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Monheim

18.12.2020

Bekommt Monheim einen zweiten Waldkindergarten?

In Monheim denkt man über eine zweite Waldkindergartengruppe nach.
Bild: Matthias Becker

Plus In Monheim ist der Waldkindergarten bestens belegt. Deshalb soll jetzt ein zweites Angebot geprüft werden. Doch das ist mit ein paar Hürden verbunden.

Im September 2019 startete der neue Waldkindergarten „Mandele-Dachse“ am Sportgelände nahe Monheim – und hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Die genehmigten 20 Plätze sind fast vollständig belegt. Was zuletzt speziell bei jungen Eltern die Frage aufwarf, ob dieses besondere Bildungsangebot ausgeweitet werden kann. Die Mitglieder des Monheimer Stadtrats haben sich nun mit der Thematik befasst und durchaus positive Signale ausgesendet. Doch es gibt einen Haken.

„Die Einrichtung ist eine gute Sache“, bilanzierte Bürgermeister Günther Pfefferer. Aktuell würden im vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) getragenen Waldkindergarten 18 Mädchen und Buben betreut, für September 2021 seien sogar 34 Anmeldungen eingegangen.

Walkindergarten: Gruppen haben maximal 20 Plätze

Der Haken an der Sache: Eine Waldkindergarten-Gruppe hat eine Obergrenze von 20 Plätzen. Möchte man eine zweite Gruppe anbieten, muss laut den Bestimmungen ein neuer Waldkindergarten an einem anderen Standort eröffnet und komplett eigenständig geführt werden. Dies habe er von den Verantwortlichen beim BRK mitgeteilt bekommen, informierte Pfefferer.

Die Entfernung zur anderen Gruppe müsste etwa mindestens 300 Meter betragen. Außerdem brauche man entsprechendes Fachpersonal. Der Rathauschef gab zudem zu bedenken, dass die Stadt derzeit neben dem Kindergarten in der Schulstraße eine neue Kindertagesstätte baut (Kosten: knapp sechs Millionen Euro). Damit habe man ab September 2021 ausreichend Plätze für alle Kinder der betreffenden Altersstruktur.

Eine erste Hochrechnung für das neue Kindergartenjahr liegt vor

Eine erste Hochrechnung für die Platzbelegung im kommenden Kindergartenjahr präsentierte die Leiterin der städtischen Einrichtung, Susanne Utjesinovic. Wenn im Sommer der Neubau fertig ist, habe man eine Kapazität von 72 Krippenkindern und bis zu 200 Kindergartenkindern. Zweite Bürgermeisterin Anita Ferber (PWG) sah die Zahl der angebotenen Plätze trotz der bevorstehenden Erweiterung bereits wieder erschöpft – vor allem aufgrund der zunehmenden Tendenz im Krippenbereich. Ein Waldkindergarten sei aus ihrer Sicht auch keine Konkurrenz, sondern „ein zweites Angebot“. Deshalb sollte man eine zweite derartige Einrichtung anstreben.

Uwe Kaspar ( CSU) unterstützte dies. Er mahnte aber, man solle die Maßnahme erst angehen, wenn konkrete Zahlen vorliegen. Christof Böswald (MUM) erinnerte daran, dass die Einrichtung des ersten Waldkindergartens der Kommune rund 112.000 Euro gekostet habe. Im Vergleich pro Betreuungsplatz sei dies eine relativ geringe Summe gegenüber dem derzeit entstehenden Erweiterungsbau. „In Monheim gibt es noch andere schöne Waldstücke“, meinte er angesichts der Vorgaben, einen neuen Standort zu benötigen.

Monheims Bürgermeister ist nicht grundsätzlich dagegen

Auch Christine Scheuenpflug (SPD) sprach sich für einen weiteren Waldkindergarten aus. Allerdings sollte vorab geklärt werden, ob man in diesem Falle nicht etwa zugesagte Fördergelder für den Erweiterungsbau des städtischen Kindergartens zurückzahlen müsse. Peter Bullinger (CSU) äußerte keinerlei Zweifel, dass mögliche 20 weitere Waldkindergarten-Plätze schnell nachgefragt werden. Konrad Müller (CSU) schlug vor, Bürgermeister Pfefferer die Erlaubnis zu erteilen, eine Standortanalyse einzuholen und sich mit den daraus resultierenden Daten und Fakten schnellstmöglich wieder zu beschäftigen. Dies wurde vom Gremium einstimmig angenommen.

Der Rathauschef machte abschließend klar, dass er sich einem weiteren Waldkindergarten nicht prinzipiell verstellen wolle. Es sei jedoch „enorm wichtig, die Träger- und Standortfrage frühzeitig zu klären“.

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