1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. THW Dillingen: So sieht gelebte Solidarität aus

Technisches Hilfswerk

08.12.2019

THW Dillingen: So sieht gelebte Solidarität aus

Ob Hochwasser, Verkehrsunfälle, Sturmschäden oder bei Bränden: Das Technische Hilfswerk ist bei Katastrophen gefordert. Das Bild zeigt den Einsatz nach einem Brand im Jakobstal vor wenigen Jahren.
Bild: Karl Aumiller

Plus Seit 50 Jahren gibt es das Technische Hilfswerk. Die Frauen und Männer setzen sich seither für ihre Mitmenschen ein. Sie sind bei schlimmen Katastrophen gefordert.

Als Marcus Deisler im Dillinger Stadtsaal die Diashow verfolgt, lacht er immer wieder mal laut auf. Er scherzt mit seiner Frau und seinen Freunden, dann werden sie wieder nachdenklich. Vor zehn Jahren kam der Gundelfinger zur Truppe, verpflichtete sich für sechs Jahre, um seinen Wehrersatzdienst abzuleisten. Dem Kfz-Mechaniker kam der alte A4 gerade recht, den er mit seinen Kameraden an vielen langen Abenden komplett zerlegt, fürs THW umlackiert und umgebaut hat. Deisler erinnert sich: „Da hab’ ich sofort Anschluss gehabt.“

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Das sagt der künftige THW-Präsident

Aus den sechs Jahren, die er wegen der Abschaffung der Wehrpflicht nicht einmal hätte durchziehen müssen, sind inzwischen zehn geworden. Heute ist er Kfz-Meister, ans Aufhören bei der THW denkt er nicht. Als Atemschutzträger, Kraftfahrer, Bootsführer, Führer der Logistik und Helfersprecher ist er voll eingebunden ins Team der über 50 aktiven Helferinnen und Helfer. Dazu kommen noch 45 Jugendliche. Am Samstagabend moderiert Marcus Deisler den vom Saxofonquartett der Musikschule musikalisch umrahmten Jubiläumsabend, außerdem hat er als einer von fünf Kameraden das Helferzeichen in Gold mit Kranz vom stellvertretenden Präsidenten der THW-Bundesanstalt Gerd Friedsam erhalten und erklärt den Gästen gleich zu Beginn: „Wir sind stolz, eine solch engagierte Truppe in Dillingen zu haben.“ Dem schließt sich Oberbürgermeister Frank Kunz an, der erst an Robert Krebs erinnert, den kürzlich verstorbenen stellvertretenden Ortsbeauftragten, der sich über 40 Jahre für seine Mitbürger eingesetzt hat. Kunz weiß, was die Stadt an den Helfern der THW hat: „Ihr habt vieles erlebt und durchlebt! Habt euch vorbildlich engagiert und für Menschen in Not eingesetzt.“

Sie engagieren sich beim THW für ihre Mitbürger und haben deshalb vom künftigen Präsidenten des THW-Bundesverbands Gerd Friedsam (links), Ortsbeauftragtem Hubert Preiß (Vierter von links) und Matthias Danzkow, Referatsleiter Ehrenamt und Ausbildung am Landesverband München, (rechts) ihre Auszeichnungen erhalten.
Bild: Brigitte Bunk

Ob in der Kernstadt, in den Stadtteilen und im gesamten Landkreis, oder wenn der Einsatzbefehl von der Regionalstelle in Ingolstadt kommt, in ganz Bayern und der Bundesrepublik oder auch im europäischen Ausland. Außerdem sorgen sie bei zahlreichen Festen und Veranstaltungen für die Sicherheit der Gäste und dazu für die Verpflegung und ein unterhaltsames Programm. Kompetenz, Verantwortung, Fürsorge und Hilfsbereitschaft nennt Kunz „die DNA des Dillinger THW“. Werte, die in der Jugendarbeit weitervermittelt werden. Dabei war die Lage am Anfang hoffnungslos, wie Ortsbeauftragter Hubert Preiß ins Jahr 1969 zurückblickend berichtet, als die THWler mit Schubkarren, Schaufeln, Bindeleim und Sandsäcken angefangen haben. Inzwischen hat der Ortsverband Fahrzeuge und Geräte in ausreichendem Umfang, 21 zeigen sie stolz auf dem Foto in der Jubiläumsbroschüre, und hoffen, dass sie auch in Zukunft genügend Männer und Frauen finden werden. Wichtig ist Preiß vor allem: „Ich danke allen Helfern, den Angehörigen und Arbeitgebern herzlich.“

THW Dillingen vermittelt auch tolle Jugendarbeit

Bernd Nicklaser, Vorsitzender des Helfervereins, erinnert an drei wichtige Daten: 14. November 1969, die Gründung des Ortsverbands, 6. Oktober 1985, als der Förderverein mit seiner Unterstützung begann, und 25. Juli 2011, als der Jugendverein startete. Er betont: „Formal sind dies drei eigenständige Einheiten, aber inhaltlich sind wir eins.“ Nicklaser dankt den Förderern aus Politik und Wirtschaft und übergibt das Wort an den künftigen THW-Präsident Gerd Friedsam.

Arnold Krebs (links) und Hermann Brenner sind seit 50 Jahren beim THW.
Bild: Brigitte Bunk


Der dankt den Führungskräften und Helfern für ihre Leistung, dafür, dass sie tagtäglich rund um die Uhr abrufbereit sind. Er verweist auf das THW-Heim in der Hans-Geiger-Straße, das durch die Größe und den Zuschnitt zukunftsfähig ist und dass die Ausstattung an Fahrzeugen und Geräten das Ergebnis der Leistungen sei, die ehrenamtlich erbracht werden. „Ohne dieses Engagement könnten wir vom THW uns nicht so weiterentwickeln.“ Landrat Leo Schrell führt aus, dass der Staat nicht alles leisten könne. „Wir brauchen Menschen wie Sie, die ihre fachliche Kompetenz einbringen, ihr Wissen und ihre Erfahrung mit anderen teilen und durch ihr ehrenamtliches Engagement praktische Solidarität zeigen.“ Dadurch sei jederzeit gewährleistet, dass der Kreis als Katastrophenschutzbehörde und die örtliche Einsatzleitung auf bestens geschulte und motivierte Kräfte mit hochwertiger technischer Ausrüstung zurückgreifen können. Ob bei Bränden, Verkehrsunfällen, Sturmschäden, Hochwasser oder anderen Katastrophen seien sie sowohl körperlich als psychisch gefordert. Was sie zusammenhält, sind die Kameradschaft und die Freundschaften. Wie bei Marcus Deisler und seinen Freunden.

Lesen Sie auch:

THW: Sie helfen bei Katastrophen

Was beim Wiederaufbau des Dillinger Rathauses geplant ist

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren