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Höchstädt

23.11.2019

Ein Weißer Engel geht nach Höchstädt

So sieht der „Weiße Engel“ als Anstecknadel aus.
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So sieht der „Weiße Engel“ als Anstecknadel aus.
Bild: Jakob Stadler

Ehrung Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zeichnet in Günzburg das Engagement von Brigitte Weißenburger aus

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat am Donnerstag in Günzburg die Auszeichnung „Weißer Engel“ an Bürger aus Schwaben überreicht. Damit wurde besonderes ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Gesundheit und Pflege gewürdigt. Unter den Geehrten ist auch eine Höchstädterin.

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Huml betonte: „Ehrenamtlich Tätige sind Vorbilder für gelebte Mitmenschlichkeit. Es sind Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen. Dieser Einsatz verdient große Anerkennung.“

Weißenburger hat sich durch vorbildhafte häusliche Pflege verdient gemacht

Die Auszeichnung „Weißer Engel“ wird jährlich in jedem Regierungsbezirk verliehen – diesmal in Schwaben. Im Bereich der Pflege wird der „Weiße Engel“ insbesondere an Personen verliehen, die sich durch vorbildhafte häusliche Pflege verdient gemacht haben. Die in diesem Jahr Ausgezeichneten engagieren sich insbesondere in der Pflege zu Hause, aber auch im Hospizbereich und in Selbsthilfegruppen für Menschen mit Depressionen.

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Seit 2006 engagiert sich Brigitte Weißenburger für Menschen, die an Depressionen oder starken Selbstzweifeln leiden. Seit dieser Zeit ist sie erste Ansprechpartnerin und Leiterin der Donnerstagsgruppe der „Selbsthilfegruppe Depressionen Dillingen“.

Was ihr Engagement so besonders macht, ist laut Huml vor allem die Tatsache, dass sie selbst Erfahrungen mit Depressionen gemacht hat – dieser so heimtückischen Erkrankung, die einem jedes Gefühl von Energie und Sinnhaftigkeit im Leben nehmen kann. Gerade deshalb kann sie sich sehr gut in die Sorgen und Probleme der Mitglieder ihrer Selbsthilfegruppe einfühlen und ist eine absolut vertrauenswürdige Bezugsperson.

„Immer wieder erleben wir, dass es Angehörigen oder anderen Menschen im persönlichen Umfeld schwerfällt, angemessen auf einen depressiven Menschen zuzugehen. Oft führt das dazu, dass sich frühere Bezugspersonen zurückziehen – oft nicht aus Desinteresse, sondern aus Überforderung“, sagte die Gesundheitsministerin. Dadurch würde sich die Isolation der Betroffenen verstärken – ein Teufelskreis entsteht. Umso wichtiger und wertvoller sei es daher, dass es Menschen wie Brigitte Weißenburger gibt.

Weißenburger hilft Menschen mit Depressionen

Denn gerade wenn man ähnliche Erfahrungen teilt, wird die Unterstützung einer hilfebedürftigen Person noch einmal gewinnbringender.

„Die medizinische Betreuung durch Ärzte bei einer Depression ist sehr wichtig, aber eben auch nicht alles“, fügte Huml in der Laudatio an.

Über den Arzt hinaus bräuchten Menschen mit einer Depression andere Menschen, denen sie sich einerseits anvertrauen können, die aber andererseits auch nicht ungeduldig werden, wenn der Betroffene über Stunden, Tage oder Wochen hinweg keine Worte für das findet, was in ihm vorgeht. „Brigitte Weißenburger gelingt es, Kontakt zu den Menschen aufzubauen, auch durch Aktivitäten wie Malen, ‚Lach-Yoga‘ oder Klangschalen-Meditation.“

Wenn es Weißenburger gelingt, einen an einer Depression erkrankten Menschen zum Lachen zu bringen, sei das ein wertvoller Moment und manchmal ein erster Schritt dazu, die Erkrankung anzunehmen und allmählich zu lernen, mit ihr umzugehen. (pm)

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