Newsticker

Söder warnt vor einer Lockerung der Corona-Regeln über Silvester
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Vom Irdischen zum Überirdischen

Segnung

05.11.2017

Vom Irdischen zum Überirdischen

An Allerheiligen wurde der Engel von Künstler Sándor Kecskeméti eingeweiht. Den Blick auf das Donautal gerichtet, soll er an die Verstorbenen auf dem Friedhof erinnern.
Bild: Peter Wieser

Auf dem Gundremminger Friedhof erinnert jetzt ein Engel an die Verstorbenen.

Im ganzen Landkreis versammelten sich am Mittwoch, an Allerheiligen, zahlreiche Gläubige, um ihrer verstorbenen Angehörigen zu gedenken; auch in Gundremmingen. Dort fand aber zugleich die Einweihung einer ganz besonderen Skulptur statt: Ein Engel aus Bronze, den Blick ins Donautal gerichtet und seine goldenfarbigen Flügel weit zum Abflug ausgespannt, erinnert nun an die dort bestatteten Verstorbenen. Er soll gleichzeitig aber auch das Aufsteigen in den Himmel zum Ausdruck bringen, so wie es der christliche Glaube vorgibt. Mit einem Bein steht er dabei auf der obersten Stufe des Sockels, mit dem anderen hat er diesen schon verlassen und bewegt sich, bereit zum Abflug, in Richtung des Überirdischen.

Mit der Neugestaltung des kirchlichen Friedhofs, aber auch dadurch, dass Gräber aufgelöst würden, hatte die Gemeinde Gundremmingen versprochen: Die Namen der dort beerdigten Verstorbenen dürfen nicht verloren gehen. Vor allem: Keine Art Kriegerdenkmal sollte daraus werden.

Im Sommer wurde erstmals ein Modell der jetzigen Skulptur vorgestellt. Die Entscheidung war sehr schnell gefallen. Am Sockel der von dem Künstler Sándor Kecskeméti geschaffenen Skulptur werden Schilder mit den Namen der auf dem Friedhof liegenden Verstorbenen angebracht werden, von denen ein Grabstein nicht mehr vorhanden ist.

Bevor Gundremmingens Pfarrer Richard Harlacher, der aus Mörslingen stammt, am Mittwoch die Gräber segnete, erteilte er zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Friedrich Martin auch dem Engel seinen Segen. Der Engel, gleichsam die Seele des Menschen, sei die Stufen schon hinaufgeschritten, so Pfarrer Harlacher. „Er ist der Übergang vom Irdischen zum Himmlischen.“ Er solle den Lebenden Heil und „wenn wir gestorben sind Heil und ewiges Leben bringen. Jeder soll sich in ihm wiederfinden können“, sagte Pfarrer Martin. Denn: Der Engel hat kein Gesicht. Ob Mann oder Frau, jeder soll seine eigene Beziehung zu ihm aufbauen können – zusammen mit der Sehnsucht nach Sonne, dem Licht, dem Himmel und der Herrlichkeit.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren