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Bissingen

26.06.2019

Ein Bischof mit einem Herzensanliegen

Ansicht des Erzbischof-Schreiber-Wegs von Westen.
Bild: Helmut Herreiner

Straßenserie: Erzbischof Friedrich Schreiber stammte aus Bissingen. Er hat 15 Jahre lang die Diözese Bamberg geleitet.

Wer im Marktort Bissingen den Weg zum Sportgelände, zum Sportheim oder zur Kindertagesstätte sucht, kommt im oberen Ortsbereich automatisch zum Erzbischof-Schreiber-Weg. Ebenso gilt dies für alle Besucher, die den beliebten und viel begangenen Stationenweg von Bissingen hinüber zur Marienwallfahrtskirche in Buggenhofen oder den von Donautal-Aktiv angelegten Wanderweg „Kesseltal Natour“ erwandern möchten. Benannt ist der Weg nach Erzbischof Friedrich von Schreiber aus Bissingen, der sich in den 15 Jahren seines Wirkens als Erzbischof in Bamberg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem im sozialen Bereich große Verdienste erworben hat.

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Geboren wurde Friedrich Schreiber 1819

Geboren wurde Friedrich Schreiber am 23. Mai 1819 als fünftes Kind des fürstlichen Gerichtssekretärs Anton Schreiber und seiner Frau Maria Agnes. Nach fünf Jahren Volksschulzeit besuchte Friedrich Schreiber die Studienanstalt St. Stephan in Augsburg und absolvierte anschließend das Studium der Philosophie und Theologie in München. Ende Oktober 1841 übersiedelte Joseph Friedrich Schreiber nach Dillingen, wo er am 10. Juni 1843 zum Priester geweiht wurde. Nach einem knappen Jahr als Kaplan erhielt er eine Anstellung beim Fürsten Karl von Oettingen-Wallerstein als Erzieher des Fürstensohnes Moritz.

Eine große Ehre wurde ihm durch König Ludwig II. zu teil

Zu Beginn des Jahres 1852 übernahm der Geistliche die mittelschwäbische Pfarrei Ried. Er wechselte 1859 nach Penzing bei Landsberg und 1870 nach Engelbrechtsmünster unweit der Stadt Geisenfeld in der Hallertau. Obwohl er bereits in Penzing als Distriktsschulinspektor und als Inspektor der Präparandenschule in Landsberg eine große pädagogische Begabung erkennen ließ, war die päpstliche Ernennung Schreibers zum Erzbischof von Bamberg am 31. Mai 1875 für viele Zeitgenossen eine Überraschung. König Ludwig II. von Bayern erhob ihn als Zeichen der königlichen Wertschätzung noch im gleichen Jahr in den Adelsstand.

Erzbischof Friedrich von Schreiber, einer der großen Erzbischöfe in der Geschichte der Erzdiözese Bamberg, wurde am 23. Mai 1819 als Sohn eines Gerichtsschreibers in Bissingen geboren.
Bild: Helmut Herreiner

Trotz zunächst vorhandener Skepsis gegenüber dem vormaligen einfachen Dorfpfarrer galt Friedrich von Schreiber in Bamberg und Umgebung recht schnell als gütiger Seelsorger, dem neben der Heranbildung guter Priester und der Förderung der Kirchenmusik vor allen Dingen auch die soziale Frage ein Herzensanliegen war. In der Hochzeit der Industrialisierung mit all ihren Folgen engagierte er sich sehr für die katholischen Gesellenvereine und für bedürftige Familien.

Die Erzbischof-Schreiber-Kindertagesstätte sind nach ihm benannt

Der Erwerb des vom Verfall bedrohten ehemaligen Benediktinerklosters in Michelfeld durch das Kloster der Franziskanerinnen in Dillingen ermöglichte 1885 die für die damalige Zeit beispielgebende Gründung einer Taubstummenanstalt für Frauen und dokumentiert gleichzeitig die immer noch vorhandene Verbundenheit zu seiner schwäbischen Heimat. Dort erinnern in Bissingen bis heute die am 1. Juni 1975 eingeweihte und nach ihm benannte Erzbischof-Schreiber-Kindertagesstätte und der Erzbischof-Schreiber-Weg an den bedeutenden, 1890 im Alter von 71 Jahren verstorbenen Sohn der Gemeinde. Dem damaligen Bissinger Ortsgeistlichen Wunibald Hitzler, der einige Jahre später zum Stadtpfarrer der Bischofsstadt Augsburg ernannt wurde, und dem damaligen Bürgermeister Anton Schmid war es ein gemeinsames großes Anliegen, mit der Namensgebung des Kindergartens und der Straße an diesen bekannten Sohn der Marktgemeinde Bissingen zu erinnern.

Das Schild am Parkplatz Schule/Feuerwehrgerätehaus zeigt: Der Erzbischof-Schreiber-Weg spielt eine wichtige Rolle im oberen Ortsbereich der Gemeinde Bissingen.
Bild: Helmut Herreiner

Dies bleibt als deutliches Zeichen der Würdigung der Verdienste Erzbischof Schreibers auch nach der vor einigen Jahren erfolgten Übernahme des zu einer modernen Kindertagesstätte ausgebauten Kindergartens aus kirchlicher in kommunale Trägerschaft so bestehen. (HER)

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