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Pfarrei St. Peter

08.06.2018

Die nächste Kirchen-Baustelle

St.-Wolfgangskapelle in Dillingen Sie wird saniert. Kapelle. St. Wolfgang
Bild: Berthold Veh

Die Sanierung der St.-Wolfgangskapelle  hat begonnen. Kirchenpfleger Gastl liegt das Projekt besonders am Herzen.

Vermutlich könnte Dillingen in diesen Tagen in der Region einen Rekord aufstellen – die Stadt mit den meisten Kirchen-Baustellen. In der Basilika läuft die millionenschwere Sanierung, und demnächst wird im Stadtteil Hausen die Restaurierung des Gotteshauses gefeiert. Damit nicht genug. Kunden in der Kapuzinerstraße konnten jetzt feststellen, dass die Sanierung der St.-Wolfgangskapelle begonnen hat.

Es ist allerdings nur ein Anfang, sagt der Kirchenpfleger der Pfarrei St. Peter, Peter Gastl. „Wir beginnen jetzt erst einmal mit der Trockenlegung.“ Die Kapelle ist innen und außen feucht. Das Wasser sei von den Dachrinnen einfach nach unten gelaufen. „Die eigentliche Sanierung wird dann 2019 beginnen“, kündigt Gastl an. Die Finanzierung des Projekts sei noch nicht gesichert. Der Kirchenpfleger rechnet damit, dass für die Restaurierung der Wolfgangskapelle etwa 600000 Euro fällig werden. Ein erneuter Spendenaufruf an die Katholiken der Pfarrei müsse formuliert werden. Gastl ist seit 2013 Kirchenpfleger, Wolfgang Schneck seit 2012 Stadtpfarrer. Die beiden hantieren seit geraumer Zeit mit Millionenbeträgen. 2,5 Millionen Euro hat allein die Außensanierung der Basilika gekostet. Die Ko-Kathedrale des Bistums Augsburg war vom Einsturz bedroht, denn das schwere Dach drückte die Mauern nach außen. Inzwischen steht das Gotteshaus wieder sicher, auch dank der Spannanker, die eingezogen wurden. Weitere 1,3 Millionen Euro wurden für die Innensanierung fällig. Und das ist, wie berichtet, noch nicht das Ende der Fahnenstange. „Es kommt noch ein Batzen von 1,5 Millionen Euro hinzu“, sagt Gastl. Die Heizung ist kaputt, die Elektro-Installation muss erneuert werden. Und auch die Altäre und die Kunstgegenstände der Basilika sollen jetzt restauriert werden.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt Gastl. Aus seiner Sicht wäre es dumm, die Restaurierung nun abzuschließen und wenig später wieder mit der Sanierung der Altäre anzufangen. Die Stadtpfarrkirche ist seit dem Sommer 2015 geschlossen, und der Kirchenpfleger rechnet damit, dass die Pfarrgemeinde erst Ende 2019 wieder Gottesdienste in der Basilika feiern kann. „Schauen wir mal, ob wir an Weihnachten 2019 reinkönnen“, sagt Gastl. Insgesamt werde die Sanierung der Basilika etwa 5,3 Millionen Euro kosten. Da ist die Wiederherstellung der Wolfgangskapelle allenfalls ein kleiner Brocken. Der Kirchenpfleger hält sie aber für absolut notwendig, denn man könne die Kapelle an der Einkaufsstraße doch nicht vergammeln lassen. Für Dillingen sei dies eine schlechte Visitenkarte. „Ich schäme mich jedes Mal, wenn ich mit dem Auto an St. Wolfgang vorbeifahre“, sagt Gastl. Das soll sich durch die Sanierung ändern. Die St.-Wolfgangskapelle wurde 1536, damals noch vor den Toren der Stadt, als Friedhofskapelle mit angebautem Totengräberhaus errichtet. Ausgestattet ist das Kirchlein mit wertvollen kunsthistorischen Plastiken des Dillinger Bildhauers Stephan Luidl aus der berühmten Landsberger Künstlerfamilie.

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