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Höchstädt

19.11.2019

Dieses neue Hotel in Höchstädt hat einige Überraschungen

Von außen erwartet der Gast, falls er den Anbau nicht bemerkt, ein traditionelles Gasthaus, im inneren verbirgt sich ein modernes Hotel mit gehobener Gastronomie.
Bild: Brigitte Bunk

Plus In Höchstädt wird das Hotel „zur Glocke“ neu eröffnet. Dabei entdecken die Gäste, darunter auch Stadtpfarrer Ertl, einige unerwartete Besonderheiten.

Die Holzwand hat es in sich. Emma nimmt einen Griff in die Hand und klappt unverhofft einen Schreibtisch aus. Nun ist auch klar, warum der Stuhl im Eck steht. Pfarrer Daniel Ertl staunt, als er zusammen mit Tochter des Hauses durch den ersten Stock des neuen Anbaus geht, um auch die Zimmer zu segnen. Ebenso wie die weiteren Gäste der offiziellen Eröffnungsfeier staunen, als sich bei ihrer Entdeckungstour durch die zahlreichen Doppel- und Einzelzimmer des Hotels zur Glocke in Höchstädt eine weitere Tür in der Holzwand öffnet und ein Spiegel gegenüber dem gerade entdeckten Kleiderschrank mit der Schiebetür herauskommt.

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Emma Stoiber zeigt Pfarrer Daniel Ertl die Zimmer im Hotel, damit er sie anlässlich der Eröffnung segnen kann.
Bild: Brigitte Bunk

Dafür, wie einfallsreich alles umgesetzt ist, bekommen die Inhaber Gabi und Daniel Stoiber am Sonntagnachmittag viel Lob. Daniel Stoiber dankt allen, die zum Gelingen des Umbaus beigetragen haben: „Das ist tolle Arbeit, unsere Erwartungen wurden übertroffen.“

Die Geschichte des Hauses geht bis in das 19. Jahrhundert zurück

Von außen mutet das Haus älter an, als es ist, ein Neubau ersetzte 1987 das ursprüngliche Gasthaus, dessen Geschichte bis ins 19. Jahrhundert reicht. Und wer den modernen Anbau mit Holzfassade nicht wahrnimmt, erwartet womöglich, in einer alten Wirtsstube zu landen. Stattdessen betritt er ein modernes Restaurant. 2004 haben die Stoibers das Gasthaus übernommen, die Kegelbahnen herausgenommen, die Fremdenzimmer ausgebaut. Und, wie Bürgermeister Gerrit Maneth es ausdrückte, „aus der Traditionsgaststätte ein modern eingerichtetes Genießerlokal mit hervorragender Küche gemacht und nun ein architektonisch ausgefeiltes und schickes Hotel mit tollem Ambiente, in dem sich die Gäste wohlfühlen können“.

Dieses neue Hotel in Höchstädt hat einige Überraschungen

Was auch wichtig sei, denn die Stadt brauche Übernachtungsmöglichkeiten, was ihm in den ortsansässigen Firmen immer wieder bestätigt wird. Auch der Radtourismus an der Donau und Messen in München und Augsburg bringen Übernachtungsgäste nach Höchstädt.

Wie der Umbau des neuen Hotels in Höchstädt abgelaufen ist

Gabi Stoiber bedankte sich bei ihren Eltern Franz und Hermine Klinger, die ihr „die Wurzeln und Voraussetzungen“ gegeben haben und sie dann walten ließen: „Es ist ein Geschenk, dass ihr das in eurem hohen Alter noch miterleben dürft.“ Und sie bedankt sich bei ihren Schwiegereltern, welche die Entscheidung mitgetragen haben, obwohl der Sohn eigentlich das Hotel in Bad Füssing hätte übernehmen sollen. Sie bedankte sich auch bei ihren Mitarbeitern für ihren großen Einsatz während der Doppelbelastung durch den Umbau bei laufendem Betrieb.

Gabi und Daniel Stoiber freuen sich über den gelungenen Um- und Anbau.

Zu ihrer Motivation, nach den vielen Umbaumaßnahmen noch eine weitere draufzusetzen, erklärte sie: „Zwei Drittel des Grundstücks waren komplett leer gestanden.“ So haben sie sich 2016 zum Anbau des Hotels entschlossen und sie stellte heraus: „In der Zeit mussten wir lernen, geduldig zu werden.“ Erst im August 2018 konnten sie mit dem Rohbau starten. Da waren alle Anträge gestellt und genehmigt, auch die Ergebnisse des Bodengutachtens in die Baumaßnahme einbezogen – „über 30 Pfähle stützen das Hotel“. Ab Mai 2019 konnte die Terrasse für das Sommergeschäft genutzt werden und seit dem 6. Oktober übernachten Gäste in den neuen Zimmern, die schon beste Bewertungen auf der Homepage hinterlassen haben.

Womit die Höchstädter "Glocke" punkten kann

Architekt Michael Gumpp führte die Herausforderungen der Planungen und der Umsetzung des Vorhabens bei laufendem Betrieb im Lokal aus. Nachdem die „Glocke“ aufgrund der Lage mitten im Ort keinen wunderbaren Ausblick bieten kann, müsse sie durch andere Vorteile punkten. Das sind laut Gumpp „super Essen, tolle Zimmer, eine tolle Atmosphäre“.

Im Inneren bilden der Alt- und Neubau eine Einheit. Und im Äußeren passt das Hotel ins Stadtbild. Horst Homockel von der Regierung von Schwaben zeigte sich „froh und dankbar, dass wir ein so tolles Projekt im Rahmen des interkommunalen Städtebauförderungsprogramms ‚kleine Städte und Gemeinden’ unterstützen durften“. Es sei wichtig, dass so ein Unternehmen nicht auf die grüne Wiese gehe, sondern die Tradition erhalten bleibe und eine junge Familie eine Perspektive habe, vielleicht auch einmal Emma und ihr Bruder Elias.

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