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09.06.2009

Zoff um neuen Hühnerstall

Lauingen Peter Prix will bis zum Äußersten gehen. Und auch seine Mitstreiter nicken zustimmend. Wenn nötig soll ein Gericht entscheiden, ob Nachbar Vitus Kleinle einen neuen Hühnerstall für 6000 Tiere bauen darf. Doch auch der Landwirt glaubt, vor einem Richter Recht zu bekommen: "Ich denke, dass die Einwände der Nachbarn nicht berechtigt sind."

Noch ist es allerdings nicht soweit. Bislang hat nur der Bauausschuss des Stadtrates Lauingen über den Antrag von Kleinle beraten - und seine Zustimmung signalisiert (wir berichteten). Der Landwirt will auf seinem Hof einen neuen Stall errichten. Rund 450 Quadratmeter soll er groß und etwa drei Meter hoch werden, sagt Kleinle. Der Mist werde darin einmal pro Woche via Förderband abgeführt und in einer Biogasanlage zur Energieerzeugung genutzt. Derzeit hält der Landwirt bis zu 1000 Hühner.

Den Nachbarn Rosi und Peter Prix, Uwe Kleinle, Hans Kraus und Jürgen Spielberger ist der neue Stall ein Dorn im Auge. Und zwar aus folgenden Gründen: Sie befürchten einen Verlust der Lebensqualität, üblen Gestank sowie Gesundheitsschäden durch Feinstaubbelästigung, Viren oder Krankheitserreger. Zudem verändere der Ausstoß von Ammoniak das Pflanzenwachstum in den Gärten.

Die Häuser der Nachbarn stehen in einem Abstand zwischen rund

Zoff um neuen Hühnerstall

35 und 60 Metern zum Bauernhof. Prix befürchtet zudem einen Wertverlust für seine Immobilie. Sein Sohn wohnt in Ruhpolding. Und wen der wolle, dass seine Eltern zu ihm ziehen, dann könne man das Haus in unmittelbarer Nähe zu einem großen Hühnerstall nur mehr für die Hälfte verkaufen. Zudem: "Wir waren zuerst da." 1933 bauten die Eltern von Rosi Prix in der Donauvorstadt. "Deshalb haben wir auch Bestandsrecht."

Sorge um Lebensqualität

Jürgen Spielberger besitzt einen Garten in der unmittelbaren Nachbarschaft: "Es geht um die Lebensqualität." Viele Menschen hielten sich das ganze Wochenende in den Gärten der Donauvorstadt auf. Sollte der Stall kommen, wäre das für die Nachbarn eine Belästigung der Allgemeinheit.

Kleinle dagegen geht es darum, die Zukunft seines landwirtschaftlichen Betriebes zu sichern. Bei der Hofvermarktung erziele man einen guten Absatz mit Eiern - deshalb wolle man sich auf diesem Gebiet weiter entwickeln. Die Kunden kämen aus der gesamten Umgebung zu ihm - Hofvermarktung könne man eben nicht "in der Pampa" machen. In der Vergangenheit hat Kleinle 40 Milchkühe gehalten: "Da gibt es eine viel größere Geruchsbelastung als bei Hühnern." Und: Vor 50 Jahren sind Kleinles Schwiegereltern aus der Stadt in die Donauvorstadt gezogen, um Nachbarn Emissionen zu ersparen. Der Hof liege im Außenbereich - die Landwirtschaft habe hier Privilegien.

Das will Prix so nicht hinnehmen: "Mir geht es darum, dass normale Bürger nicht der Willkür der Bauern ausgesetzt sind."

Über eine Genehmigung für den Bau entscheidet zunächst das Landratsamt in Dillingen.

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