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Geburtshilfe: Ein guter Wille und viele Fragen

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Kommentar Von Cordula Homann
26.05.2018

Die Geburtshilfe ist ein wichtiger Teil des Kreiskrankenhauses. Man kann den Verantwortlichen nur die Daumen drücken, dass die Wiedereröffnung zum 1. Juli funktioniert.

Man kann den Verantwortlichen nur die Daumen drücken, dass sie das notwendige Personal für den Betrieb der Dillinger Geburtshilfe finden. Dass das medizinische Team innerhalb des Hauses und in den Praxen wieder geschlossen an einem Strang zieht. Dass schwangere Frauen wieder gerne in Dillingen ihre Kinder zur Welt bringen. Auch wenn das den Haushalt des Landkreises massiv belastet.

Die Geburtshilfe ist nur ein Teil des Dillinger Kreiskrankenhauses St. Elisabeth, aber ein wichtiger. Dillingen hat schließlich ein Lehrkrankenhaus und eine Krankenpflegeschule. Der Nachwuchs sollte möglichst viele Abteilungen kennenlernen können und ebenso wie alle anderen Kollegen das Gefühl haben, für ein Haus mit Zukunft zu arbeiten. Der Kreistag hat mit einer Resolution seinen Willen zum Erhalt der Geburtshilfe ausgedrückt und will beide Häuser in kommunaler Trägerschaft halten. Kreis und Große Kreisstadt haben viel Geld auch in die Geburtshilfe gesteckt, damit sie medizinisch hohen Ansprüchen genügt und ein Wohlfühlklima verbreitet. Das soll nicht umsonst gewesen sein. Außerdem sollte es selbstverständlich sein, dass die Kinder aus dem Landkreis auch im Landkreis geboren werden – nicht nur in Notfällen. Selbst während die Geburtshilfe geschlossen war, kam in Dillingen ein Kind zur Welt, es war ein Notfall.

Es gibt also gute Argumente für den Erhalt der Geburtshilfe. Jetzt muss sie ab 1. Juli nur wieder gut angenommen werden. Unsere Krankenhäuser im Landkreis können nur dann bestehen, wenn wir sie auch aufsuchen. Noch wichtiger aber ist die finanzielle Unterstützung von Bund und Freistaat. Warum sind ausgerechnet Geburten ein Draufzahlgeschäft? Warum sorgen immer wieder neue Nachrichten über geplante Kürzungen, zuletzt die mögliche Schließung vieler kleiner Notaufnahmen für Unruhe? Wie sollen Landkreise und Kommunen weiterhin den Spagat zwischen Einsparungen und notwendigen Investitionen meistern? Wenn unsere Gesundheitsversorgung auf dem Land nicht bald mehr in den Fokus gerät, wird es sie wohl nicht mehr lange geben. Und eine Privatisierung würde das Ende vermutlich nur beschleunigen.

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