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Tapfheim-Brachstadt

26.11.2020

Bekommt das Baugebiet in Brachstadt ein eigenes Nahwärmenetz?

Mittels Hackschnitzeln sollen die Häuser im neuen Baugebiet warm gehalten werden.
Foto: Reitmayr

Plus Naturenergiefirma stellt ihre Visionen für das „Haidfeld“ in Brachstadt vor. Die dort geplanten 26 Häuser könnten nur mit erneuerbarer Energie beheizt werden.

Die Idee hat Charme, aber ob sie über den Charakter einer Vision hinauskommt, lässt sich nicht prophezeien: Das Baugebiet „Haidfeld“ im Tapfheimer Ortsteil Brachstadt könnte im Bereich der Großgemeinde das erste Areal für Neuansiedlungen werden, das ausschließlich mit regenerativer Energie betrieben wird.

Das ist freilich noch Zukunftsmusik, ist im Moment doch noch nicht einmal ein Bebauungsplan aufgestellt. Mit der Umsetzung des Baugebiets soll 2022 begonnen werden. 26 Bauplätze sind vorgesehen.

Interessenten für Baugrund gibt es in der Gemeinde Tapfheim genug

Dass es dafür genügend Interessenten gibt, scheint angesichts des Baubooms in Tapfheim und seinen Ortsteilen unzweifelhaft. Das wiederum hat ein Unternehmen aus dem Landkreis Dillingen auf den Plan gerufen: die Oberliezheimer Naturenergie, betrieben von Peter und Leonhard Veh. Vater und Sohn des Unternehmens haben bereits Erfahrung mit regenerativer Energie. Im Moment sind sie im benachbarten Bissingen mit einem Baugebiet in der Endphase, das sie mit Hackschnitzeln betreiben.

Für das Baugebiet „Westfeld“ wurde dort eine Lösung verwirklicht, die den Anschluss an die Zukunft garantieren soll. Die Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser werden mit einem Nahwärmenetz versorgt. Dabei stellt ein zusätzlicher Gaskessel die Wärmeversorgung der Häuser auch in Spitzenverbrauchszeiten oder bei technischen Problemen sicher.

Die neuen Häusern in Brachstadt bräuchten dafür Fußbodenheizungen

Auch in Brachstadt wollen sie das Modell nun anbieten. Peter Veh: „Die Hackschnitzel kommen von uns selbst. Auch das Holz dafür stammt aus der Region. Wir haben überall kurze Wege. Das ist sehr ökonomisch und ökologisch“, so Leonhard Veh.

Geplant sei, zu allen 28 künftigen Grundstücken eine Nahwärmeleitung zu verlegen. Dort könnten die Besitzer dann anschließen. Versorgt werden die Abnehmer über ein Heizhaus. Von dort könnten die Heizungen gesteuert werden. Einzige Voraussetzung: Es müssen in den Häusern Fußbodenheizungen eingebaut werden. Ein Kamin sei nicht mehr erforderlich.

Die Betreiber stellten ihre Ideen (untermauert mit konkreten Zahlen) in einer ausführlichen Präsentation dem Tapfheimer Gemeinderat vor.

Anbieter strebt mit der Gemeinde Tapfheim Vertrag über 20 Jahre an

Die Oberliezheimer Naturenergie strebt mit der Kommune, wie es hieß, einen Vertrag an, der zunächst über 20 Jahre laufen soll. Die Anschlusskosten wurden für die Grundstücksbesitzer mit 9500 Euro angegeben. Kosten für die Erschließungs- und Anschlusskosten, ein Heizhaus und einen Hackschnitzelbunker wurden auf circa 265.000 Euro beziffert. Diese Summe müsste wiederum die Gemeinde übernehmen.

In der Diskussion drehte sich die Frage auch darum, ob das Projekt rentabel sei, wenn sich nicht alle der künftigen 26 Grundstücksbesitzer für Nahwärme entscheiden und andere Energieträger bevorzugen. Die Betreiber sprechen von einem „unternehmerischen Risiko“. Sie seien allerdings überzeugt, dass sie mit ihrer Ausrichtung, möglichst wenig Energieverlust zu haben, und ihrem Angebot alle Beteiligten überzeugen könnten.

Wie Bürgermeister Karl Malz erklärte, wird man über einen möglichen „Neueinstieg“ nachdenken, damit der Gemeinderat „zu einem späteren Zeitpunkt“ darüber entscheiden kann.

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