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Landkreis Donau-Ries

02.05.2019

Diese Rolle spielt Glyphosat im Kreis

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat bleibt umstritten.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Das Pflanzenschutzmitteln wird von einigen Landwirten eingesetzt. Der Kreisverband des Bunds Naturschutz fordert ein allgemeines Verbot von Glyphosat.

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist umstritten. Gegner sagen, der Wirkstoff könnte krebserregend sein, weshalb er verboten werde müsse. Diverse Studien zu dem Thema kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. 2017 ist der weltweit vertriebene Unkrautvernichter für weitere fünf Jahre von der Europäischen Union mit der Stimme Deutschlands zugelassen worden. Welche Rolle spielt Glyphosat im Landkreis? Wo wird es eingesetzt?

Karlheinz Götz, Kreisobmann des Bauernverbandes, ist sich der Problematik des Themas durchaus bewusst. Schließlich sei es auch seitens der Medien entsprechend hochgepuscht worden. Götz sagt, dass Landwirte im Kreis das Mittel „vereinzelt“ nach wie vor einsetzen würden. Nicht zuletzt, weil man sich damit Zeit und Kosten spare. Er sei jedoch von einem verantwortungsvollen Umfang durch den Großteil seiner Berufskollegen überzeugt. Dazu gehöre zuvorderst, das Mittel erst kurz vor der Aussaat oder nach der Ernte einzusetzen. Genaue Zahlen, wie viel davon verwendet werde, lägen ihm nicht vor. Auf die Frage, was ein generelles Verbot von Glyphosat bedeuten würde, meinte Götz: „Dann muss das Unkraut auf den Feldern mechanisch bekämpft werden.“ Entweder händisch mit der Hacke oder entsprechenden Geräten – beispielsweise durch eggen oder striegeln. Ein Striegel ist ein Gerät mit elastischen Zacken, das durch einem Traktor über den Acker gezogen wird und dabei das Unkraut herausreißt.

Manfred Faber, Chef des Nördlinger Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und ausgewiesener Pflanzenschutzexperte, sprach gegenüber unserer Zeitung von „punktuellen Einsätzen“ von Glyphosat auf den landwirtschaftlichen Flächen des Kreises. Somit nehme das Pestizid keinen allzu hohen Stellenwert ein. Ein Problem trete auf, wenn Bauern ihre Felder im Frühjahr aus Gründen des Erosionsschutzes nicht mechanisch bearbeiteten. Das im Herbst aufgelaufene Unkraut wäre dann viel schwieriger zu bekämpfen, gibt Faber zu bedenken. „In diesen Fällen hat das Glyphosat zweifellos seine Vorteile.“ Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion geht der Landwirtschaftsdirektor davon aus, dass Glyphosat nicht mehr allzu lange auf dem Markt sein wird. Trotz der Zulassungsverlängerung durch die EU bis 2022 würden die nationalen Zulassungsbehörden vermutlich früher hergehen und „das Ding abschießen“.

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Keine Rolle spielt die umstrittene Substanz auf den Flächen und Liegenschaften des Landkreises selbst. Dort kämen ausschließlich Alternativen in Form von rein biologischen Mitteln oder eine mechanische Bearbeitung zum Einsatz, sagte Sebastian Storch vom Team Gartenkultur und Landespflege des Landratsamtes auf Anfrage. Darüber hinaus gebe es thermische Möglichkeiten wie heißes Wasser oder Infrarot-Brenner, die erfolgreich genutzt würden, um gegen Unkraut vorzugehen.

Eine klare Haltung nimmt der Kreisverband des Bunds Naturschutz ein. Vorsitzender Alexander Helber fordert ein allgemeines Verbot von Glyphosat. An die Landwirtschaft appelliert er, noch stärker auf biologischen Anbau ohne jeglichen Pestizideinsatz zu setzen und in konventionell betriebenen Höfen mehr Fruchtwechsel auf den Feldern vorzunehmen. „Ich kenne Äcker, auf denen seit 25 Jahren ununterbrochen Mais angebaut wird.“ Helber ist dennoch optimistisch, dass auch im Kreis bei immer mehr Landwirten ein Bewusstseinswandel hin zu mehr Umwelt- und Naturschutz einsetzen werde.

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