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Konzert

19.03.2015

„Nur nicht aus Liebe weinen“

Die Ulmer Chansonsängerin Daniela May begeisterte in der Cafeteria des Hauses der Senioren.
Bild: Walter

Daniela May begeisterte mit Filmmelodien und Chansons

Nach Opernarien und Operettenliedern hielt die Kleinkunst Einzug in der Cafeteria im Haus der Senioren. Sie kam ganz groß heraus, weil exzeptionelle Künstler aus Ulm vor zahlreichen Besuchern agierten. Unter dem Motto „Eine kleine Sehnsucht“ brachte Daniela May Nostalgisches aus der Tonfilmzeit zu Gehör. Theo Mackeben, Michael Jary, Peter Kreuder und Friedrich Holländer schufen Ohrwürmer, die berühmte Diseusen erstmals aufführten. Auf ihren Spuren wandelte in neuer individueller Ausformung die Ulmer Chansonnette.

Die musikalische Chronik der Zeit von 1930 bis 1941 dokumentierten einst Marlene Dietrich („Wenn ich mir was wünschen dürfte“; „Peter, komm zu mir zurück“; „Ich weiß nicht, wem ich gehöre“), Lale Anderson („Eine kleine Sehnsucht braucht jeder Mensch zum Glücklichsein“), Zarah Leander („Nur nicht aus Liebe weinen“), Lisa Waldmüller („Du hast Glück bei den Frau’n Bel Ami“) und die Wienerin Cissy Kraner („Aber der Novak lässt mich nicht verkommen“; „Ich kann den Novotny nicht leiden“). Daneben ein gelungener Abstecher nach Frankreich zu Edith Piaf und Juliette Greco („Les feuilles mortes“ und „Le pays de mon désir“) in der Originalsprache und der auf Spanisch gesungene Dauerbrenner „Bésame mucho“. Dem Wunsch nach mehr „Sex-Appeal, sowohl en face als auch im Profil“, sollte durch Kur- und Urlaubsaufenthalte entsprochen werden. („Hinter einer Düne hab ich ein Rendez-vous“; Ich lasse meinen Körper schwarz bepinseln“; „Micha, du hast den Farbfilm vergessen; „Der Onkel Doktor hat gesagt“). Schließlich mündete die sehnsuchtsvolle Betrachtungsweise in die Charakterisierung des „Neandertalers“. Die begeistert mitgehenden Zuhörer erlebten zwei Stunden Hochspannung mit Daniela May und ihren selbstverständlich auswendig vorgetragenen zwei Dutzend Liedern. Sie besaß das gewisse Etwas, die kesse Pikanterie, die effektvolle Pose voller Melancholie oder scharfzüngiger Anspielungen. Die Chansonnette beschränkte sich in ihrer Interpretationskunst nicht nur auf die Mimik und das Mienenspiel mit den Augen.

Sie sang nicht nur, sie deklamierte gestenreich, ihre Körperhaltung drückte den Stimmungsgehalt komödiantisch aus. Schwung, Sinnlichkeit, Sentimentalität, Ironie: zu einer grandiosen Ausdruckspalette gesellte sich hochmusikalisches stimmliches Vermögen. „Con brio“ im besten Sinne am Blüthner-Flügel Hannes Kalbrecht. Der Korrepetitor am Ulmer Theater sorgte mit Schlager-Feeling für einen lebendigen Soundtrack mit Verve, packenden Melodienakkorden und (auf-)reizenden Zwischenspielen. Einrichtungsleiter Markus Moll bedankte sich mit Blumen bei den Protagonisten für eine großartige Performance, beim Publikum fürs Kommen und bei der Mitarbeiterin in der Verwaltung Annette Heitz für das Zustandekommen des Konzertes.

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