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Ziertheim

04.04.2019

Egau und Riedegau: Die Brücke für den Fluss ist fertig

Hier fließt ein Fluss über einen Fluss: Der Kreuzbau für Riedegau und Egau ist fertig – deutlich früher als erwartet.
Bild: Eugen Zacher

Es war eine ungewöhnliche Baustelle: Der Kreuzbau zwischen Egau und Riedegau bei Dattenhausen wurde erneuert. Die Arbeiten verliefen schneller als gedacht.

Schneller als von den Behörden ursprünglich vorgesehen und geplant ist die Wasserbrücke Egau-Riedegau fertiggestellt worden. Beim Ziertheimer Ortsteil Dattenhausen kreuzen sich die Egau und die Riedegau – möglich ist das durch einen Kreuzbau, eine Trogbrücke, die den einen Fluss über den anderen führt. Das fast 100 Jahre alte Bauwerk war brüchig geworden, deshalb musste eine neue Brücke her.

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Die Brücke wurde deutlich früher als geplant fertig

Bei Beginn der Arbeiten im Juli vergangenen Jahres wurde ein Zeitfenster von gut einem Jahr bis zur Fertigstellung vorgesehen. Das trockene Wetter, das sich bis weit in den Spätherbst hineinzog, sorgte dafür, dass die Arbeiten schnell vorangingen. Ein weiterer Grund für die frühe Fertigstellung ist, dass die Bauarbeiten auch in den Wintermonaten fortgeführt werden konnten. Nur gut zwei Wochen ruhte der Bau im Winter. Nicht zuletzt sorgte die gute Zusammenarbeit aller am Bau beteiligten Firmen und die beispielhafte Koordinierung durch das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth für das zügige Tempo.

Das Trägerelement ragt sechs Meter tief in den Boden

Bereits Ende Februar konnten Egau und Riedegau wie früher in ihren ursprünglichen angestammten Flussbetten ihren Weg suchen. Das neue Wasserbrückenbauwerk fügt sich harmonisch in die Egauniederung ein. Im Gegensatz zum vorhergehenden Bauwerk wird die neue Brücke neben den beiden uferseitigen Brückenlagern nur noch von einem Trägerelement in der Mitte des Riedegauflusses getragen – vorher waren zwei Stützen notwendig.

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Bedingt durch den nicht tragfähigen Untergrund aus Torf und organischem Boden war es erforderlich, die tragenden Elemente der Brücke gut sechs Meter auf den tiefer liegenden Kalkstein zu gründen. Dazu waren viele Bohrungen für die Gründungspfähle nötig. Mächtige Bohrbagger mit einer Höhe bis zu zwanzig Metern trieben die Löcher für die Tragpfähle in den Untergrund. Dabei konnte man sehen, wie sich der riesige Bohrkopf mit den Stahlzähnen durch die Erdschichten fraß. Passanten und Neugierige verweilten während der Tiefbohrungen oft an der Baustelle und verfolgten die Arbeitsabläufe.

Einsturz des Bauwerks hatte gedroht

Bei den Bauarbeiten kamen auch die hölzernen, 1,5 Meter langen Gründungspfähle der alten Brücke nach fast hundert Jahren wieder zum Vorschein. Vergleicht man diese mit den Materialien der neuen Brücke, ist man erstaunt, wie das Flussquerungsbauwerk so lang halten konnte. 1925/1926, in der Inflationszeit, wurde das Bauwerk, wo Egau und Riedegau sich kreuzen, unter großen Mühen und körperlichen Anstrengungen der Beschäftigten, unter erheblichen finanziellen Herausforderungen und vielen Opfern der Landwirte und Wiesenbesitzer erstmals errichtet. Die Erneuerung der Anlage war unumgänglich geworden, nachdem Teile des Brückenbauwerkes bereits abgebrochen waren und sogar der völlige Einsturz der wasserführenden Querung drohte.

Zum Vergleich: Das sind die Holzpfähle der Gründung des alten Bauwerkes. Sie haben immerhin fast 100 Jahre lang gehalten.
Bild: Eugen Zacher

Die Gemeinde ist froh, dass die Arbeiten nunmehr abgeschlossen sind, brauchte sie sich doch für die Finanzierung des Objekts keine großen Sorgen machen, da der Freistaat Bayern sich als Kostenträger unter der baufachlichen Führung des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth darum kümmerte. Wie Bürgermeister Thomas Baumann schon früher mitteilte, ist die Gemeinde daran interessiert, dass das Umfeld der Anlage wieder zu einem Anziehungspunkt für die Bevölkerung wird – schließlich liegt es unmittelbar am idyllisch gelegenen Fuß- und Radweg von Ziertheim nach Dattenhausen. Die Natur wird in den kommenden Frühlingsmonaten das Bauwerk und die angrenzenden Grünflächen wieder für sich zurückerobern. Im Mai ist eine offizielle Einweihungsfeierlichkeit geplant.

Wir haben bereits den Beginn der Arbeiten vorgestellt:

Damit Egau und Riedegau weiter kreuzen können

Was der Autor, Ziertheims Gemeindearchivar, für die Gemeinde leistet, lesen Sie hier: Das Gedächtnis von Ziertheim aufgebaut

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