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Donauwörth

09.02.2019

Eva Lettenbauer ist die Abgeordnete hinter dem "Hälfte-der-Macht-Gesetz"

Eva Lettenbauer aus Daiting-Reichertswies ist seit Oktober 2018 Landtagsabgeordnete für die Grünen.
Bild: Leo Simon/Grüne

Plus Grünen-Abgeordnete Eva Lettenbauer aus dem Landkreis Donau-Ries will mehr Frauen in die Politik bringen. Im Interview erklärt sie, warum.

Frau Lettenbauer, Sie sind seit Oktober frisch im Landtag und stellen bereits ein neues Gesetz der Grünen vor, wie kommt’s?

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Eva Lettenbauer: Als frauenpolitische Sprecherin meiner Fraktion war es meine Aufgabe, den Entwurf unseres „Hälfte-der-Macht“-Gesetzes zu erarbeiten. Unsere Partei sieht dieses Thema als enorm wichtig an, sodass unsere Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze das mitpräsentiert hat.

Wie sind Sie da vorgegangen?

Lettenbauer: Ich habe mich umgesehen, wie andere Bundesländer und Länder Frauen in die Politik holen. Da kommt man schnell auf die Idee, Direktmandate als Duo – also eins für die Mann und eins für die Frau – pro Stimmkreis vorzuschlagen, um mehr Frauen ins Parlament zu bringen. Allein über die Liste schafft man keine paritätische Besetzung.

Warum ist es in Ihren Augen wichtig, dass mehr Frauen im Landtag sind?

Lettenbauer: Aktuell sind gerade mal 27 Prozent der 180 Abgeordneten im Landtag Frauen. So wenige waren es lange nicht. Dabei ist die Repräsentanz beider Geschlechter wichtig, weil Frauen und Männer verschiedene Aspekte der Politik voranbringen und unterschiedliche Sichtweisen haben – wie in der Gesellschaft auch.

Warum klappt das nicht auf regulärem Wege?

Lettenbauer: Wir Grünen und auch die SPD haben bei Wahlen Kandidatenlisten, die abwechselnd mit Frauen und Männern besetzt sind. Die konservativen Parteien folgen diesem Beispiel nicht, es herrschen noch sehr klare, männliche Strukturen vor. Wenn Frauen auf der Liste sind, dann ohne Stimmkreis. So schaffen es weniger Frauen ins Parlament.

Hätten sich denn überhaupt ausreichend Frauen gefunden, die diese Listenplätze und am Ende auch die Mandate übernehmen wollen?

Lettenbauer: Diese Frage stellt sich für mich nicht, den bei knapp acht Millionen Frauen in Bayern hätte man sicher 90 geeignete Bewerberinnen gefunden – das Parlament hat 180 Sitze.

Die Kritik war ja, sie würden damit die Wahlfreiheit zu sehr einschränken.

Lettenbauer: Wiese sollte eine Auswahl an gleichberechtigten Listen mit gleichberechtigten Geschlechtern die Wahlfreiheit einschränken?

Wie groß sehen Sie die Chancen für ihren Gesetzentwurf?

Lettenbauer: Er geht jetzt in die Ausschüsse und dann wird nach der zweiten Lesung im Plenum abgestimmt. Ich bin realistisch genug um zu wissen, dass es beim ersten Versuch nicht gleich klappen muss. Aber mittlerweile melden sich auch Frauen aus der CSU zu Wort – Barbara Stamm oder Christine Haderthauer. Ich hoffe, diese Minderheitsmeinungen im konservativen Lager werden lauter. Und schon jetzt wissen wir, dass wir mit unserem Gesetzesvorschlag einen Punkt getroffen haben, den die Bürger in diesem Land beschäftigt.

Die Fraktionschefin der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, unterstützte Eva Lettenbauer vergangenes Jahr auf ihrer Wahlkampftour im Landkreis Donau Ries.
Bild: Bernd Schied (Archiv)

Wie weiblich stellen sich denn die Grünen bei den Kommunalwahlen im Landkreis Donau-Ries auf?

Lettenbauer: Es ist uns ein großes Anliegen, dass auch in den unteren Ebenen der Politik mehr Frauen mitreden. Wir wollen Frauen im Landkreis mehr Möglichkeiten geben, sich direkt einzubringen und ihre Ideen mit uns teilen. Das ist in Vorbereitung. Ob wir für den Landrat eine weibliche Gegenkandidatin aufstellen können und wollen, entscheidet die Kreispartei in einigen Monaten. Aber es muss nicht zwanghaft eine Frau sein.

Zur Person: Eva Lettenbauer, 26, ist die jüngste Abgeordnete im bayerischen Landtag. Die studierte Wirtschaftsingenieurin lebt in Daiting-Reichertswies bei Donauwörth und gehört dem erweiterten Parteivorstand der Bayerischen Grünen an.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar: Gleichberechtigung im Landtag klappt nur mit Frauenquote

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