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Verkehr

04.04.2019

Donauwörth will Radl-Stadt werden

Radfahrer soll das Fahren in Donauwörth in Zukunft einfacher und sicherer gemacht werden. Ein Grundsatzbeschluss dazu will der Stadtrat nächste Woche fassen.
Bild: Helmut Bissinger

Die Kommune will bei künftiger Verkehrsplanung, dass der Radverkehr ganz besonders im Fokus steht. Ein neues Konzept soll Vorschläge erarbeiten. Doch die Stadträte beklagten wenig sichtbare Erfolge 

An dem Tag, an dem der bayerische Verkehrsminister Hans Reichart ausgerufen hat, dass er Bayern zum „Radl-Land“ machen, will hat auch die Stadt Donauwörth einen ersten Schritt hin n Richtung „Radl-Stadt“ genommen. Der Bauausschuss hat schon mal beschlossen, dass die Große Kreisstadt in Zukunft bei der Verkehrsplanung den Radverkehr ganz besonders im Blick haben soll. Am 11. April soll der Stadtrat dann diesen Grundsatzbeschluss bestätigen.

Was also heißt das genau? Mit dieser Vorgabe hat sich die Stadt Donauwörth auferlegt, in Zukunft den Radverkehr verstärkt zu fördern. Das Fahrrad soll als Verkehrsmittel gestärkt werden und eine Fahrt damit – unabhängig von Witterung und Tageszeit – angenehm gestaltet werden. Bei Planungen werden die Bedürfnisse der Radler mit hoher Priorität berücksichtig. Konkret ist eine Verbesserung der Radwege zwischen Parkstadt und Altstadt geplant. Außerdem soll ein Radverkehrskonzept erstellt werden. Die Idee dazu ist allerdings nicht neu. Schon 2007 hat das Ingenieurbüro Brenner ein solches Konzept aufgestellt. Allerdings ist dieser 100 Punkte Plan veraltet, die der Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Andreas Reiner, den Stadträten erklärt.

Stadtrat Hofer: „Wir reden rum, aber passiert ist nicht viel.“

Bei den Stadträten, die im Bauausschuss sitzen, löste dieser Tagesordnungspunkt eher Frust als Freude aus. „Seit 2007 reden wir rum, passiert ist aber nicht viel“, sagte Manfred Hofer von der EBD. Auch Franz Ost von der CSU merkte an, dass die Bevölkerung endlich etwas von dem Willen der Stadt, den Radverkehr zu fördern, auch sehen müsse. „Was ist denn von unserem alten Konzept sichtbar? Sehr wenig“, so der CSU-Stadtrat. Brigitte Kundinger-Schmidt erinnerte zwar daran, dass die Promenade geteert worden sei und ein Radverkehrsbeauftragter installiert worden sei, doch auch sie forderte endlich Taten. „Bei der Dillinger Straße haben wir es ja auch verpasst, einen ordentlichen Radweg umzusetzen. Das ärgert mich bis heute“, so die SPD-Politikerin. Stephanie Museaus beklagte, dass sich seit 2007 schon so viel geändert habe, dass man jetzt wirklich dranbleiben müsse. „Angesichts von E-Bikes und E-Scocotern müssen wir uns endlich vorbereiten“, sagte sie. Zudem sei es ja der Wunsch der Stadt, dass die Leute das Auto stehen lassen und mehr Rad fahren. „Dafür müssen wir etwas tun.“

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Antrag von Stadtrat Dinger sorgt für emotionale Debatte

Emotional war die Debatte bereits im Vorfeld gewesen, denn die Verwaltung hatte einen Antrag von ÖDP-Stadtrat Gustav Dinger vorgelegt und vorgeschlagen, diesen nicht weiter zu verfolgen. Dinger forderte in diesem bereits 2015 ein integrierte Verkehrsplanung mit Schwerpunkt Radnutzungskonzept und dazu eine Bürgerbeteiligung. Der Antrag war bisher nicht beraten worden. „Ich finde es ignorant meinen Vorschlag einfach pauschal abzulehnen ohne darüber zu beraten“, sagte Dinger. Die Mehrheit der Stadträte sprang ihm zu Seite und ließ seinen Antrag vertagen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Barbara Wild: Verkehr in Donauwörth: Chaos der Konzepte

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