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01.08.2010

Mit vollem Herzen sagt Schwester Vera "Servus"

Mit vollem Herzen sagt Schwester Vera "Servus"
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Die Kinder lagen Schwester Vera Fischer stets am Herzen. Nach mehr als drei Jahrzehnten als Leiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik in Dillingen wurde sie nun mit einem Festakt im Stadtsaal verabschiedet. Fotos: Bachmann

Dillingen Am Ende geht Schwester Vera Fischer selbst ans Rednerpult. Ihre Augen glänzen. Ihr Herz, so sagt sie, würde fast überlaufen. So viele haben sie an diesem Tag mit ihren Reden und mit ihrem Besuch geehrt. Es ist ein herzlicher, ein warmer Abschied, den die Schulfamilie der Fachakademie für Sozialpädagogik in Dillingen ihrer langjährigen Leiterin bereitet. Und in einem sind sich wohl alle Gäste einig: Schwester Vera hat in ihrer Aufgabe Großartiges geleistet.

Die Feier beginnt mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche Maria Himmelfahrt mit Stadtpfarrer Monsignore Gottfried Fellner. Darauf folgt ein Festakt im Dillinger Stadtsaal, mit einer langen Reihe von Rednern, die der bisherigen Schulleiterin von Herzen danken wollen.

Den Anfang macht der Nachfolger und bisherige Stellvertreter von Schwester Vera, Werner Eitle. Seine Vorgängerin habe den Wandel in der Erziehungsarbeit erlebt und engagiert mitgestaltet. Die menschlichen Verbindungen habe sie stets in den Mittelpunkt gestellt. Provinzoberin Schwester Edith Krupp lobt die 67-Jährige und zählt ihre positiven Eigenschaften auf - etwa ihre kluge Unterscheidungsgabe oder ihre Liebe zu den Menschen. Mit der Verabschiedung gehe nun eine lange Tradition zu Ende - seit 1913 hatten Franziskanerinnen die Einrichtung geleitet.

"Schwester Vera, Sie haben Ihre Sache hervorragend gemacht", sagt Ulrich Haaf, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg. Er berichtete mit einem Schmunzeln, dass die bisherige Schulleiterin neue Regeln stets in der Praxis geprüft habe. Und wenn das geklappt hatte, dann wäre es in den Bereich des Möglichen gerückt, diese auch anzuwenden.

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Christliche Humanität

Landrat Leo Schrell betont, dass Schwester Vera besonderen Wert auf die Persönlichkeitsbildung der Studierenden gelegt habe. Stets sei die gebürtige Münchnerin ein Vorbild gewesen: "Für diese besondere Leitung auf dem Gebiet christlicher Humanität danke ich Ihnen ganz herzlich." Auch Oberbürgermeister Frank Kunz sagt, die Ordensschwester habe das Leben vieler Menschen in der Gegenwart und Vergangenheit geprägt.

Schwester Vera habe die Menschen in hervorragender Weise für den Erzieherberuf ausgebildet, so Sieglinde Klarmann, leitende Regierungsschuldirektorin der Regierung von Schaben. Dr. Claudia Spindler, Leiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik in Kempten, erinnert sich an ein persönliches Gespräch mit der Franziskanerin zu Beginn ihrer eigenen Karriere. Damals habe sie dankbar erfahren, dass " ich bleiben kann".

Tanja Barfüßer, Petra Balleisen und Raphaela Ohlenforst sagten im Namen der Mitarbeiter ihrer bisherigen Chefin: "Sie waren immer für uns da." Unter Tränen dankt Sabrina Berni im Namen der Studierenden Schwester Vera, die stets eine "liebevolle Mutter" gewesen sei. Für schallendes Gelächter dagegen sorgt der Auftritt des ehemaligen Schülers Sepp Egerer als "künftiger Ministerpräsident": "Ich hoffe, dass sich Herr Eitle als Mitschwester gut integriert."

Zwischen den Reden zeigen die Studierenden Schwarzlicht-Theater, sie tanzen, spielen Gitarre sowie Querflöte und Klarinette. Und die Kinder des Sankt Josef-Kindergartens singen für Schwester Vera: "Sei mutig!" Die 67-Jährige sagt am Ende: "Ich bin eine einfache Resi Fischer. Die wollte ich immer bleiben."

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