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Donauwörth

18.12.2020

Donauwörth freut sich über 47 Millionen Euro Gewerbesteuer

Die Stadt Donauwörth, im Bild das Rathaus, wird im Jahr 2020 wohl 47 Millionen Euro allein durch die Gewerbesteuer einnehmen.
Bild: Würmseher

Plus Eigentlich befürchtete man im Donauwörther Rathaus für 2020 hohe finanzielle Einbußen. Jetzt aber gibt es hohe Steuereinnahmen. Woher der Geldsegen kommt.

Die Sorge im Donauwörther Rathaus war groß, das Geld bleibt aus. Angesichts der langen, teuren Liste an Vorhaben in der Großen Kreisstadt und der schlechten Prognosen für die Gewerbesteuer im laufenden Jahr, zog im Mai 2020 der neu gewählte Oberbürgermeister Jürgen Sorré als erste Amtshandlung die Notbremse: Er verhängte die Haushaltssperre. Nun aber zeigt sich die Lage ganz anders.

Denn die Gewerbesteuer sprudelt mehr denn je in der jüngeren Geschichte der Stadt Donauwörth. Vor der Corona-Krise rechnete die Kämmerei mit 36 Millionen Euro Einnahmen. Nach aktuellen Berechnungen werden es wohl 47 Millionen Euro.

Nachzahlungen eines großen Unternehmens aus Donauwörth

Der Geldsegen für die Stadt kommt vor allem aus einem international agierenden Unternehmen, das für die Jahre 2018 und 19 nachträgliche Zahlungen leisten muss. Doch für diesen Zeitraum haben drei Viertel der Donauwörther Unternehmen lediglich eine Vorauszahlung geleistet. Wirklich abgerechnet haben sie noch nicht – und das kann auch bedeuten, dass Donauwörth wieder etwas zurückzahlen muss. Was 2020 wirtschaftlich passiert ist, sei noch gar nicht abgebildet, so die Kämmerei.

Die Summen machen es sicher leichter die Entscheidungen für die ausgearbeitete Prioritätenliste zu treffen. Dennoch will sich OB Sorré der Euphorie nicht ganz hingeben. „Das sind die Früchte vergangener Jahre. Wie sich alles im kommenden Jahr darstellt, ist noch offen“, sagt Sorré. Er betont, dass die guten Einnahmen bei Weitem nicht nur von dieser einen Quelle herrühren.

Keine Erhöhung der Gewerbesteuer in Donauwörth

Das Plus auf der Habenseite der Gewerbesteuer führt nun allerdings auch dazu, dass die Stadt mit keinem Cent von den Ausgleichszahlungen der Gewerbesteuer durch Bund und den Freistaat Bayern profitiert. Die höchste Summe mit über 3,5 Millionen Euro ging an Mertingen.

Bei der letzten Stadtratssitzung am Donnerstag im Tanzhaus entschieden die Räte, dass der Hebesatz der Gewerbesteuer bei 370 bleibt. Die Freien Wähler hatten allerdings geschlossen dagegen gestimmt. Sie hätten in den Krisenzeiten gerne ein Zeichen gesetzt und den Hebesatz gesenkt – vor allem, um Donauwörth für andere Unternehmen als attraktiven Wirtschaftsstandort zu erhöhen und so die Abhängigkeit von Airbus Helicopters abzumildern. Ebenfalls gleich bleiben die Sätze für die Grundsteuer A für alle landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Grundstücke mit einem Hebesatz von 430. 2020 nimmt die Stadt hier 116.000 Euro ein.

Gute Nachrichten für Hundebesitzer in Donauwörth

Auch die Grundsteuer B, die jeder Hausbesitzer für sein bebautes Grundstück zahlen muss, bleibt der Hebesatz gleich bei 380. Der letzte Posten spült der Stadt Donauwörth nochmals 3,6 Millionen Euro ins Haus. Insgesamt kann die Kämmerei also – Stand November 2020 – mit über 50 Millionen Euro auf der Habenseite kalkulieren.

Gute Nachrichten gibt es übrigens auch für Besitzer der 842 Hunde, die in Donauwörth leben. Sie müssen keine Erhöhung der Steuer fürchten. Im Jahr 2020 hat die Stadt auf diesem Wege bisher 52.000 Euro eingenommen.

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