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Investition

14.10.2019

Hochwasserschutz wird heiß diskutiert

Die Kosten für Rückhaltebecken für Mörslingen sind in Finningen nicht unumstritten

Das Hochwasserrückhaltebecken für den Finninger Ortsteil Mörslingen muss ausgebaut werden. Das zeigten Jingbo Hasubek und Maximilian Hartmann vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) in Donauwörth bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Gemeindekanzlei Mörslingen auf.

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Beide Fachleute betonten, wie wichtig es sei, dass sich die Gemeinde an den Planungen für die Maßnahme beteiligt. Den finanziellen Anteil der Gemeinde bezifferte Bürgermeister Klaus Friegel auf 100000 Euro. Er verdeutlichte anhand einer Skizze, wie groß das Schadenspotenzial im Fall eines HQ-100-Hochwassers in Mörslingen ist.

Doch allein die Kosten der Gemeinde für die Planungen der Maßnahme erzeugten bei den Ratsmitgliedern Bedenken. So wurden die beiden WWA-Mitarbeiter gefragt, mit welchem konkreten Gesamtkostenanteil die Gemeinde Finningen zu rechnen habe. Maximilian Hartmann sagte, dass erst einmal die Planungen auf den Weg gebracht werden müssten, um den Kostenanteil für die Gemeinde ermitteln zu können. In der Regel müssten die Gemeinden bei solchen Maßnahmen jedoch mit rund 35 Prozent der Gesamtkosten rechnen. Ratsmitglied Hubert Braun gab zu bedenken, dass, wenn sich die Gemeinde die Kosten nicht leisten könnte, der Planungskostenanteil eine verlorene Investition sei. Ratskollege Michael Keis stellte die Frage, ob es nicht möglich sei, andere Varianten des Hochwasserschutzes zu errichten, die nicht mit solch enormen Kosten verbunden sind. Jingbo Hasubek erklärte, dass aus Sicht des Wasserwirtschaftsamtes der Ausbau des Hochwasserrückhaltebeckens die beste Lösung sei. Dann sei Mörslingen bei einem HQ 100 nicht mehr hochwassergefährdet. Wenn die Gemeinde ihrerseits jedoch andere Varianten hätte, würde das WWA diese prüfen, fügte Maximilian Hartmann hinzu. Auf die Frage von Ratsmitglied Norbert Lutmayr, wie lange der Ausbau dauert, sagte WWA-Mitarbeiter Hartmann: „Mit allen Planungen, dem Planungsfeststellungsverfahren und Bauzeit rund sechs Jahre.“

Nach einer weiteren kurzen Erörterung der Ratsmitglieder verlas Klaus Friegel die Beschlussfassung mit einem Zusatz. Zielsetzung der Beschlussfassung ist: Nach Fertigstellung der Maßnahme soll das komplette Überschwemmungsgebiet im Ortsbereich Mörslingen für den Bereich Brunnenbach aufgehoben werden. Die Gemeinde Finningen beteiligt sich mit 35 Prozent an den Planungskosten, und bei der Realisierung der Hochwassermaßnahme dürfen keine Grundstücke der Gemeinde herangezogen werden. Die Ratsmitglieder stimmten der Beschlussfassung mit zwei Gegenstimmen zu. Im weiteren Sitzungsverlauf billigten die Ratsmitglieder jeweils einstimmig die Satzungsbeschlüsse zu den Änderungen der Bebauungspläne „Am Mühlefeld“ und „Campingplatz“, beide Gemarkung Mörslingen.

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