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Donauwörth

22.11.2017

Eine Plattform für die regionale Kunst

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3 Bilder
Blumen und einen Scheck in Höhe von tausend Euro erhielt der Aichacher Maler Emmeran Emmeran Achter (links) von Oberbürgermeister Armin Neudert überreicht. Einmütig hatte die Jury sein Werk „Setup 5“ mit dem Donauwörther Kunstpreis bedacht.
Bild: Bissinger

Künstler zeigen derzeit im Donauwörther Zeughaus 46 von einer Jury ausgewählte Arbeiten. Einer der Aussteller rückt als Preisträger ganz besonders in den Blickpunkt.

Sie ist ebenso anspruchsvoll wie beliebt – und hat unter Künstlern einen hohen Stellenwert: Die Große Nordschwäbische Kunstausstellung, die jetzt wieder im Zusammenhang mit der Verleihung des Donauwörther Kunstpreises eröffnet wurde. Nicht immer war der Großteil ihrer ausgestellten Werke hochklassig, doch heuer, so flüsterten sich Kunstexperten zu, hat das Niveau deutlich angezogen. 150 Werke waren diesmal eingesandt worden, 46 schafften es vor die Augen der Jury.

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Eine Plattform für die regionale Kunst sei die Ausstellung geworden, meint Oberbürgermeister Armin Neudert. Einem breiten Publikum sollen die verschiedenen Kunstformen nähergebracht werden. Das war anfangs so – und ist auch nach 37 Jahren der Anspruch der Organisatoren. Neudert lenkte das Augenmerk der Besucher im Zeughaus auf die Vielfalt der Kunstformen: von der Malerei über Fotografie bis zur Keramik. Ausdrücklich dankte er dem Berufsverband Bildender Künstler Schwaben-Nord und Augsburg (BBK), der seit mehr als drei Jahrzehnten aktiv an der Realisierung beteiligt ist.

Künstler aus ganz Schwaben

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Die Künstler kommen aus ganz Schwaben. Aus dem Landkreis stellen bis 10. Dezember im Zeughaus Bernd Fischer (Nördlingen), Alexandra Gilbert (Bäumenheim), Veronika Jehl-Hampp (Nördlingen), Barbara Mechler (Amerdingen), Timo Mecko (Mönchsdeggingen), Marc Rogat (Donauwörth), Jochen Rüth (Altisheim) und Nathalie Schnider-Lang (Nördlingen) aus. „Ich sehe etliche Arbeiten von Kollegen, die den Preis auch verdient gehabt hätten“, gab sich jener Mann bescheiden, dessen Werk für die Jury herausragte: Emmeran Achter aus Aichach. Er erhielt den Kunstpreis 2017, der mit tausend Euro Preisgeld dotiert ist. Er bekam diese Auszeichnung für seine Arbeit mit dem Titel „Setup 5“.

Was wird auf der großformatigen Leinwand dargestellt? „Wir sehen eine schemenhafte Figur, gleichsam auflösend im Bildraum, die Farben der Figur verströmen sich und zehren die Figur aus.“ Norbert Kiening, der Vorsitzende des Berufsverbandes, setzte sich intensiv mit Achters Werk auseinander, in dem sich der Körper mit dem Raum vermenge. Es sei dem Betrachter sofort klar, was hier eingefangen worden war: ein sich bewegender Mensch. In früheren Zeiten, so Kienings Mutmaßung, wäre das Bild einfach nicht verstanden worden.

Skizze als Grundlage

In seiner Laudatio verriet Kiening die Arbeitsweise des Preisträgers, der offensichtlich die digitale Fotografie nutzt, um Sujets zu erarbeiten. Er bediene sich gedruckter Fotoabzüge, um in klassischer Form mit Mitteln der Collage und Malerei das Motiv für das Leinwandbild vorzubereiten. Die Skizze sei dann Grundlage für seine Kompositionen. Der Titel erkläre sich daraus, dass der Aufbau der Bühnentechnik, das Equipment, von den Musikbands als Bühnen-Setup bezeichnet werde.

„Wunderbar“ sei das Gemälde in jedem Fall, aber es bedürfe auch des Betrachters, der die Seh- und Interpretationstechniken, „über die wir in der Jetztzeit verfügen, zur Rezeption seines Werkes einsetzt.“ Unschärfe und Bildstörungen würden zu eigenständigen Formen, interpretiert Kiening, „die gleichberechtigt neben den ursprünglichen Gegenstand treten, ihn deformieren oder zum Verschwinden bringen.“

Dem Preisträger selbst war es fast unangenehm, so in den Blickpunkt gerückt zu werden. Über sein Werk mochte er nach der Laudatio von Kiening nichts mehr sagen. Nur so viel: „Schöne Worte, denen ich mich anschließe.“ So sehr das Werk des Preisträgers Aufmerksamkeit verdient, so sehr vermögen auch die anderen Arbeiten zu begeistern, wie Marc Rogats „Herbstweg“ (Pastell auf Karton), die Keramik von Jochen Rüth, die er „Geoden“ nennt, oder das Schwarz-Weiß-Porträt von Alexandra Gilbert.

Die Ausstellung wird bis 10. Dezember donnerstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr im Zeughaus gezeigt. Eintritt frei.

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