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Schulbau

25.11.2016

Die Realschule muss beim Neubau abspecken

Teile der Realschule wurden über die Jahre neu gebaut und bleiben bestehen. In der aktuellen Diskussion geht es um den Baukörper des Schulzentrums, der in den 70er-Jahren entstanden ist.
Bild: Barbara Würmseher

Um Kosten zu sparen, haben Kreispolitiker gestern den Rotstift angesetzt. Die Meinungen gingen teilweise extrem auseinander und die Debatten wurden hitzig geführt

Es war ein schweres, ein zähes Ringen um den Realschulneubau in Rain gestern im Kreis-Bauausschuss. Ein Ringen mit teilweise emotional geführten Debatten und auch mit unverblümten Äußerungen, die Landrat Stefan Rößle „so kurz vor Weihnachten“ lieber vermieden hätte. Am Ende standen dann drei Ergebnisse, eines von ihnen äußerst knapp:

Zum einen hob der Bauausschuss einstimmig den früheren Beschluss auf, der die künftige Zahl der Klassenzimmer in der Realschule Rain mit 35 festgesetzt hatte.

Zum anderen einigte sich das Gremium auf jetzt 33 Klassenräume – mit der Gegenstimme von Ursula Straka (SPD).

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Zum dritten wurden weitere Abstriche gemacht: Die Realschule soll auf zwei naturwissenschaftliche Übungssäle verzichten und auf 150 Quadratmeter offene Lernlandschaften (von 265 Quadratmetern), die eigentlich im Konzept vorgesehen waren. Mit dieser Einbuße konnten sich viele nicht anfreunden. Der Beschluss wurde knapp mit 8:7 Stimmen gefällt. Sozial-ökologische Fraktion und SPD sprachen sich – beinahe geschlossen – dagegen aus, wie auch Dr. Andreas Mack (CSU).

Seitdem heuer im Juni überraschend bekannt geworden war, dass sich die geschätzten Kosten von 28 Millionen Euro für das gesamte Schulzentrum auf – wiederum geschätzte – 45 Millionen Euro erhöhen werden, waren Landratsamt und Kreispolitiker auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten. Alles musste auf den Prüfstand – von der Sanierung bis zum Neubau. Zudem drängt die Zeit. Zum 30. September 2017 müssen die Zuschussanträge eingereicht werden, damit im Jahr 2018 Baubeginn sein kann.

Und gespart werden soll also nun an Räumen und Flächen. Wie Landrat Rößle gestern rekapitulierte, soll die Gesamtfläche von 3867 Quadratmetern um bis zu 500 Quadratmeter reduziert werden. Wie berichtet, sind ein Ausgangspunkt für diese Reduzierung die Überlegungen des Strategiekreises zu den künftigen Schülerzahlen. Dieses beratende Gremium kann ein Extremszenario nicht ausschließen, bei dem die Schülerzahlen der Realschule sukzessive sinken könnten, wenn:

die beiden kirchlichen Donauwörther Realschulen neu bauen und möglicherweise Schüler abziehen,

das neunstufige Gymnasium wiederkommt und für Realschüler interessant wird und

die Gemeinde Holzheim an den Augsburger Verkehrsverbund angeschlossen wird und Schüler sich dann aus dem Landkreis wegorientieren.

Nach umfangreicher Auswertung der Entwicklung der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren anhand eines Berechnungsmodells der Regierung von Schwaben sind Landrat und Verwaltung davon überzeugt, dass 32 bis 34 Klassen realistisch sind und man mit dem Mittelwert von 33 Klassen den Ansprüchen gerecht wird. Auch wenn viele Annahmen rein hypothetisch sind, steht der Landrat zu diesem Ergebnis und zu den Überlegungen, die dazu geführt haben. Es sei auch im Einvernehmen mit der Schulleitung, der Regierung von Schwaben und dem zuständigen Ministerialbeauftragten so abgestimmt worden. „Unser Auftrag war es, Einsparpotenzial zu suchen“, verteidigte Rößle den Stand der Dinge gegen Kritik. „Und man muss auch nicht alles bauen, was förderfähig ist.“

Die Beschlussfassung der gestrigen Bauausschusssitzung geht nun als Empfehlung an den Kreistag, der demnächst die endgültige Entscheidung treffen wird. Bis zum Jahresende soll Klarheit herrschen.

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