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Lauingen

27.08.2020

Wirtschaftsvereinigung Lauingen: Neuanfang statt Auflösung

Die Wirtschaftsvereinigung Lauingen wählte einen neuen Vorstand. Auf dem Foto: (vorne sitzend von links) Joachim Powalowski, ehemaliger 1. Vorsitzender, und Udo Dankesreiter, neuer 1. Vorsitzender; (zweite Reihe) Albert Kaiser, 2. Bürgermeister der Stadt Lauingen, Martina Kurkowski, neue Schriftführerin, Hans-Joachim „Joe“ Kurkowski, neuer 2. Vorsitzender und (hinten) Christoph Steur, kommissarischer Schatzmeister.
Bild: Bianca Herker

Plus Die Wirtschaftsvereinigung Lauingen wählt einen neuen Vorstand und bekräftigt ihren Willen zum Weitermachen.

Draußen tost Sturmtief Kirsten, drinnen weht der Wind der Veränderung. Die Wirtschaftsvereinigung (WV) Lauingen trifft sich im Restaurant Lodner zur Mitgliederversammlung. Punkt acht der Tagesordnung: Neuwahlen oder Antrag auf Auflösung.

Wirtschaftsvereinigung Lauingen erwartet Kündigungen

Joachim Powalowski, 1. Vorsitzender, erinnert in seiner Rückschau an vergangene Aktionen, wie den Weihnachtsmarkt und die diesjährige Wirtschafts-, Informations- und Regionalausstellung WIR im März, bei der sich die WV Lauingen mit 14 Firmen in der Halle H präsentierte. Höhepunkte seien die Modellbahn der Firma KM1 und der Indoor-Pool zum Stand-up-Paddling des Lauinger Ruder- und Surfclubs gewesen.

Er zeichnet aber auch ein ernstes Bild der Lage, gekennzeichnet durch eine sinkende Mitgliederzahl, eingestellte Aktionen, Resignation statt Motivation und personelle Ausfälle im Vorstand. „Es gab schon erfreulichere Jahre“, betont Joachim Powalowski. „Wir stellen den Verein heute auf den Prüfstand.“

Zum Ende des Jahres erwartet die WV einige weitere Kündigungen, größtenteils aufgrund von Geschäftsaufgaben. Vier Posten im Vorstandsteam müssten bei den Neuwahlen der Versammlung neu besetzt werden. Bei einer Umfrage im Juni 2019, bei der 20 der 70 Mitglieder teilgenommen haben, stimmten 35 Prozent für den Erhalt der WV, 35 Prozent gegen den Fortbestand, 30 Prozent enthielten sich.

Mitglieder wollen Wirtschaftsvereinigung Lauingen nicht aufgeben

Was tun? Für Udo Dankesreiter, Inhaber der gleichnamigen Fahrschule mit Standorten in Lauingen, Gundelfingen und Dillingen, keine Frage: „Ich bin gebürtiger Lauinger. Ich habe die Entwicklungen der letzten Jahre verfolgt und mir Gedanken gemacht.“ Das Ergebnis seiner Überlegungen war die Bereitschaft, sich als 1. Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Lauingen zu bewerben und mit einer schlagkräftigen Gruppe einen Neuanfang zu wagen. Die gleiche Einstellung herrscht in der Familie Kurkowski. Hans-Joachim Kurkowski engagiert sich schon lange für die WV. Er betont: „Es kann nicht sein, dass wir so einen alten Verein sterben lassen.“ Die WV wurde 1881 als Gewerbeverein gegründet. Seine Schwiegertochter Martina Kurkowski, als selbstständige persönliche Reiseberaterin zukünftig neues Mitglied der WV, stimmt dem zu.

Und so gibt es an diesem Abend statt Auflösung eine Neuwahl, die für die Wirtschaftsvereinigung ein wichtiger Impuls für die Zukunft sein könnte. Einstimmig wählt die Versammlung Udo Dankesreiter zum 1. Vorsitzenden, Hans-Joachim „Joe“ Kurkowski zum 2. Vorsitzenden und Martina Kurkowski zur Schriftführerin.

Lediglich das Amt des Schatzmeisters bleibt aktuell nur kommissarisch für ein weiteres Jahr bei Christoph Steur, der den Vorstandsposten aufgrund eines beruflichen Ortswechsels nicht mehr ausüben kann. Udo Dankesreiter freut sich über die Wahl und stimmt die Mitglieder ein: „Schauen wir, dass wir vorankommen!“ Damit endet an diesem Abend die lange Amtszeit von Joachim Powalowski, der sich über den Ausgang erleichtert zeigt. Albert Kaiser, 2. Bürgermeister der Stadt Lauingen, übergibt ein Präsent als Dankeschön für sein jahrzehntelanges Engagement für Lauingen.

Neuer Vorstand nimmt Arbeit der Wirtschaftsvereinigung Lauingen auf

Der neue Vorstand geht nun mit frischen Ideen und motiviert ans Werk. Zumal der bisherige Vorstand an der Versammlung nach dem Bericht von Kassenprüfer Albert Kaiser und Roland Brenner einstimmig entlastet wurde und die Auflösung der Werbegemeinschaft und deren Einbindung in die Wirtschaftsvereinigung rechtlich korrekt abgewickelt und erledigt ist. Der neue Vorstand bekräftigt nach der Wahl seien Willen zur konstruktiven Zusammenarbeit mit der Stadt Lauingen und ebenso mit der Wirtschaftsinitiative Lauingen.

Grüße von Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller überbringt an diesem Abend ihr Stellvertreter Albert Kaiser. Er fungiert zudem als Wahlleiter und zeigt sich ebenfalls erleichtert über den Ausgang der Versammlung. Mit dem neuen Vorstand teilt er die Zuversicht, denn wie er betont, sei Lauingen auf einem sehr guten Weg. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Einwohnerzahl. Mehr als 11.000 Menschen leben in Lauingen, durch neue Baugebiete erwartet die Gemeinde weiteren Zuwachs. Kaiser erinnert die Versammlung an erfolgreiche Projekte und Aktionen, wie die Aufwertung des Luitpoldhains mit Bachlandschaft und Naturtretbecken (wir berichteten).

Die Stadtverwaltung legt aktuell einen Schwerpunkt auf die Sanierung und Renovierung der Innenstadt und der Herzog-Georg-Straße. Zudem tut sich vieles im Bereich Donauufer. Kaiser betont: „Es wird hier ein Naherholungsgebiet geschaffen, das seinesgleichen sucht.“

Die Stadtverwaltung tue zudem ihr Möglichstes, um die Wirtschaftsvereinigung zu unterstützen. Er gibt jedoch zu bedenken: „Wir befinden uns im Wandel. Wir werden nicht mehr die Einkaufsstadt sein. Wir werden eine Wohnstadt.“ Eine Herausforderung für alle, denn „es werden viele gefordert sein, aber es wird vorangehen. Ich bin absolut fest überzeugt: Es wird in den nächsten Jahren ein stetiges Bergauf für Lauingen sein.“

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