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Jagd

26.04.2019

Außergewöhnlich viele Wildschweine erlegt

Die Zahl der erlegten Wildschweine in den Wäldern des Forstbetriebs Kaisheim war in diesem Jagdjahr sehr hoch.

Die hohe Abschusszahl hat ihren Grund, wie der Forstbetrieb Kaisheim in einer Bilanz erklärt. Auch beim Rehwild wird das Soll erfüllt

Das Jagdjahr 2018/2019 ist vor Kurzem zu Ende gegangen. Daher zieht Helmut Weixler, Betriebsleiter des Forstbetriebs Kaisheim, nun ein kleines Resümee.

Überschattet worden sei das Jahr von der Furcht vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Diese hochgradig ansteckende Seuche grassierte bereits in Polen und Tschechien und war nun – Deutschland überspringend – neu im Süden Belgiens ausgebrochen. Die Bejagung von Wildschweinen stand laut Weixler daher weit oben auf der Agenda. Was die Jagd jedoch ab Herbst generell erschwerte, war die gute Mast von Buche und Eiche. Der Tisch fürs Wild war reich gedeckt, sodass es seine sicheren Einstände nicht verlassen musste.

Unterstützt von zahlreichen Jägern und Hundeführern, konnte der Forstbetrieb im Landkreis 106 Wildschweine und 545 Rehe erlegen. Damit waren die Abschusspläne beim Rehwild erfüllt. Auch die Bejagung des Schwarzwilds war trotz schwieriger Bedingungen erfolgreich. So konnten Jäger des Forstbetriebs knapp doppelt so viele Wildschweine erlegen wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre in der Region pro Hektar Jagdfläche.

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„Schwarzwild vermehrt sich rasend schnell, in guten Jahren verdreifacht sich der Bestand innerhalb eines Jahres“, so Weixler. „Angesichts der gravierenden Folgen bei Ausbruch der Schweinepest war und ist es uns wichtig, der gesellschaftlichen Verpflichtung zur Regulierung des Schwarzwilds nachzukommen. Ich denke, wir konnten hier unser Soll erfüllen.“

Wesentlich und unverzichtbar für die erfolgreiche Bejagung von Schwarzwild seien Drückjagden. Das sind Jagden, bei denen das Wild aus seinem Versteck aufgescheucht wird, um es Jägern vor die Büchse zu treiben. Wichtig dabei sei, dass Treiber und Hunde das Wild langsam in Bewegung bringen, betont Weixler: „Denn das Wild soll nicht in Panik flüchten. Nur so haben die Jäger ausreichend Zeit, das Wild zu erkennen und einen sofort tödlichen Schuss abzugeben. Das verlangt eine tierschutz- und waidgerechte Jagd. Um allerdings Schwarzwild in Bewegung zu bringen, braucht es einige gut ausgebildete Hunde, die sich auch an das wehrhafte Wild trauen.“

In manchen Jägerkreisen gebe es Vorbehalte gegen diese Jagdart. Zum einen, weil Jagdhunde die Grenzen der Jagdreviere nicht kennen und diese im Jagdeifer überschreiten könnten. Zum anderen befürchten manche Jagdpächter, dass überjagende Hunde gezielt Wild aus ihrem Revier ins Nachbarrevier treiben, wo es dann erlegt werden könnte. Diese Befürchtung hält Helmut Weixler, selbst langjähriger Jagdhundeführer, für übertrieben: „Ich kenne keinen Hund, der so abgerichtet werden könnte, dass er Jagdgrenzen erkennt und gezielt Wild aus dem Nachbarrevier ins eigene Revier treibt. Das Wild bestimmt die Fluchtrichtung, nicht der Hund. Wild flüchtet nicht in ein Gebiet, in dem laut jagende Hunde unterwegs sind und wo geschossen wird, sondern instinktiv weg von diesem jagdlichen Trubel.“

Manche befürchten gar die Ausrottung von Rehwild durch solche Jagden. „Diese Sorge ist wirklich unbegründet“, so Weixler, denn Rehwild darf nur innerhalb behördlich genehmigter Abschusspläne erlegt werden. „Letztere verhindern einerseits übermäßige Wildschäden, andererseits zu starke Eingriffe in den Wildbestand. Es ist daher selbst bei hohen Abschusszahlen keine gefährdete Tierart.“

Mit einem neuen Dreijahresabschussplan startet das neue Jagdjahr. Grundlage für die Abschussplanung beim Rehwild ist ein Vegetationsgutachten, das die Verbissbelastung der Waldverjüngung feststellt. Dieses Gutachten bestätigte den Staatsjagdrevieren in der Region überwiegend eine tragbare, in einigen Fällen sogar eine günstige Verbissbelastung.

Für das „erfreuliche Ergebnis“ bedankt sich Weixler bei all seinen Jägern. Angesichts dieser positiven Entwicklung konnten die Bayerischen Staatsforsten das neue Abschusssoll in Absprache mit der Hegegemeinschaft in einigen Revieren deutlich senken.

„Für das neue Jagdjahr wünschen wir uns, dass wir weiterhin von der Afrikanischen Schweinepest verschont bleiben und dass uns und unseren Jagdnachbarn das Jagdglück wiederum hold ist.“ (pm)

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