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Fußball

22.02.2021

Fusion im Bachtal: Aus drei Fußballvereinen wird einer

Ein Vereinswappen hat die neu gegründete SG Bachtal schon.
Bild: sbg

Plus Blick in die Vereine: Kicker aus Landshausen, Altenberg und Staufen schließen sich zur SpVgg Bachtal zusammen. Wo die Spieler künftig ihre Kickschuhe schnüren.

Die Fußballer der drei Bachtal-Vereine Eintracht Landshausen, SV Altenberg und Eintracht Staufen haben am Samstag einen neuen Verein gegründet: die SpVgg Bachtal. Schon zur nächsten Saison 2021/22 wird unter dem neuen Coach Roland Häge gekickt. Die Frage ist nur, an welchem Ort und in welcher Liga.

Mit der Spielvereinigung Bachtal wollen die Fußballer in der Bachtalgemeinde Syrgenstein ihren Sport neu beleben. Jetzt fanden die Planungen ihr Ende und der neue Verein SpVgg Bachtal ist ins Leben gerufen. Allerdings bleibt noch offen, an welchem Spielort ab Sommer die Kickstiefel geschnürt werden? Hier ist angestrebt, dass man auf jedem der drei Sportgelände im halbjährlichen Wechsel auflaufen soll. Wo zuerst, das ist noch zu klären. Ob dann im Liga-Betrieb des Württembergischen Fußball-Verbands oder beim Bayerischen Fußball-Verband gekickt wird, steht ebenfalls noch nicht fest. Der SV Altenberg nimmt aktuell einen hinteren Rang der WFV-Kreisliga A/III ein, die Eintracht Staufen kickt in der WFV-Kreisliga B/V vorne mit. Die Eintracht aus Landshausen ist im hinteren Tabellendrittel der BFV-Kreisklasse West II unterwegs.

Die drei Stammvereine haben sich auf die Fahne geschrieben, die Kräfte in den Fußballabteilungen zu bündeln, da die Anzahl der Spieler von Jahr zu Jahr geringer wird. Dafür haben sich der SV Altenberg, die Eintracht Landshausen und die Eintracht Staufen zusammengesetzt. Der Plan der Vereinsgründung reifte über Monate hinweg. Trotz Corona-Pandemie hat man sich nun dazu entschlossen, diesen Schritt zu gehen. Es wurden vorab 15 Sitzungen in Präsenz und online abgehalten, für die Gründungsversammlung traf man sich am Samstag online via Zoom.

"Historisches Ereignis" im Bachtal

Dabei wurden alle Anwesenden durch den Versammlungsleiter Matthias Ackermann begrüßt. Danach wandte sich Bürgermeisterin Mirjam Steiner mit einem Grußwort an die Teilnehmenden und sprach von einem „historischen Ereignis“. Sie bedankte sich bei allen, welche sich bei zahlreichen Sitzungen mit sehr viel Herzblut engagiert haben. Ackermann erinnerte an die Anfänge der Fusions-Überlegungen. Zunächst hatten sich die Spielführer der drei Vereine getroffen und waren schnell zu dem Entschluss gekommen, dass für die Zukunft ein Zusammenschluss unausweichlich sei.

Am 16. Mai 2020 wurde der erste Grundstein für weitere Gespräche gelegt, indem alle drei Patenvereine dem Vorhaben zugestimmt haben. Ziel war von Anfang an, eine Plattform zu schaffen, den Fußball im Bachtal wieder attraktiver und nachhaltiger gestalten zu können. Hier gab es nur zwei interessante Modelle: Entweder eine SG zu bilden oder einen neuen Verein zu gründen. Nach Abwägung der beiden Möglichkeiten war letztendlich schnell der Entschluss gefallen, einen neuen Verein ins Leben zu rufen.

Auf Dauer zu wenig Nachwuchs

Die Frage „Warum gerade jetzt?“ erläuterte Matthias Ackermann bei der Online-Sitzung: Bei den bestehenden Mannschaften steige das Alter im Durchschnitt auf um die 30 Jahre. Die zweiten Mannschaften sind immer schwerer zu besetzen. „Wir bekommen bei allen drei Vereinen bis zur Saison 2024/25 nur sechs Spieler aus dem Jugendbereich für die Senioren. Das wäre ein Sterben auf Raten aller Vereine, und das wird durch den Zusammenschluss verhindert“, berichtet Ackermann, selbst Spieler der Eintracht.

Außerdem wurde ein Finanzierungskonzept ausgearbeitet, mit dem auch das Überleben der Patenvereine gesichert ist. Es sollen die Kosten gesenkt werden, da durch die Fusion weniger Ausgaben anfallen, etwa für Schiedsrichter oder Trainer. Der Fußball trage sich heute nicht mehr von allein und ist von anderen Einnahmen oder anderen Abteilungen abhängig. Bei den Fußballern der drei Bachtal-Vereine stünden jährlich 65000 Euro Ausgaben auf der Gegenseite nur 54000 Einnahmen gegenüber. Hier sollen durch Synergieeffekte die Ausgaben um bis zu 16000 Euro gesenkt werden.

Ackermann ist SGB-Vorsitzender

Als weiterer Tagesordnungspunkt wurde von Frank Lanzinger die Satzung verlesen. Roland Geipel stellte den Gründungs- und Übertragungsvertrag vor. Im Anschluss wurden Satzung, Beitrags- und Finanzordnung ordnungsgemäß verabschiedet. Vor den Neuwahlen bedankte sich Wahlleiterin Bürgermeisterin Steiner bei allen, die sich für ein Amt zur Verfügung stellen. Gewählt wurden Matthias Ackermann zum Vorsitzenden, Christoph Burkhard zum Zweiten Vorsitzenden, Frank Lanzinger zum Dritten Vorsitzenden sowie Bernt Schirrmacher als Schatzmeister, Ramona Römer als Schriftführerin und insgesamt acht Beisitzer. Steiner bedankte sich bei der vollständig gewählten Vorstandschaft, freut sich auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren und sicherte die Unterstützung der VG Syrgenstein zu. Anschließend wurde der Gründungs- und Übertragungsvertrag von den drei Vorständen Thomas Römer (Eintracht Staufen), Roland Geipel (SV Altenberg) und Frank Tetz (Eintracht Landshausen) vor laufender Kamera unterzeichnet.

Schließlich wurde auch der neue Trainer der SpVgg Bachtal, Roland Häge, vorgestellt. Der 51-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und trainiert aktuell beim Bezirksligisten SC Hermaringen. „Ich freue mich auf die Aufgabe. Ich wollte eigentlich ein Sabbatjahr einlegen, allerdings konnten mich die Ehrlichkeit und das Engagement des neu gegründeten Vereins überzeugen“, so Roland Häge. Matthias Ackermann richtete sich mit dem Schlusswort an alle Teilnehmer und freute sich über die SG-Gründung als „Meilenstein“ im Bachtal.

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