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Donauwörth 

13.11.2019

Biotop: Hoffnung auf alte Pracht

Wo über 300 Pflanzenarten eins wertvollen Lebensraum gefunden hatten, wurde mit Bauschutt eine Zufahrt gebaut. Lange Zeit war unklar, ob das Biotop bei Donauwörth wieder zur alten Qualität zurückfinden kann.
Foto: Adler

Plus Südlich von Donauwörth lag eines der wertvollsten Naturflächen des Kreises. Bis der Besitzer dort Bauschutt ablud. So ist der aktuelle Stand vor Ort.

Bürger und Naturschützer waren entsetzt: Im Frühjahr dieses Jahres wurde bekannt, dass in eines der wertvollsten Biotope des Landkreises südlich von Donauwörth zerstört worden war. 300 verschiedene Pflanzenarten waren Geschichte, weil dort aus Bauschutt eine Zufahrtstraße gebaut und das rund drei Hektar große Gelände als Stellplatz für verschiedene Gerätschaften genutzt wurde. Darüber hinaus waren vorhandene Hügel einfach eingeebnet worden.

BUND befürchtete, dass alles zerstört ist

Eine Teilfläche des Areals war sogar biotopkartiert. Der Bund Naturschutz und die Arbeitsgemeinschaft Flora Nordschwaben befürchteten seinerzeit das Schlimmste. Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes (UNB) wurde nach einer Ortsbesichtigung sofort aktiv und forderte den Eigentümer unmissverständlich auf, das Biotop wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Das ist nun wohl geschehen, denn im Umweltausschuss des Kreistages am Montag gab Volker Geiß von der UNB eine gewisse Entwarnung. Von einer Biotop-Zerstörung, also einem kompletten, dauerhaften und unumkehrbaren Verlust des Biotops nahe der Bahntrasse, könne nicht mehr ausgegangen werden. Alle Maßnahmen zur Reduzierung des Eingriffs in die Naturfläche, die die UNB vom Eigentümer verlangt habe, seien unmittelbar nach der Entdeckung des Umweltfrevels ergriffen worden.

Kann der Schaden wieder behoben werden?

Dennoch: Eine Beeinträchtigung liege vor, betonte Geiß vor dem Ausschuss, teilweise sogar eine erhebliche. Er sei zuversichtlich, dass diese wieder behoben werden könne. Um dies genauer beurteilen zu können, müsse das Frühjahr kommenden Jahres abgewartet werden, wenn das Wachstum der Pflanzen wieder einsetze. „Erst dann kann die UNB ein tatsächliches Fazit zum Ausmaß der Zerstörung ziehen.“ Als positiv wertete Geiß die Kooperationsbereitschaft der Eigentümer.

Klar sei aber auch, dass diese trotz ihrer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Kreisbehörde mit einem Bußgeld rechnen müssten, dessen Höhe vom Landratsamt je nach Ausmaß der Beeinträchtigungen festgelegt werde. Die Behörde werde das Areal fortan im Auge behalten. Der Landkreis denke inzwischen daran, die biotopkartierte Teilfläche möglicherweise zu kaufen. Mehr wollte Volker Geiß auf Nachfrage dazu nicht sagen.

Das Gelände gehörte einst der Deutschen Bahn

Wie berichtet, hat das Gelände früher der Deutschen Bahn gehört. Die jetzigen Eigentümer haben es in einer Aktion ersteigert. Zuvor wurde das Grundstück Jahrzehnte lang vom Bund Naturschutz gepflegt. Jetzt sind die Eigentümer dafür selbst zuständig.

Jürgen Adler von der Arbeitsgemeinschaft Flora Nordschwaben verfolgte die Umweltausschuss-Sitzung zusammen mit einigen Mitstreitern von den Zuhörersitzen aus. „Die Tendenz passt“, sagte Adler im Bezug auf die eingeleitete Wiederherstellung des Biotops gegenüber unserer Zeitung nach der Sitzung.

Nächstes Frühjahr wird ein Ergebnis bringen

Trotzdem befürchte er, dass einige wertvolle Pflanzen unwiederbringlich zerstört sein könnten, beispielsweise zwei sehr seltene Veilchenarten, die bisher dort vorgekommen seien. „Um genauer zu beurteilen, wie hoch das Schadensausmaß ist, müssen wir das nächste Jahr abwarten“, meinte Adler.

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