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Höchstädt

22.05.2019

Neunjährige lösen Großeinsatz der Feuerwehr aus

Der Ärger nach dem unnützen Einsatz ist groß.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolbild)

54 Feuerwehrleute eilen nach einem Notruf nach Schwennenbach. Es gab aber kein Feuer. Zwei Kinder einem Mitschüler einen üblen Streich spielen.

Zwei Neunjährige haben am Dienstag einen Feuerwehrgroßeinsatz in Höchstädt ausgelöst. Es brannte allerdings nicht wirklich, sondern handelte sich um einen schlechten Scherz.

Wie die Polizei mitteilt, ging gegen 17.15 Uhr der Notruf ein, in dem ein Schüler der Feuerwehr mitteilte, dass sein Elternhaus im Stadtteil Schwennenbach in Brand stehen würde. Er behauptete auch, dass sich seine Eltern noch im Haus befinden würden

Feuerwehren aus Höchstädt, Lutzingen, Unterliezheim und Schwennenbach rücken aus

Daraufhin rückt ein Großaufgebot der Feuerwehren Höchstädt, Lutzingen, Unterliezheim und Schwennenbach aus. Insgesamt machten sich 54 Einsatzkräften sowie zwei Rettungswägen auf den Weg zum Einsatzort.

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Der überraschte Eigentümer des Wohnhauses befand sich unversehrt zu Hause und wusste nichts von einem Brand.

Über die Anrufnummer konnte schließlich herausgefunden werden, dass der neunjährige Sohn der Anschlussinhaberin sich bei einem gleichaltrigen Freund aufhielt. Dort hatten die Kinder beschlossen, unter dem Namen eines Mitschülers bei der Feuerwehr anzurufen und einen Brand an dessen Wohnadresse zu melden. Als Grund gaben sie später an, dass sie ihren Mitschüler nicht leiden können.

Eltern müssen wohl für den Einsatz bezahlen

Die beiden Neunjährigen wurden anschließend ihren Eltern übergeben. Es folgte ein intensives Gespräch über ihr Fehlverhalten sowie die Folgen eines solchen Großeinsatzes bezüglich der entstandenen Einsatzkosten. Wie die Polizei mitteilt, gelte grundsätzlich, dass Eltern für ihre Kinder haften.

Der Kommandant der Höchstädter Feuerwehr, Stephan Karg, ärgert sich über den unnötigen Einsatz. „Die zwei Jungs wissen gar nicht, was sie da angerichtet haben“, sagt er. Zwar sei er auch froh, dass es nicht wirklich gebrannt hat und niemand in Gefahr war, doch in diesem Fall überwiege der Ärger über die ganze Sache. „Da waren knapp 60 Personen unterwegs“, sagt er. „Wir haben uns beeilt.“ Er denke immer daran, was wäre, wenn einem der Ehrenamtlichen dabei etwas passiert wäre, wenn es etwa zu einem Unfall gekommen wäre – wegen eines komplett unnötigen Einsatzes.

Wie hoch die Kosten sind, weiß er nicht genau, diese variieren je nach Kommunen. „Bei so einer Größenordnung kommt aber einiges zusammen“, sagt er. Da bewege man sich sicher im vierstelligen Bereich.

Gegen die Schüler wird nun wegen Missbrauch von Notrufen ermittelt, erklärt die Polizei. Weil die beiden noch nicht 14 Jahre alt sind, müssen sie keine staatliche Bestrafung befürchten. Aktenkundig wird der Fall aber. (pol, jako)

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