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Dillingen

03.02.2019

Immer noch kein schnelles Netz für alle Dillinger?

Die Telekom baut ihr Netz in Dillingen, Hausen und Schretzheim aus. Im Januar sollten etwa 6000 Haushalte über schnelles Internet verfügen. Doch einige Bürger klagen immer noch über langsame Verbindungen.
Bild: Ulrich Wagner, Symbolbild

Caritas-Kreisgeschäftsführer Stephan Borggreve ärgert sich nach wie vor über die Telekom, weil er zu Hause oft nicht am Computer arbeiten könne. Was ein Sprecher der Telekom dazu sagt.

Es ist ein Moment, in dem sich der sonst so besonnene Stephan Borggreve richtig ärgern kann: Wenn der Kreisgeschäftsführer der Caritas zu Hause in der Dillinger Ziegelstraße an seinem Computer arbeitet, stellt ihn das langsame Netz immer wieder auf eine Geduldsprobe. „Ich habe oft Probleme, wenn ich zu Hause am PC arbeiten will“, klagt Borggreve. Und dabei sollte alles ganz anders sein und die Internet-Verbindung im Dillinger Westen seit dem vergangenen Jahr richtig flutschen. Denn im Dezember 2017 hatte die Telekom ihr neues Angebot in Dillingen gefeiert. Nach dem Ausbau stehe den Nutzern in der Dillinger Kernstadt und den Stadtteilen Hausen und Schretzheim schnelles Internet zur Verfügung, hieß es bei einem offiziellen Termin.

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Schon vor einem Jahr hat er sich beschwert. Es hat nicht geholfen

1600 der insgesamt 6000 Haushalte sollten bereits Ende 2017 von einer schnellen Verbindung ins Netz profitieren. Der Rest sollte laut Telekom-Regionalmanager Lothar Heubeck im Januar freigeschaltet werden. Dass bei ihm aber nichts passiert sei, hatte Borggreve vor einem Jahr öffentlich gemacht. Umso frustrierter ist der Caritasgeschäftsführer im Januar 2019. „Die sollen den Mund nicht so voll nehmen und endlich zugeben, dass sie das nicht hinkriegen“, schimpft Borggreve.

Die Versorgung mit schnellem Internet ist in Teilen Dillingens seit Jahren ein Ärgernis. Und dies liegt auch daran, dass Dillingen die Sache nicht selbst in die Hand nehmen durfte. Die Stadt wollte eigentlich im Rahmen des Breitbandförderprogramms selbst alle privaten Haushalte und Betriebe in der Kernstadt, Hausen und Schretzheim mit schnellem Internet versorgen. Im Haushalt waren dafür Millionen vorgesehen, Wunschpartner wären die Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen (DSDL) gewesen. „Ziel war eine Fertigstellung möglichst im Jahr 2015“, teilte Stadtverwaltungssprecher Jan Koenen mit. Doch zu dem geförderten Ausbau kam es nicht, weil die Telekom einen eigenwirtschaftlichen Ausbau ankündigte. Der Stadt waren damit die Hände gebunden. In Fristingen, Kicklingen, Steinheim, Donaualtheim und Teilen Schretzheims war der Ausbau mit LEW Telnet/M-net und DSDL von 2011 bis 2015 viel schneller gegangen. Und vor zwei Jahren erhielten mehr als 100 Gewerbebetriebe im Osten, Westen und Norden Dillingens durch die Stadtwerke einen Glasfaseranschluss bis direkt ins Gebäude.

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Ein Lieferengpass sei schuld

Sprecher Markus Jodl von der Unternehmenskommunikation der Telekom bedauerte im März 2018 gegenüber unserer Zeitung die Verzögerung. Der Anschluss von knapp 1900 von 6000 Haushalten ans schnelle Internet sei noch nicht erledigt. Hintergrund für die Verzögerung sei ein Lieferengpass beim Techniklieferanten des Unternehmens, erläuterte Jodl. Die Telekom werde die Arbeiten in Dillingen so schnell wie möglich zu Ende führen. Er hoffe, dass das Anfang Mai der Fall sein wird.

Stephan Borggreve ist aber immer noch nicht zufrieden. Er sagt, er habe einen Anschluss mit 16 Mbit/s gebucht. Dennoch sei die Verbindung immer wieder langsam. Die Telekom setze auf einen preiswerten Ausbau mit einer Ertüchtigung der Zwischenstationen, und bei ihm sei die Entfernung von seinem Haus zur Zwischenstation wohl zu weit. Wenn zu viele auf dieser Leitung hängen, werde die Verbindung langsam, vermutet Borggreve. Er frage sich, warum nicht gleich „eine vernünftige Glasfaserleitung verlegt wird“.

Klagen gibt es nicht nur in der Kernstadt

Klagen gibt es auch im Stadtteil Hausen. Ingrid Witte etwa sagt, dass sie beim Surfen im Netz „oft ewig“ warte, bis sich Seiten öffnen. Aber sie sei ja in Rente und habe Zeit zum Warten.

Telekom-Sprecher Jodl hat Borggreves Fall überprüft. Der Dillinger wohne in einem Gebiet, für das die Telekom einen Eigenausbau im Rahmen einer Markterkundung angemeldet habe. Das sei im März 2018 geschehen. „Die Regeln des Markterkundungsverfahrens sehen vor, dass man innerhalb von drei Jahren ausbauen muss“, teilt Jodl mit. Dies wäre das Jahr 2021. In dem Gebiet könne derzeit ein Anschluss mit bis zu 16 MBit/s gebucht werden.

Oberbürgermeister Frank Kunz hat mitbekommen, dass Dillinger immer wieder über langsames Internet klagen. Die Telekom habe Ende 2017 schnelles Internet für alle Dillinger in ihrem Ausbaubereich versprochen. „Die Nutzer erwarten zu Recht, dass den Worten Taten folgen“, sagt der Rathauschef.

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