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Fitness

22.01.2021

Panoramawege im Unterliezheimer Forst

Selbst bei Schnee und Eis sind die Waldwege im Unterliezheimer Forst für Sportler ein beliebtes Terrain.
4 Bilder
Selbst bei Schnee und Eis sind die Waldwege im Unterliezheimer Forst für Sportler ein beliebtes Terrain.
Foto: her/pöl

Plus Serie: Auf dem „Grenzweg“ und der Strecke „Sagenhaft“ kommt man auch auf schneebedecktem Untergrund gut voran. Nach knapp zehn Kilometer eine kleine Meditation in der Pawson-Kapelle.

Auch wenn die Höchsttemperaturen etwas unter dem Gefrierpunkt liegen, auf Bewegung im Freien braucht deswegen niemand verzichten. Allerdings sollte man es beim Laufen bei Temperaturen unter null Grad langsamer angehen lassen, raten Sportmediziner. Christine Lorenz geht da mit gutem Beispiel voran. Die 63-Jährige aus Dillingen ist im Landkreis viel unterwegs. Ob mit dem Fahrrad oder auf Schusters Rappen wie bei unserem Lauftest im Unterliezheimer Forst. Viele Jahre hat Christine Lorenz in dem Lutzinger Ortsteil gelebt – kein Wunder, dass sie die dortige Umgebung wie ihre eigene Westentasche kennt.

Ausgangspunkt der Tour ist die „Pawsen-Kapelle“ der Denzel-Stiftung. Sie liegt knappe zwei Kilometer außerhalb von Unterliezheim. Auswärtige brauchen sich keine Sorgen zu machen, diese nicht zu finden. Die Wegweisung ab der Dorfmitte bei der Pfarrkirche St. Leonhard und der Klosterwirtschaft ist perfekt. Bei der Anfahrt geht es vorbei an der „Unterliezheimer Mühle“ bis hinauf zum Waldrand, wo ausreichend Parkplätze für Autofahrer vorhanden sind. Die aus Holz gebaute Kapelle interessiert uns beim Start freilich noch nicht. Schließlich wollen wir bei winterlichen Temperaturen schnell in den sportlichen Rhythmus kommen, um nicht unnötig zu frieren. Also legen wir los.

Wir orientieren uns an der Kapelle nach rechts (nicht geradeaus) und nehmen die Nordic-Walking-Stöcke fest in unsere Hände. Schon nach wenigen Metern wird aber klar, dass das Tempo etwas zu hoch ist. Schließlich liegen fast zehn Kilometer vor uns. Nachdem wir einen Gang runter geschaltet haben, kommen wir nach circa zwei Kilometern zu einer Weggabelung, an der eine Dialekttafel aus Holz angebracht ist. Darauf befinden sich die unterschiedlichsten Worte in „Unterliezheimerisch“ und „Rieserisch“. Für Preißn dürften die Begriffe allenfalls ein Stirnrunzeln hervorrufen. Wir biegen an dieser Stelle links ab und orientieren uns an der Kennzeichnung „Grenzweg“ (Heimische kennen ihn auch als Rennweg). Der „Grenzweg“ ist übrigens einer von insgesamt vier Donautal-Panoramawegen, der durch den Landkreis Dillingen führt. „Grenzweg“ – warum wird dieser so genannt? Es hat geschichtliche Hintergründe. Einst trafen sich nämlich hier die Herrschaftsgebiete derer von Oettingen-Wallerstein und derer von Neuburg.

Am Grenzhäuschen vorbei

Mit einem Verlauf der Grenze der Landkreise Dillingen und Donau-Ries hat dies freilich nichts zu tun. Wir folgen weiter der Beschilderung „Grenzweg“, laufen vorbei am blau bestrichenen Grenzhäuschen bis zur nächsten Weggabelung. Ein weiterer Kilometer ist auf unserer Route hinzugekommen. Jetzt nach links in Richtung Westen abbiegen bis zu der Tafel „Drei Steine“. Drei Grenzsteine stehen tatsächlich in unmittelbarer Nähe, doch diese sind verwittert und teils mit Moos überwachsen. Sie sind Zeugen der Vergangenheit. Gegenüber der „Drei Steine“ steht ein weiteres Grenzhäuschen. Wir folgen der Fahrradwegbeschilderung Finningen, stellen aber fest, dass es in entgegengesetzter Richtung nach Amerdingen (Landkreis Donau Ries) nur noch drei Kilometer wären. Der Unterliezheimer Forst bleibt unser Terrain.

Start und Ziel der Laufstrecke ist die Denzel-Kapelle (Pawson) am Waldrand von Unterliezheim.
Foto: her/pöl

Nun biegen wir nach links ab und verlassen damit den „Grenzweg“. Wir laufen auf dem gewundenen Weg (Hauptweg) weiter. Ein Hochstand dient als Orientierung. Später, nach circa einem Kilometer, wird es etwas herausfordernder: es geht links den steileren Berg hoch. Die Kondition ist aber noch vorhanden. Die Wegweisung „Sagenhaft“ ist hier zwar nur auf kleinen Schildern angebracht, aber dennoch nicht zu übersehen. Wir haben den zweiten Panoramaweg bei unserer Tour unter unseren Füßen, laufen an einem Schäferkarren vorbei und folgen der Wegweisung „Unterliezheimer Mühle“. Der Endspurt beginnt: Es kommt eine weitere Wegkreuzung (100 m im Wald versteckt die Gegenwinkelhütte) hier rechts abbiegen, nach einem knappen Kilometer links abbiegen (hier verlassen wir den „Sagenhaft“). Der nun leicht abschüssige Weg führt uns nach einem knappen Kilometer direkt zur Kapelle und zum Parkplatz zurück. Geschafft!

Markante Stelle an der Strecke: das Hinweisschild „Drei Steine“.
Foto: her/pöl

Die Beine und die Lunge fühlen sich gut an. Bei frischer Winterluft fällt das Atmen zum Glück nicht schwer. Bevor es nach Hause geht, sollten Sie sich noch einige Minuten für ein kurzes Innehalten in der Kapelle gönnen. Und wer will, kann in dem Gotteshaus gerne ein bisschen meditieren. Dabei die Augen schließen, bewusst atmen und in Gedanken vielleicht die Strecke, die durch eine verschneide Waldlandschaft geführt hat, nochmals Revue passieren lassen. Aber auch im Sommer kommen, wie Christine Lorenz weiß, die Sporttreibenden voll auf ihre Kosten. Wenn Lerchen und Buchfinken zwitschern ...

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