Newsticker
Notfallzulassung für Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Wieso Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller gern eine Glaskugel hätte

Lauingen

27.09.2020

Wieso Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller gern eine Glaskugel hätte

Seit zwei Jahren ist Katja Müller nun schon Bürgermeisterin von Lauingen. Im Interview spricht sie unter anderem über die Haushaltskonsolidierung und ein Projekt, das nur wenig Aufmerksamkeit erhält.
Bild: Jonathan Mayer

Plus Bürgermeisterin Katja Müller spricht im Interview über die Aussichten auf eine weitere Finanzspritze für Lauingen, eine Lösung für den Streit ums Kneippbecken und, warum sie aus einem Ortsteil einen ganzen Aufgabenkatalog erhalten hat.

Frau Müller, Sie kommen frisch aus dem Urlaub. Wie war’s?

Katja Müller: Entspannend. Das habe ich gebraucht. Ich war zum Schluss dann doch sehr am Limit. Aber ich habe mich gut erholt.

Wie haben Sie denn die Nachricht aufgenommen, dass der Fasching nicht stattfinden wird?

Katja Müller: Ich hatte Gänsehaut! Das ist sehr schade! Der Fasching gehört einfach dazu. Da steckt immer sehr viel Herzblut aller Beteiligten drin.

Das Coronavirus bleibt Thema – und belastet auch die Stadtkasse.

Katja Müller: Ja. Aber wir kriegen einen Teil der fehlenden Gewerbesteuereinnahmen erstattet. Wie viel das ausmacht, kann ich noch nicht sagen. Das berechnen wir gerade noch. Wir haben auch Maßnahmen, die wir wegen Corona nicht umsetzen konnten. Wir müssen nun genau aufstellen, welche Einnahmen wir noch abrufen können und was wir uns eingespart haben, weil wir die Maßnahmen nicht umsetzen konnten.

Das neue Verkehrskonzept für Lauingen steht noch nicht

Im März wurde ein neuer Stadtrat gewählt. Wie läuft die Arbeit aus Ihrer Sicht jetzt, ein halbes Jahr später?

Katja Müller: Gut. Es kommen viele neue Ideen rein. Und alles ist so frisch und lebendig. Immerhin ist auch die Hälfte der Räte neu. Die Klausurtagung in Thierhaupten hat dazu beigetragen, uns alle auf eine gute Linie zu bringen und über die Parteigrenzen hinaus zu überlegen, wofür wir stehen und welche Richtung wir uns geben wollen. Ich hatte es mir Parteipolitischer vorgestellt.

Wann darf die Bevölkerung mit Ergebnissen aus der Klausurtagung rechnen?

Katja Müller: Das kann ich noch nicht genau sagen. Wir haben uns in der Klausurtagung darauf verständigt, die Inhalte vorerst nicht-öffentlich zu belassen. Wir wollen uns aber Zug um Zug Themen raussuchen, die wir dann umsetzen. Allerdings möchte ich schon bald an die Öffentlichkeit gehen, etwa beim Thema Verkehrsgutachten für die Herzog-Georg-Straße oder der Weiterentwicklung der Innenstadt.

Das heißt, es wird noch dauern, bis ein neues Verkehrskonzept für die Innenstadt kommt?

Katja Müller: Ja. Wir haben parallel auch noch ein Parkraumgutachten beauftragt, das den Bedarf ermitteln soll. Da warten wir noch auf das Ergebnis. Aber wenn wir das haben, werden wir die Ergebnisse in einer öffentlichen Stadtratssitzung vorstellen.

Wird Lauingen nochmal eine Finanzspritze erhalten?

Im vergangenen Jahr hat die Stadt im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 1,8 Millionen Euro bekommen. Wie sehen Sie die Chancen, dass auch heuer wieder Geld fließt?

Katja Müller: Da hätte ich gern eine Glaskugel (lacht). Das lässt sich nicht sagen, auch weil wir ja die Corona-Hilfen bekommen. Die Frage ist, ob diese unseren Haushalt besser oder schlechter machen. Es ist so: Man stellt den Antrag auf Konsolidierung im Mai und dann dauert das bis Oktober. Solange weiß man nicht, ob man sich konform verhält oder nicht.

Im August formierten sich einige Lauinger Bürger, um für den Erhalt des Kneippbeckens zu kämpfen, das im Zuge der Donauufersanierung entfernt werden soll. Wie geht es da weiter?

Katja Müller: Nach meinem Urlaub haben sich Herr Winkler vom Kneippverein, die Stadt vertreten durch mich und unseren Zweiten Bürgermeister Albert Kaiser sowie die Regierung von Schwaben, Herr Hofmockel und die Städtebau, Herr Wild, zu einem Ortstermin getroffen und nochmals vor Ort das Donauufer besichtigt. Herr Hofmockel, hat dabei klar gemacht, dass am Donauufer aufgrund der vorangeschrittenen Planungen keine Kneippanlage möglich ist. Allerdings möchte er eine mögliche Neuerrichtung unterstützen und fördern. Wir sind alle mit einem guten Gefühl auseinandergegangen – und dem Auftrag, hier einen anderen geeigneten Standort flussaufwärts zu finden.

Vor einigen Wochen haben Sie die teils beleidigenden Kommentare in der Lauingen-App angemahnt. Hat sich der Umgang dort aus Ihrer Sicht gebessert?

Katja Müller: Die Diskussionen verlagern sich immer wieder auf soziale Netzwerke. Entsprechend ist es in der App ruhiger geworden. Wobei ich glaube, dass das daran liegt, dass die Probleme derzeit nicht so hochkochen. Die Johannesstraße war ja ein ganz heißes Thema in den Diskussionen. Das gehen wir jetzt an.

Die Stadtteile sollen schöner werden

Geht es mit der Brandruine dort denn bald vorwärts?

Katja Müller: Nein. Es gab mal Interessenten für das Gebäude. Aber wir wissen nicht, ob da was zustande kommt. Das Landratsamt sagt nach wie vor, dass die nötigen Sicherungsmaßnahmen erledigt sind. Mehr können wir aktuell nicht tun. Ich warte jetzt halt, bis irgendwann der Giebel einstürzt.

Die Bürger aus Veitriedhausen und Frauenriedhausen sollen im Rahmen des interkommunalen ländlichen Entwicklungskonzepts, das Lauingen gemeinsam mit Haunsheim angeht, Vorschläge zur Verschönerung der Stadtteile liefern. Wie waren da bisher die Rückmeldungen?

Katja Müller: Ich habe aus Veitriedhausen schon einen ganzen Katalog mit Plänen und Zeichnungen bekommen: Da steht der Dorfplatz drauf, das Vereinsheim, die Ortsdurchfahrt und einiges mehr. Das freut mich wirklich, denn da haben sich die Bürger gute Gedanken gemacht. Von Frauenriedhausen haben wir noch nichts bekommen. Aber es ist auch noch etwas Zeit. Und dann müssen wir noch schauen, was in Haunsheim rauskommt. Ich bin mir sicher, dass man da einige Maßnahmen miteinander verknüpfen kann.

Gibt es denn Projekte, die Ihrer Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommen?

Katja Müller: Mir fällt da spontan nur der Hochwasserschutz am Zwergbach ein, aber da sind wir auch noch nicht so weit. Wenn die oberen Gemeinden da nichts tun, schwämmt das Wasser ungebremst nach Lauingen und Dillingen.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren