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Energie

20.09.2013

Windräder auf weißen Flächen

Wo könnten sich künftig Windräder drehen? Diese Frage soll auch das Kapitel Windkraft des Regionalplans klären. Derzeit gibt es in Zöschingen einen Windpark.
Bild: Ott

Im Regionalplan sollen die Ausschlussflächen verringert werden. Kommunen gefordert

Landkreis Es war das Thema in den Stadt- und Gemeinderäten im Landkreis Dillingen im vergangenen Jahr: die Windkraft. Denn die Kommunen waren aufgefordert, eine Stellungnahme für einen neuen Regionalplan abzugeben. Darin ist bislang festgelegt, wo es Ausschlussgebiete, weiße Flächen oder Vorranggebiete für Windräder gibt. So wurde diskutiert, gestritten und beschlossen. Und viele Kommunen haben zwar Flächen für die Windkraft ausgewiesen, doch der Rest der Gemarkung sollte ihrem Willen nach Ausschlussgebiet werden. Doch die Planung des Regionalverbandes sieht derzeit anders aus.

Marion Koppe ist die Geschäftsführerin des regionalen Planungsverbandes. Sie sagt, dass der Vorwurf an den jetzigen Regionalplan sei, dass er der Windkraft nur wenig Raum biete. Deshalb werde jetzt ein neuer beschlossen. Darin sollen Landschaftsschutzgebiete nicht mehr automatisch Ausschlussflächen sein. Grundsätzlich gelte: Einen Ausschluss gebe es nur, wenn massive fachliche Gründe dagegen stünden. Das bedeutet konkret: Im neuen Plan wird es nach aktuellem Stand viele sogenannte weiße Flächen geben. Gibt es keine gemeindliche Planung, dann könnten Investoren zukünftig dort gute Chancen haben. Denn ein Windrad ist ein privilegiertes Bauvorhaben.

Beschlossen ist der Regionalplan noch nicht, doch die Stadt Lauingen hat schon erste Vorbereitungen getroffen, wie Bürgermeister Wolfgang Schenk sagt. Derzeit sieht der Regionalplan für die Herzogstadt nämlich so aus: eine Vorrangfläche, der Rest weiße Fläche. „Wenn die Vorschriften erfüllt sind, kann jeder ein Windrad hinstellen, wo es ihm gefällt“, so der Bürgermeister. Keine Option für Schenk, der mit seinen Ratskollegen bereits drei Gebiete für Windkraft vorgeschlagen hat. Deshalb habe man jetzt einem Planungsbüro einen Auftrag erteilt, ein Flächennutzungsplan soll aufgestellt werden. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Äußerungen der Kommunen mehr berücksichtigt werden.“

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Auch in Gundelfingen will man Experten mit einem gesamträumlichen Konzept beauftragen. Bürgermeister Franz Kukla betont: „Ich bin kein Gegner von Windkraft.“ Aus seiner Sicht sind die Anlagen in Sachen Energiewende sogar die bessere Alternative. Doch mit einem Hoppla-Hop-Verfahren könne man nichts erreichen. Bislang hatte die Gärtnerstadt keine Vorranggebiete. Der Bürgermeister will mitgestalten, eine fundierte Untersuchung und eine Diskussion mit der Öffentlichkeit. In Dillingen war bei einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung im Stadtsaal über die Standorte für Windkraft debattiert worden. Der Stadtrat hatte schließlich einen Standort im Süden an der Grenze zu Holzheim vorgeschlagen. Oberbürgermeister Frank Kunz: „Der Wille der Bürger kam damals eindeutig zum Ausdruck und wurde vom Stadtrat eins zu eins umgesetzt.“ Der Rest der Fläche sollte Ausschlussgebiet sein. Daran wolle man festhalten, so Sprecher Jan Koenen. Hildegard Wanner, Bürgermeisterin der Stadt Höchstädt und Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetages, sagt, grundsätzlich liege die Planungshoheit auch in Sachen Windenergie bei den Gemeinden. Wenn der Regionale Planungsverband ausgedehnte weiße Flächen ausweisen werde, könne jeder Investor in diesen Bereichen einen Bauantrag stellen, da Windräder privilegiert seien: „Um einer „Verspargelung“ ihrer Landschaft entgegenzuwirken, können die Gemeinden „Sachbezogene Teilnutzungspläne aufstellen, um Windkraftkonzentrationsflächen auszuweisen.“

Landrat Leo Schrell betont, die Dillinger Kommunen seien im Regionalen Planungsverband schon einen Schritt voraus, hätten sich mit dem Thema bereits beschäftigt und Flächen festgelegt. Die anderen Gemeinden und Städte im Verband hätten das noch nicht getan. Genau deshalb wolle die Mehrheit nun zunächst weiße Flächen, um dann eine eigene Planung zu machen und gegebenenfalls Konzentrationsflächen ausweisen können – beispielsweise auch in Landschaftsschutzgebieten. Zwar sei das leider anders als geplant, so Schrell, doch bei einem demokratischen Prozess entscheide nun die Mehrheit. "Kommentar

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