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Donau-Ries

21.10.2020

Corona im Donau-Ries: Landrat spricht von bedrohlicher Lage

Die Corona-Ampel im Landkreis Donau-Ries zeigt seit 21. Oktober rot.
Bild: Widemann

Mit Ansage überschreitet der Donau-Ries-Kreis die 50er-Marke. Was der Grund für die hohen Zahlen ist und warum der Landkreis eher einen strengeren Kurs fährt.

Der Landkreis Donau-Ries hat den Grenzwert von 50 positiv Getesteten bei der 7-Tage-Inzidenz überschritten. Mit Stand 21. Oktober, 0 Uhr, liegt er laut Robert-Koch-Institut bei 59,4. Laut Gesundheitsamt Donau-Ries gelten derzeit 121 Personen als infiziert und befinden sich in Quarantäne. Die Gesamtzahl gibt das Amt mit 637 an.

Damit gelten ab 22. Oktober noch strengere Regeln,gelten ab 22. Oktober noch strengere Regeln, als sie am Vortag ausgegeben wurden. Sie gelten so lange, bis der Grenzwert wieder unterschritten ist und dann noch sechs weitere Tage. Eine sogenannte Allgemeinverfügung regelt neben einer früheren Sperrstunde um 22 Uhr vor allem eine ausgeweitete Maskenpflicht und ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Bushaltestellen und Friedhöfen und weiteren Straßen in fünf Städten.

Landrat Rößle: "Die Lage im Landkreis Donau-Ries ist bedrohlich"

Landrat Stefan Rößle zeigt sich besorgt und spricht von alarmierenden Zahlen. „Die Lage ist bedrohlich“, so sein Fazit. Deshalb habe er auch entschieden, eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen einzuführen, was andere Landkreise wie das benachbarte Neuburg-Schrobenhausen bei Überschreiten des 50er-Grenzwertes nicht taten. „Ja, wir haben hier Spielraum, aber wir haben uns bewusst für den vorsichtigen Weg entschieden“, sagt Rößle. Ziel sei es, die Infektionszahlen schnell zu senken und auch niedrig zu halten. Welche Plätze stark frequentiert seien, hätten die einzelnen Kommunen angegeben. Diese müssen auch für eine entsprechende Beschilderung sorgen. Nördlingen hatte vorgeschlagen, nur zu Wochenmarkt-Zeiten eine Maskenpflicht in der Innenstadt einzuführen. Das hielt das Landratsamt aber für zu verwirrend. Jetzt gilt die Maßnahme rund um die Uhr.

Je nach Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Inzidenz) werden verschiedene Stufen der Corona-Ampel erreicht.
Bild: Bayerische Staatsregierung

Dass die neuen Regeln nicht immer schlüssig sind, räumt Landrat Stefan Rößle durchaus ein. So sind private Treffen auf fünf Personen oder aus Mitgliedern von zwei Haushalten beschränkt. Öffentliche Kulturveranstaltungen mit bis zu 100 Personen im Innenbereich sind aber weiter möglich. Auch der Sport unterliegt nicht der neuen Regelung: Training und Wettkämpfe dürfen wie bisher weiter laufen. „Wir stehen an der Gratwanderung, unnötige Kontakte zu vermeiden. Aber wir wollen nicht das öffentliche Leben komplett herunterfahren“, so Rößle.

Viele Menschen haben wieder sehr viele Kontakte: Deshalb steigen die Zahlen

Wie die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Raffaella Hesse, erklärt, zeigt sich im Landkreis mittlerweile ein diffuses Infektionsgeschehen. „Es gibt keinen zentralen Ausbruch. Die Menschen hatten einfach wieder sehr viele Kontakte und geben das Virus weiter. Ob sie die Hygieneauflagen beachtet haben oder nicht, können wir nicht mehr nachvollziehen.“

Derzeit seien alle 30 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit der Nachverfolgung der Infektionsketten beschäftigt. Es sei keine Seltenheit, dass ein Infizierter bis zu 80 Kontaktpersonen angibt, die alle einzeln angerufen werden müssen. „Das dauert“, so Hesse. Enge Kontaktpersonen werden stets in Quarantäne geschickt und müssen dies auch bei einem negativen Test 14 Tage lang bleiben.

Pro Tag werden laut Hesse allein im Testzentrum Möttingen 130 Personen getestet. Allerdings seien die wenigsten derjenigen positiv, die von sich aus einen Test wünschen.

Für Fragen zu den aktuellen Regelungen richtet der Landkreis nun wieder eine Bürgerhotline ein. Diese ist zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Landratsamtes ab Donnerstag, 22. Oktober, 08.00 Uhr unter 0906/74 443 zu erreichen.

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