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Ökologie

18.12.2019

Aus Trafohaus soll ein Biotop werden

Rund 100 Jahre alt ist das frühere Transformatorenhaus in Gosheim. Künftig sollen dort geschützte Tiere einziehen.
Bild: Müller

Das alte Transformatorenhaus in Gosheim ist jetzt ein Baudenkmal und soll in Zukunft ein Lebensraum für Tiere sein. Behörde spricht von „Leuchtturmprojekt“

Die Gemeinde Huisheim, genauer gesagt der Ortsteil Gosheim, ist um ein Baudenkmal reicher. Nach der Pfarrkirche, dem Schloss, der Brücke über den Schlossgraben und der Kalvarienkapelle ist ein weiteres Bauwerk in die Denkmalliste aufgenommen worden. Dieses ist vergleichsweise unscheinbar und relativ „jung“: Es handelt sich um ein altes Transformatorenhaus. Das könnte nun bald einem ganz anderen Zweck dienen. Es gibt Pläne, dort ein Biotop zu schaffen.

Das Gebäude, über das die Lechwerke (LEW) die Gosheimer über viele Jahrzehnte mit Strom versorgte, steht seit etwa 1920 in der Badgasse am Rand des Dorfs. Das Transformatorenhaus entsprach aber nicht mehr den Anforderungen an ein solches Bauwerk. Die LEW setzte ein modernes würfelförmiges Trafohäuschen neben den Turm und entfernte aus diesem die elektrische Einrichtung. Das Unternehmen schenkte das leere Gebäude dem Landkreis.

Auf Initiative von Bürgern aus Gosheim trug nach Auskunft des Landratsamts das Landesamt für Denkmalpflege das Bauwerk 2018 in die Denkmalliste ein. In der entsprechenden Beschreibung ist von einem „schlanken Turm über quadratischem Grundriss mit genutetem Sockelgeschoss und Pyramidendach“ die Rede. Das rund 100 Jahre alte Transformatorenhaus darf damit auch nicht mehr abgerissen werden. Aktuell wird es vielmehr restauriert. Darauf haben sich die Gemeinde Huisheim und der Landkreis verständigt. Nach Angaben von Bürgermeister Harald Müller sanieren Arbeiter des gemeindlichen Bauhofs die Fassade. Das Material und das Gerüst stelle der Kreis. Die Arbeiten könnten heuer wohl nicht mehr abgeschlossen werden.

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Im Frühjahr und Sommer 2020 soll der Innenraum des Turms ökologisch aufgewertet werden. Dies teilt das Landratsamt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Kommune und Ehrenamtliche würden daran beteiligt sein. Die Planungen laufen der Behörde zufolge noch. Es stehe aber fest, dass man mit relativ überschaubaren Mitteln einen Lebensraum für verschiedene Tiere schaffen könne.

In dem ehemaligen Transformatorenhaus könnte so ein Lebensraum für Insekten, Fledermäuse oder Schwalben entstehen. Alternativ könnten sich dort auch beispielsweise Eulen ansiedeln. So könnte der einstige Nutzbau zur Heimat für besonders geschützte Tiere werden.

„Wir erhoffen uns, dass das Projekt Nachahmer in anderen Regionen Bayerns findet“, merkt dazu die Behörde an. Im Bundesgebiet gebe es bereits zahlreiche Beispiele für die ökologische Aufwertung solcher Türme.

Das Bauwerk in Gosheim sei die erste derartige Maßnahme im Donau-Ries-Kreis und könnte als „Leuchtturmprojekt“ dienen, „da dies sicher nicht der einzige aufgelassene Trafoturm ist“.

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