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20.04.2015

Spot an auf die offene Behindertenarbeit im Landkreis

Die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit (OBA) feierte ihr 25-jähriges Bestehen. Mit im Bild ganz links die Leiterin Offene Hilfen bei der Lebenshilfe Dillingen, Antonie Mayer, daneben Dillingens Zweiter Bürgermeister Franz Jall (hinten). Von rechts im Bild die Dirigentin von der Band „Blas’ den Blues“, Ingrid Philipp, Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber, Landrat Leo Schrell, die bayerische Behindertenbeauftragte Irmgard Badura, Matthias Kandziora, stellvertretender Gesamtleiter von Regens Wagner, und seine Kollegin Gabriele Suckut, Leiterin Offene Hilfen. Mit auf der Bühne sind Schauspieler des Sketchs und Musiker von drei verschiedenen Bands.
Bild: Cordula Homann

 Eine außergewöhnliche Arbeitsgemeinschaft feierte ihr 25-jähriges Bestehen mit vielen Gästen, einem Raumschiff und einer musikalischen Premiere

Ein buntes Fest haben die Lebenshilfe und Regens Wagner am Freitagabend im Stadtsaal gefeiert, mit vielen Gästen, Luftballons und bunten Gummibändern. Der Anlass: Seit 25 Jahren arbeiten beide Einrichtungen in der Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit (OBA) im Landkreis eng zusammen. Damit bei diesem großen Fest Menschen mit und ohne Handicap miteinander Kontakt aufnahmen, bekam jeder Gast drei gleichfarbige Gummibänder und sollte mit anderen tauschen, bis er drei verschiedene hatte.

Landrat Leo Schrell bezeichnete die OBA als wesentliche Säule im System der bayerischen Behindertenhilfe, deren Grundprinzip es ist, die Fähigkeiten und Möglichkeiten behinderter Menschen so zu stärken, dass sie über ihr Leben selbst bestimmen und es selbst gestalten können. Das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ habe oberste Priorität. Immer mehr Menschen würden die Angebote der OBA im Landkreis nutzen und so die Familien entlasten. Mit Blumen bedankte er sich bei den beiden Organisatorinnen des Abends, Antonie Mayer, Leiterin der Offenen Hilfe bei der Lebenshilfe, und ihrer Kollegin Gabriele Suckut von Regens Wagner, dem Team, das nahezu von Anfang an die Geschicke der OBA leitet.

Die Festrede hielt die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Irmgard Badura. Sie zitierte Immanuel Kant, nach dem die Selbstbestimmung eine zentrale und unabdingbare Grundlage für selbstbestimmtes Leben ist. „Und gerade die Dienste der OBA habe diese wichtige Aufgabe, Selbstbestimmung zu ermöglichen.“ Auch Menschen mit mehrfachen Behinderungen, die intensiv betreut werden müssen, hätten einen Anspruch auf Zuspruch und Respekt, forderte Badura. Sie wünsche sich, dass sich Organisationen und Vereine noch mehr mit der OBA vernetzen. „Helfen Sie mit, dass mehr Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen. Das Ziel ist, dass Menschen mit Behinderungen selbst entscheiden können, wo und wie sie sich engagieren.“

In Vertretung von Oberbürgermeister Frank Kunz lobte Zweiter Bürgermeister Franz Jall den unerschöpflichen Ideenreichtum der OBA bei verschiedenen Aktionen für Menschen mit Behinderung und ihrer Umsetzung. Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber erinnerte auch an die vielen Ehrenamtlichen, die in der Arbeitsgemeinschaft mithelfen, und sprach ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott aus. „Bei der OBA wird nicht lange versprochen, sondern gebündelt angepackt und geholfen“, betonte der Geistliche Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, Rainer Remmele. Doch vieles, was dort geleistet werde, bliebe im Verborgenen. Deswegen, so Remmele, heiße es nun wie in den 70er Jahren in der Fernsehsendung „Disco“ mit Ilja Richter „Licht aus und Spot an“ auf die OBA.

Mit der Veranstaltung am Freitagabend begann ein ganzes Festjahr, betonte Johann Uhl, Geschäftsführer der Lebenshilfe in Vertretung des Ersten Vorsitzenden, Helmut Holland, und verwies auf weitere Veranstaltungen (siehe Infokasten).

Der Abend wurde von drei besonderen Bands umrahmt: Der Regens-Wagner-Band unter der Leitung von Michael Haffter, die an diesem Abend ihre Premiere feierte, der Band „Blas’ den Blues“, einem inklusiven Projekt von Lebenshilfe und Stadtkapelle Lauingen mit Dirigentin Ingrid Philipp, und der Schülerband der Regens-Wagner-Schule mit Ulrich Seybold. Einen Sketch gab’s auch noch, der sich rund um das Raumschiff „OBA-Prise“ drehte – zur Kommandantin wurde kurzerhand Ingrid Badura gekürt. Zum großen Finale regnete es noch bunte Luftballons auf die Gäste herab – bevor bei feinen Häppchen im Foyer die kommunikative Jagd nach bunten Gummibändern eröffnet wurde.

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