1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. So viele Rehe wurden im Landkreis Dillingen erlegt

Landkreis Dillingen

23.04.2019

So viele Rehe wurden im Landkreis Dillingen erlegt

422 Rehe wurden im Jagdjahr 2018/2019 im Landkreis Dillingen geschossen.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolfoto)

Der Forstbetrieb Kaisheim zieht Bilanz über das abgelaufene Jagdjahr. Warum die Jäger deutlich mehr Wildschweine erlegt haben als im Jahr zuvor.

Das Jagdjahr 2018/2019 ging vor wenigen Tagen zu Ende. Zeit, ein kleines Resümee zu ziehen, findet Helmut Weixler, Betriebsleiter des Forstbetriebs Kaisheim. Überschattet war das ganze Jahr von der Furcht vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Diese hochgradig ansteckende Seuche grassierte bereits in Polen und Tschechien und war nun – Deutschland überspringend – neu im Süden Belgiens ausgebrochen. Die Bejagung von Wildschweinen stand daher laut Pressemitteilung weit oben auf der Agenda. Was die Jagd jedoch ab Herbst generell erschwerte, war die gute Mast von Buche und Eiche. Der Tisch fürs Wild war reich gedeckt, sodass es seine sicheren Einstände nicht verlassen musste.

144 Wildschweine, 17 Stück Damwild und 422 Rehe

Unterstützt von zahlreichen Jägern und Hundeführern, erlegte der Forstbetrieb im Landkreis Dillingen 144 Wildschweine, 17 Stück Damwild und 422 Rehe. Damit waren die Abschusspläne beim Rehwild komplett erfüllt. Auch die Bejagung des Schwarzwilds war trotz schwieriger Bedingungen erfolgreich. So konnten Jäger des Forstbetriebs mehr als dreimal so viel Wildschweine erlegen, wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre im Landkreis pro Hektar Jagdfläche erlegt wurden. Auch innerbetrieblich lag das Ergebnis gut 20 Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt.

Drückjagden seien "wesentlich und unverzichtbar"

„Schwarzwild vermehrt sich rasend schnell, in guten Jahren verdreifacht sich der Bestand innerhalb eines Jahres“, so Helmut Weixler. „Angesichts der gravierenden Folgen bei Ausbruch der Schweinepest war und ist es uns wichtig, dieser gesellschaftlichen Verpflichtung nachzukommen. Ich denke, wir konnten hier unser Soll erfüllen.“ Wesentlich und unverzichtbar für die erfolgreiche Bejagung von Schwarzwild sind Drückjagden. Dies sind Jagden, bei denen das Wild aus seinem Versteck aufgescheucht wird, um es Jägern vor die Büchse zu treiben. „Wichtig dabei ist, dass Treiber und Hunde das Wild langsam in Bewegung bringen“, betont Helmut Weixler: „Denn das Wild soll nicht in Panik flüchten. Nur so haben die Jäger ausreichend Zeit, das Wild zu erkennen und einen sofort tödlichen Schuss abzugeben. Das verlangt eine tierschutz- und waidgerechte Jagd. Um allerdings Schwarzwild in Bewegung zu bringen, braucht es einige gut ausgebildete Hunde, die sich auch an das wehrhafte Wild trauen.“ In manchen Jägerkreisen gibt es Vorbehalte gegen diese Jagdart. Zum einen, weil Jagdhunde die Grenzen der Reviere nicht kennen und diese im Eifer überschreiten könnten. Zum anderen befürchten manche Jagdpächter, dass überjagende Hunde gezielt Wild aus ihrem Revier ins Nachbarrevier treiben, wo es dann erlegt werden könnte. Diese Befürchtung hält Helmut Weixler – selbst langjähriger Jagdhundeführer – für übertrieben: „Ich kenne keinen Hund, der so abgerichtet werden könnte, dass er Jagdgrenzen erkennt und gezielt Wild aus dem Nachbarrevier ins eigene Revier treibt. Das Wild bestimmt die Fluchtrichtung, nicht der Hund. Wild flüchtet nicht in ein Gebiet, in dem laut jagende Hunde unterwegs sind und wo geschossen wird, sondern instinktiv weg von diesem jagdlichen Trubel.“ Vorbehalte gibt es vor allem, wenn bei Drückjagden auch Rehwild geschossen werden darf. Manche befürchten gar die Ausrottung von Rehwild. „Diese Sorge ist wirklich unbegründet“, so Helmut Weixler, „denn Rehwild darf nur innerhalb behördlich genehmigter Abschusspläne erlegt werden. Letztere verhindern einerseits übermäßige Wildschäden, andererseits zu starke Eingriffe in den Wildbestand. Es ist daher selbst bei hohen Abschusszahlen keine gefährdete Tierart.“

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

So wird entschieden, wie viele Tiere geschossen werden

Mit einem neuen Dreijahresabschussplan startet das neue Jagdjahr. Grundlage für die Abschussplanung beim Rehwild ist ein Vegetationsgutachten, das die Verbissbelastung der Waldverjüngung feststellt. Dieses Vegetationsgutachten bestätigte den Dillinger Jagdrevieren eine tragbare, den Staatsjagdrevieren sogar eine günstige Verbissbelastung. Für das sehr erfreuliche Ergebnis bedankt sich Forstbetriebsleiter Weixler bei all seinen Jägern. Angesichts dieser positiven Entwicklung beim Wildverbiss konnten die Bayerischen Staatsforsten das neue Abschusssoll in Absprache mit der Hegegemeinschaft deutlich senken. „Für das neue Jagdjahr wünschen wir uns, dass wir von der Afrikanischen Schweinepest verschont bleiben und dass uns und unseren Jagdnachbarn das Jagdglück wiederum hold ist,“ so Weixler. (pm)

Lesen Sie dazu auch: Warum „Bambi“ auch im Landkreis Dillingen gefährlich lebt

Wer ohne Tiere zu töten schießen will, kann das vielleicht bald in Aislingen. Obwohl auch das schlecht für die Natur sein könnte...

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren