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Wertingen

07.12.2018

Wertingen wächst im Landkreis am stärksten

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Wertingen wächst im Landkreis am stärksten.
Bild: Bärbel Schoen

Willy Lehmeier spricht bei  den Genossen: Wohnungsnot, Verkehrsbelastung und Krankenhaus sind Brennpunkte. Warum ab 2019 Blitzgeräte kommen.

Schwebte noch vor wenigen Jahren die demographische Entwicklung wie ein Damoklesschwert über Wertingen, sieht die Zukunft der Stadt heute rosig aus. „Wertingen blutet nicht aus“, sagte Bürgermeister Willy Lehmeier bei der Jahreshauptversammlung der SPD. Er war erstmals von den Genossen eingeladen, als Referent über die „Stadt mit Zukunft“ zu sprechen. Er hatte den SPD-Mitgliedern viele Zahlen mitgebracht, wie beispielsweise über die Geburten: Über 80 Neugeborene verzeichnet die Stadt bis dato – so viele wie lange nicht mehr. Im Vergleich zu anderen Landkreisstädten und Kommunen wachse Wertingens Bevölkerung am stärksten.

Der Zuwachs sei zwar zu begrüßen, doch stelle er die Stadt gleichzeitig vor große Herausforderungen. Die Kindergartenplätze reichten schon heute nicht mehr aus. Ein neuer Kindergarten soll deshalb im nächsten Jahr entstehen. Warum die Verantwortlichen nicht vorausschauend gleich größer planten, werde immer wieder gefragt. Lehmeier dazu: „Ja, wir hinken bei der Bedarfsdeckung stets hinterher.“ Der Grund seien die Zuschüsse der Regierung, die jeweils nur für den berechneten Bedarf flössen.

Insgesamt habe Wertingen für das ausgehende Jahr 8,2 Millionen investiert. Das meiste Geld wurde für Brandschutzmaßnahmen und für Schulsanierungen ausgegeben. Für die im Moment viel diskutierte Digitalisierung stellt die Stadt den Bildungseinrichtungen jährlich bis zu 150000 Euro zur Verfügung. Und auch bei Kirchensanierungen beteiligt sie sich jeweils mit zehn Prozent an den Kosten.

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Die Verkehrssituation in der Innenstadt sei nach wie vor „katastrophal“, bestätigte Lehmeier dem SPD-Mitglied Bernd Kneuse. Dieser hatte angeregt, Sicherheitsstreifen für Radfahrer zu markieren wie sie bereits an vielen anderen bayerischen Städten zu sehen sind. Lehmeier sieht in der künftigen Nordost-Tangente, die ab 2019 umgesetzt werden soll, eine Entlastung der Innenstadt. Gleichzeitig wollen sich die Verantwortlichen im Rathaus Gedanken über eine Westtangente beim Friedhof machen, um den Durchgangsverkehr in der Bert-Brecht-Straße einzudämmen. Um eine dauerhafte Kontrolle des fließenden Verkehrs werde die Stadt nicht umhin kommen, kündigte Lehmeier Disziplinierungsmaßnahmen an.

Ab kommendem Jahr sollen Blitzer in Wertingen und in den Ortsteilen für mehr Sicherheit sorgen. „Es hilft nichts anderes mehr.“

Beim Thema Wohnungsnot traf Willy Lehmeier den Nerv der Genossen besonders. Die Leerstände seien zwar relativ gering, was wohl an der Vermittlerrolle der Stadt liege. Sie führt Verkäufer und Investoren zusammen. Als Beispiel nannte er ein Gebäude, das früher das griechische Restaurant „Athen“ beherbergte. Hier wird eine „vernünftige Nutzung“ angestrebt.

Ein Dorn im Auge stellten für Lehmeier die vielen freien Bauplätze im Stadtgebiet dar, 93 an der Zahl. Hier appellierte das Stadtoberhaupt an die Solidarität der Eigentümer, den „Grund und Boden endlich zu bewirtschaften“. Schließlich habe Wertingen mit der Schaffung einer Infrastruktur für einen Mehrwert gesorgt. Die Nachfrage nach Bauland sei riesengroß. Aktuell hätten sich 150 Interessenten für 15 Bauplätze am Geißberg in Gottmannshofen beworben.

„Wie sicher ist unser Krankenhaus?“, wollte Otto Horntrich wissen. Die medizinische Einrichtung sei für Wertingen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Die Stadt steht und fällt mit unserem Krankenhaus.“ Der Kreistag kämpfe nach wie vor um beide Kliniken. „Wir hoffen, dass die Regularien aber bald ein Ende haben“, sprach Lehmeier von zunehmenden Kosten, die jährlich durch immer höher werdende Auflagen der Krankenkassen und des Bundes entstünden. Eine Prognose für die Zukunft wagte Lehmeier deshalb nicht.

Die Informationen vom Dienstagabend will der SPD-Ortsverein jetzt dazu nutzen, sein Programm für die 2020 stattfindenden Kommunalwahlen auszuarbeiten. Die zehn neuen Wohnungen, die die Baugenossenschaft in der Kanalstraße bauen will, seien beispielsweise bei weitem nicht ausreichend.

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