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Kaisheim

28.11.2020

Ein Waldkindergarten in Kaisheim?

Die Kinderkrippe „Zauberwald“ in Kaisheim reicht nicht mehr aus, um alle Kleinkinder aufzunehmen, die einen Betreuungsplatz brauche.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Der Marktgemeinderat Kaisheim erörtert, wie die Kinderbetreuung ausgebaut werden könnte. Es gibt wohl eine ganze Reihe von Lösungsansätzen.

Tatsache ist: Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren in der Marktgemeinde Kaisheim ist derzeit größer als das Angebot. Zudem zeichnet sich ab, dass im Kindergarten die Plätze für Mädchen und Buben ab drei Jahren mittelfristig nicht mehr ausreichen. Die Kommune will in den kommenden Jahren in mehreren Ortsteilen neue Wohngebiete schaffen. Einer Sozialraumprognose zufolge werden wohl allein für den Kindergarten um die 130 Plätze benötigt. Vor diesem Hintergrund hat im Gemeinderat ein reger Gedankenaustausch stattgefunden, wie die Kapazitäten erweitert werden könnten.

Noch kein Beschluss

Konkrete Beschlüsse, wo und in welcher Form fest oder provisorisch gebaut werden soll, fasste das Gremium noch nicht. Eines zeichnet sich jedoch ab: Es könnte in Kaisheim bald einen Waldkindergarten geben.

Bürgermeister Martin Scharr skizzierte die aktuelle Situation. Die Betriebserlaubnis für die vier Gruppen im Kindergarten sehe 110 Plätze vor. Davon seien momentan 95 belegt, vom 1. Januar 2021 an seien es 103. Somit bleibe hier ein kleines Polster. Allerdings zeichne sich ab, dass aufgrund der baulichen Umstände das Landratsamt als übergeordnete Behörde die genehmigten Plätze nach unten korrigieren könnte. Aktuell dient für das obere Stockwerk des Kindergartens eine Rutsche als zweiter Rettungsweg. Folglich dürften nur Kinder, die mindestens drei Jahre alt sind, überhaupt das Obergeschoss nutzen.

Platzbedarf in der Krippe

Drängender sei der Platzbedarf in der 2013/14 unterhalb des Kindergartens neu gebauten Krippe. Die beiden Gruppen dort hätten eigentlich 24 Plätze. Wegen der großzügigen Platzverhältnisse sei die Betriebserlaubnis auf 26 Plätze erweitert worden. Allerdings reichten diese nicht aus, so der Bürgermeister. Fünf Kleinkinder stünden bereits auf einer Warteliste. In der folgenden Aussprache brachten Scharr und die anderen Ratsmitglieder diverse Varianten ins Spiel, wie das Betreuungsangebot erweitert werden könnte. Eine Idee der Verwaltung sei, mit einem Anbau an den Kindergarten zwei weitere Krippengruppen zu ermöglichen. Der Haken: Weil damit die ganze Kindertagesstätte an diesem einen Standort auf rund 150 Plätze käme, würden den baurechtlichen Vorgaben zufolge automatisch bestimmte Räume in bestimmter Größe nötig, beispielsweise ein Speiseraum mit mindestens 75 Quadratmetern. Dies wäre mit einem solchen Anbau nicht machbar: „Damit ist dieses Thema eigentlich zu den Akten gelegt.“

Große Lösung oder neuer Standort?

Also gingen die weiteren Überlegungen in zwei Richtungen: Entweder könnte es eine große Lösung auf dem jetzigen Kita-Gelände geben, oder es werden Gruppen an einem anderen Standort angesiedelt. Offenbar auf positive Resonanz im Gemeinderat stößt die Idee, einen Waldkindergarten einzurichten. Mancher Rat sieht hier den Bereich am „Egerbuck“ bei Kaisheim als geeignet. Der Gedanke, vielleicht zusammen mit der Stadt Harburg oder der Gemeinde Buchdorf einen Waldkindergarten anzustreben, wurde ebenfalls ins Spiel gebracht.

Mögliche Standorte für eine ausgelagerte Krippe böten sich – so ergab die Aussprache – auf anderen Grundstücken in Kaisheim an, beispielsweise auf der Fläche unterhalb der Abt-Ulrich-Schule. Aber auch Grundstücke, die dem Freistaat Bayern gehören, kämen infrage. Sollte die Gemeinde sich auf eines festlegen, würde der Staat das jeweilige Areal auch zur Verfügung stellen, berichtete Scharr. Dies sei der Gemeinde aus München zugesichert worden.

Eventuell Krippe statt Bücherei

Ebenfalls im Raum stand beziehungsweise steht die Idee, in Altisheim einen zweiten Kita-Standort zu etablieren, der für Mädchen und Buben auch aus dem benachbarten Donauwörther Stadtteil Schäfstall interessant sein könnte. Einerseits könnte man sich damit die umständliche tägliche Fahrt nach Kaisheim ersparen, andererseits könnte es aber kompliziert werden, wenn die Plätze nicht ausreichen.

Ein weiterer Vorschlag, der geprüft werden soll, war, ob eventuell die Räume der Bücherei im Schulkomplex in eine Krippe umgewandelt werden könnten.

Containerlösung

Die Räte fassten schließlich einstimmig drei Beschlüsse, um einer Lösung näher zu kommen. Zum einen sollen die Kosten für einen Waldkindergarten ermittelt werden, zum anderen die für eine Container-Lösung für eine Kinderkrippe. Außerdem soll geklärt werden, wie viel Geld für die Ertüchtigung eines Raums für eine Krippe nötig wäre.

Ziel müsse es sein, so Bürgermeister Scharr, dem Landratsamt ein Zeichen zu senden, welchen Weg die Kommune einschlagen will. Der Rathauschef sagte, man sollte in jedem Fall bis September 2021 eine – zumindest vorläufige – Lösung für mehr Krippenplätze anbieten können.

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