihnen, wo die Leute schon lange auf ihre Getränke warten. Bis sie in Bachhagel wieder ankommt, kann es schon mal 3.30 Uhr in der Nacht werden. „Da bin ich dann schon richtig müde“, sagt Staudenecker. Aber bevor die 56-Jährige sich endlich ins Bett legt, wäscht sie die Flecken aus ihrem Dirndl. Mittlerweile hat sie 16 Dirndl in ihrem Schrank hängen. Am nächsten Tag geht es dann wieder von vorne los und das Team von Kufflers Weinzelt wartet schon auf seinen Stammgast. „Die sind wie eine Familie für mich“, sagt die Bachhagelerin. Deshalb haben ihr die Angestellten einen besonderen Spitznamen gegeben: „Dort bin ich die Wiesn-Mutti.“

Die Frau aus Bachhagel ist auf der ganzen Wiesn bekannt

Staudenecker ist aber nicht nur in ihrem Stammzelt bekannt, sondern auf der ganzen Wiesn. Bei jedem Wiesn-Start begrüßt sie ihre Freunde und Bekannten in den Zelten oder die Angestellten der Stände, wie der Heinz Wurst- und Hähnchenbraterei. „Ich weiß, an welchem Stand die Lebkuchenherzen am wenigsten kosten“, sagt die 56-Jährige.

Jedes Jahr trifft sie auf bekannte Gesichter, so hat die Wiesn-Mutti schon einige Prominente kennenlernen dürfen. „Ich bin zum Beispiel Udo Jürgens, Claudia Schiffer oder Jochen Horst begegnet“, sagt Staudenecker. Inzwischen ist sie selbst eine kleine Bekanntheit auf dem Münchner Oktoberfest geworden. Nur der „Wiesnschurli“ sei noch extremer als die Bachhagelerin. Der österreichische Wiesn-Fan geht bereits seit 35 Jahren jeden Tag auf das Volksfest. „Er hat dafür extra eine Wohnung in München“, sagt Staudenecker.

Wie sich die Leidenschaft für das Oktoberfest entwickelt hat

Wegen dieser Verbundenheit und der gemeinsamen Leidenschaft haben sich die zwei Wiesn-Fans schnell kennengelernt. „Mit dem Schurli bin ich befreundet, manchmal stimmen wir sogar unsere Outfits aufeinander ab“, erklärt die 56-Jährige. Dieses Jahr strickt die Bachhagelerin Wadenwärmer, die sich der Österreicher gewünscht hat. „Ich hoffe, ich schaffe es noch. Bei den ganzen Vorbereitungen hat man nicht mehr viel Zeit“, sagt Staudenecker. Schon Wochen vorher bereitet sie sich auf die 16 Tage vor.

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Video: dpa

Neben dem Organisieren von Fahrgemeinschaften muss sie sich überlegen, welches ihrer Dirndl sie tragen möchte. „Ich mache das immer spontan, je nachdem, wie ich mich fühle“, sagt die Wiesn-Mutti.

Wie sich diese Leidenschaft so entwickeln konnte, kann sie sich nur so erklären: „Ich bin während der Oktoberfest-Zeit geboren.“ Sie hat dieses Jahr am ersten Wiesn-Sonntag Geburtstag und wird ihn – wo auch sonst – auf dem Volksfest verbringen. „Es liegt mir im Blut. Ich bin einfach ein Wiesn-Madl.“

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