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Lauingen

16.11.2018

Sporthalle am Marienweg wird kein Versammlungsort

Die Halle am Marienweg kann kein Veranstaltungsort werden – dafür hätte es dort einen neuen Boden und ein neues Dach gebraucht. Die Nutzung für den Schulsport ist aber nicht gefährdet.
Bild: Jakob Stadler

Die Halle am Marienweg in Lauingen sollte für Veranstaltungen genutzt werden. Dafür wären aber teure Sanierungen nötig.

Schon vor Monaten hat die Stadt Lauingen eine Nutzungsänderung für die Halle am Marienweg beantragt. So sollten in der Schulsporthalle künftig auch Veranstaltungen stattfinden können. Man hätte dann einen Ort für kleinere Gruppen, die in der Stadthalle verloren aussehen würden. Das wäre insbesondere für die Grundschule wichtig, die keine Aula hat und deshalb keinen geeigneten Ort, um die rund 320 Schüler zu versammeln.

Für Veranstaltungsstätten gelten aber andere Brandschutzbedingungen. Das Landratsamt erklärt, dass Turnhallen nur die Anforderungen der Bayerischen Bauordnung erfüllen müssen, für Veranstaltungsorte gibt es die weitergehende Versammlungsstättenverordnung. Bei Schulturnhallen gehe man davon aus, dass die Nutzer mit den Rettungswegen vertraut sind. Außerdem finden regelmäßig Probealarmierungen statt, die Lehrer sind entsprechend unterrichtet. „Bei einer Versammlungsstätte mit offenem Teilnehmerkreis kann dies nicht vorausgesetzt werden“, heißt es vom Landratsamt.

Neues Dach und neuer Boden

Stadtbaumeisterin Birgitta Neurohr erklärte in der Stadtratssitzung, was das bedeute: „Das Brandschutzkonzept enthält Maßnahmen, die gravierende Eingriffe wären.“ Da müsse man den Boden erneuern. Das stehe ohnehin in absehbarer Zeit an („das Parkett löst sich auf“), doch zusätzlich müsse man auch das Dachtragwerk ertüchtigen. Und das sei nur mit einem kompletten Abriss und Neubau der Decke möglich – mit dementsprechenden Kosten. Deshalb sollten die Räte über die Rücknahme des Antrags zur Nutzungsänderung abstimmen. Die Halle könne dann weiter für Schul- und Vereinssport genutzt werden. Zwar sei ein zweiter Fluchtweg nötig, die Kosten für den Wanddurchbruch und die Tür hielten sich mit etwa 6500 Euro aber im Rahmen. Sanierungen seien in nächster Zeit trotzdem nötig, erklärt Neurohr. Drängend seien neben dem Boden auch die Duschen und Umkleiden.

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Oder doch gleich eine Dreifachturnhalle?

Dieses „Klein-klein“ kritisiert Gerhard Frieß (FW). Man solle sich Gedanken machen, was man mit der alten Halle machen will. Vielleicht sei es sinnvoll, sie abzureißen und eine „ordentliche Dreifachturnhalle“ hinzustellen. Als Frieß das sagt, murmeln einige Räte, die wohl an den eben gehörten Haushaltszwischenbericht denken (Der Lauinger Haushaltsplan geht auf ). Frieß bekräftigt: „Wenn, dann macht man da etwas Gscheides hin!“

In der SPD-Fraktion sitzen mit Fraktionsvorsitzendem Markus Stuhler, Konrektor der Hyazinth-Wäckerle-Mittelschule, und Irmgard Daub, Konrektorin der Carolina-Frieß-Grundschule, gleich zwei Vertreter der betroffenen Schulen. Stuhler sagt, es sei dahingestellt, „ob gscheid jetzt neu machen oder sanieren heißt“. Er sehe jedoch nicht, wie man dort mehr als eine Halle hinstellen könne. „Bei mir im Pausenhof ist kein Platz.“

Die Grundschule braucht Platz

Eine neue städtische Dreifachturnhalle bezeichnet Zweiter Bürgermeister Dietmar Bulling als „illusorisch“ – wie solle man das finanzieren? Vielleicht sei so ein Projekt am Schulzentrum möglich, da könne man mit dem Landkreis etwas erreichen. Dem stimmt auch Claudia Stocker (FDP) zu, die einräumt: „Wünschenwert wäre so eine Dreifachturnhalle schon.“ Auf die Halle am Marienweg bezogen stimmt sie zum Teil Frieß Kritik an der kleinteiligen Sanierung zu: „Wir müssen das als Gesamtkonzept sehen“, betont sie. Frieß sagt, Pläne für eine Turnhalle des Landkreises am Schulzentrum würden immer wieder zurückgestellt, darauf warte man schon seit 2010. Ob eine Dreifachturnhalle am Marienweg oder anderswo entstehe, sei jedoch nicht entscheidend.

Dann meldet sich Irmgard Daub: „Die kleine Turnhalle am Marienweg ist unabdingbar“, sagt die Konrektorin der Grundschule. Schulsport sei sonst nicht möglich. Als Stadträtin verstehe sie, dass man den Antrag wegen der hohen Kosten zurückzieht. Doch das Problem der Grundschule bleibe bestehen: „Wir brauchen einen Versammlungsort.“ Die Entscheidung sei daher ein weiterer Grund, wieder über einen Umbau der Grundschule zu sprechen.

Nachdem sich Bürgermeisterin Katja Müller die Argumente angehört hat, fasst sie zusammen: Als Erstes müsse man den Änderungsantrag zurückziehen. Der Rat votiert einstimmig. Müller betont: „Weitere Planungen für die Halle werden kommen, da werden wir noch drüber reden.“

Was sonst noch im Lauinger Stadtrat los war:

Für Katja Müller beginnt die Stadtratsarbeit

Der Lauinger Haushaltsplan geht auf

Muss es in der Lauinger Innenstadt plötzlich schnell gehen?
(dazu der Kommentar: Förderungen: Lauingen braucht mehr Zeit )

In Lauingen mischt wieder ein Barfuß mit

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