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Bürgerversammlung

21.06.2013

Heftige Debatte um das Projekt Zukunft

„Wir müssen das Gesamtkonzept beibehalten, sonst bringt es gar nichts.“Gerrith Maneth

Streit in Höchstädt über die Förderung des Bauabschnitts III

Höchstädt Aufgeheizt war die Stimmung bei der Bürgerversammlung im Pfarrheim in Höchstädt am Mittwoch. Und das lag nicht an den tropischen Temperaturen – sondern am Thema. Denn im Lauf des Abends bissen sich Bürger, Stadträte und Bürgermeisterin Hildegard Wanner an einem Thema fest: dem Projekt Zukunft der SSV.

Wie berichtet hatte der Stadtrat dem Sportverein bereits im März erneut seine Unterstützung für den dritten Bauabschnitt des Projektes Zukunft verweigert. Konkret geht es dabei um eine Bürgschaft und laut Wanner um rund 10000 Euro Zins und Tilgung pro Jahr für die Stadt. Seitdem herrschte ein teils heftiger Meinungsaustausch. Zuletzt traf man sich am vergangenen Freitag im Rathaus. Die SSV hat mittlerweile einen Vermittler bestimmt, Gerrit Maneth.

Der brachte die Diskussion am Mittwochabend auch ins Rollen. Die SSV wolle sich in Richtung Freizeitsport verlagern, mehr Angebote für Ältere schaffen. Die Heizung sei veraltet und müsse dringend erneuert werden. Die Förderung sei jetzt da: „Wir müssen das Gesamtkonzept beibehalten, sonst bringt es gar nichts.“ Von Wanner wollte er unter anderem wissen, wie sie persönlich zum Ganzen stehe. Die Rathauschefin äußerte die Sorge, dass alles sehr groß und umfangreich werden – und wer werde die Bauten in 20 bis 30 Jahren sanieren, wo sollten die ehrenamtlich Engagierten dann herkommen?

Heftige Debatte um das Projekt Zukunft

„Denken Sie daran, wie viele Wählerstimmen die SSV hat“, schimpfte daraufhin Hermann Ludley. Wanner wies daraufhin, dass man ja auch das Feuerwehrgerätehaus baue, die Schule für 4,5 Millionen Euro saniert werden müsse. Ludley legte nach, er glaube, hier gehe es um persönliche Ressentiments, einen Neidkomplex – die Stadt sei schon größere Risiken eingegangen. 420000 Euro habe man bereits in einer Wahlperiode an die SSV gegeben, so die Rathauschefin, die betonte, welch großen Respekt sie für die ehrenamtliche Arbeit der Sportler habe. Ludley meinte, Wanner sei eine Opportunistin.

Dagegen wehrte sich nicht nur die Angesprochene selbst, das rief SPD-Stadtrat Wolfgang Kohnle auf den Plan, der die Rathauschefin verteidigte: „Das ist harter Tobak.“ Doch er stellte sich klar auf die Seite der SSV – die unterhalte schließlich auch Gebäude, Sportplätze. Es sei „nicht die Welt“, was man da gebe. Die Bürgermeisterin sagte, wenn die Mehrheit des Stadtrates den Bauabschnitt III unterstützen wolle, dann werde es gemacht. Die Mitglieder hätten jetzt alle Unterlagen vom Freitag bekommen und werden sich Gedanken machen. Johannes Gorhau wetterte: „Ihr bekommt 420000 Euro und dann wird gestänkert.“ Das sei nicht fair der Stadt gegenüber. Erich Dabrowski wies auf das große Engagement der Sportler hin – genau wie Wolfgang Eder: „Es muss weitergehen.“ Am Schluss stand auch der Erste Vorsitzende der SSV auf, Jakob Kehrle, der für die FW im Stadtrat sitzt. 500 Kinder zwischen drei und 17 Jahren betreue man. Und wenn man alles gegenrechne, dann bekomme jede Abteilung pro Jahr lediglich 1100 Euro Förderung. 120000 Euro Spenden habe der Sportverein bekommen: „Da sieht man, was entsteht.“

Konrad Lindner setzt sich für den Jugendtreff ein – dafür soll es demnächst einen runden Tisch geben. Diese Jugendlichen seien nicht im Sportverein, für sie müsse man auch ein Angebot schaffen: „Mir fehlt bei allen Beteiligten das Gemeinschaftliche. Jeder sitzt auf seinen Pfründen.“ FDP-Stadtrat Günter Ballis schimpfte, dass die Kegler in der Schusslinie seien. Einer von ihnen ist Werner Schmid, der sich gegen die „Diskriminierung“ seiner Abteilung wehrte: „Lass die Leute da draußen den Bau machen.“ "Kommentar S. 20

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