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Mörslingen

03.01.2019

Mörslingens neuere Geschichte in Wort und Bild

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3 Bilder
Eine Vorstellung von den Mühen der Getreideernte in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vermittelt dieses Bild im Band „So isch halt“.
Bild: Harlacher

Die Brüder Richard und Martin Harlacher sind Verfasser der Broschüre „So isch halt“. Nicht nur viele Fotos oder Erinnerungen bereichern den Band.

„Als ich die Aufzeichnungen meines Bruders gelesen habe, dachte ich, diese Erinnerungen sind es wert, sie zusammenzufassen und auch anderen nahe zu bringen.“ Dieser Satz steht in der Broschüre „So isch halt wie’s früher war und heut isch“. Die Publikation umfasst auf 67 Seiten „Erinnerungen und Bilder“ aus Mörslingen.

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Herausgegeben wurde sie von Richard Harlacher. Der Bischöflich Geistliche Rat, Pfarrer und Ehrenbürger von Gundremmingen, stützte sich bei der Zusammenstellung der Inhalte auf Notizen seines Bruders Martin, der 1931 in Mörslingen geboren wurde und als Landwirt seine Erlebnisse und Erfahrungen schriftlich festhielt. Als begeisterter Fotograf stattete Pfarrer Richard Harlacher den Band mit einer großen Zahl von Fotos aus. Die älteren Bilder wurden mit einer Agfa Silette aufgenommen, die neueren mit einer Spiegelreflexkamera von Canon.

Ein Impuls zur Realisierung der Veröffentlichung war für Richard Harlacher der bevorstehende Eintritt in den Ruhestand am 1. Januar 2019. „So isch halt“ spiegelt in Text und Bild das dörfliche Leben Mörslingens während der vergangenen 50 Jahre wider.

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„Bachwazeln“, „Pfärch“, „Gaugel“...

Die Texte sind in Schriftdeutsch abgefasst. Aber vor allem in den Titelzeilen erscheinen Begriffe im Mörslinger Dialekt. Von „Pfennigdeichseln“, „Bachwazeln“, „Datzen“, „Gschaub“, „Pfärch“, „Gaugel“ und „Koragabel“ ist da die Rede. Andere Kapitel behandeln unter den Titeln „s’Hennadürle zua macha“, „Hochzeitslader und Schenkfrauen“, „Theater und Tanz“, „Schafkopfen“, und „Torfstechen“ Rituale und feste Bestandteile des ländlichen Lebens. Ausführlich behandelt werden „Kirchliche Bräuche und Seelenbeschrieb“ sowie die ehemaligen landwirtschaftlichen Anbau und Erntemethoden.

Der nostalgische Rückblick verklärt die körperliche Schinderei in einer Zeit, in der Maschinen noch selten eingesetzt wurden. Eine Vorstellung von der Tüchtigkeit der Mörslinger Bauern vermitteln aber die Fotos, weil sie zeigen, dass der Erfolg der Ernteprozesse fast ausschließlich von der körperlichen Leistung der Bauern und ihrer Helfer abhing. Ein lange Reihe von Fotos dokumentiert die Entwicklung Mörslingens zur modernen Dorfgemeinde.

Tabellarische Übersichten über Hausnamen, Pfarrer...

Besonders verdienstvoll sind tabellarische Übersichten im Anhang des Buches: Dort werden die Namen der Pfarrer, Bürgermeister und Lehrer aufgelistet. Eine eigene Übersicht registriert, aufgegliedert auf die Straßen Mörslingens, die Familien und Hausnamen aller Einwohner. „Ich habe die neue Publikation als ein Geschenk an meine Heimatgemeinde Mörslingen konzipiert“, sagt Richard Harlacher. Richard Harlacher hat damit die Zahl seiner Buchveröffentlichungen erweitert.

Im Jahr 1935 in Mörslingen geboren, legte der Zögling des Dillinger Knabenseminars das Abitur 1954 am Sailer-Gymnasium ab, studierte an der damaligen Hochschule in Dillingen, wurde 1960 zum Priester geweiht, und wurde nach Kaplan-Jahren in Altusried, Krumbach und Mindelheim im Jahre 1968 Pfarrer in Gundremmingen. Besonders bekannt wurden seine Bücher „Schnuttenbacher Bilderbibel“ und „Kleine Wunder in Pfarrers Garten“. Das Buch Martin und Richard Harlacher „So isch halt wie’s früher war und heut isch“, erschienen im Selbstverlag, hat 67 Seiten und ein DIN-A4-Format.

Lesen Sie dazu auch:

Richard Harlacher: Er prägte 50 Jahre Kirchengeschichte in Gundremmingen

Gundremmingen: Von St. Martin, Bildstöcken, Kreuzen und Kapellen

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