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Kaisheim

07.12.2018

Gefängnis: Fenster werden zusätzlich gesichert 

Die normalen Gitter reichen an manchen Fenstern in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim nicht mehr aus. Deshalb soll nachgebessert werden.
Bild: Wolfgang Widemann

In der JVA Kaisheim wirft die Maßnahme am denkmalgeschützten Komplex ein Problem auf. So sieht die Lösung aus.

Seit jeher und aus nachvollziehbaren Gründen sind Fenster in Gefängnissen vergittert. Doch die klassische Konstruktion aus Metallstangen ist an manchen Stellen offenbar nicht sicher genug. Zum Beispiel können Gegenstände zwischen den Stäben hindurch geschmuggelt werden. Deshalb wird in Justizvollzugsanstalten (JVA) vor bestimmte Fenster ein Lochblech montiert.

Das ist ein Blech mit vielen kleinen Löchern. Ist zwar einigermaßen undurchlässig, hat aber keinen Fenster-Charakter mehr. Dies würde sonst keinen weiter stören. In der JVA Kaisheim ist das aber anders. Ein Teil der Gebäude bildete einst den Kern des mächtigen Zisterzienserklosters. Logischerweise steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Damit müssen solche Umbaumaßnahmen unter diesem Gesichtspunkt geprüft und genehmigt werden.

Die Optik des Bauwerks würde beeinträchtigt

Deshalb beschäftigte sich nun der Gemeinderat in Kaisheim mit dem Thema. Laut Antrag sollen Fenster an der Süd- und Ostseite des sogenannten Abteigebäudes mit Lochblech gesichert werden, ebenso in der Verlängerung des Kaisersaals. Ein solches Blech würde die Optik des historischen Gemäuers beeinträchtigen, erklärt Bürgermeister Martin Scharr: „Das würde wie eine graue Platte ausschauen.“

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Die Lösung ist denkbar einfach und wurde bereits in anderen bayerischen Anstalten – viele von diesen befinden sich in ehemaligen Klöstern – praktiziert. Auf das Lochblech sollen Fenster gemalt werden. Dies sehe schon aus relativ kurzer Entfernung täuschend echt aus, so Scharr. JVA-Direktor Peter Landauer habe im Vorfeld schon Zustimmung signalisiert, berichtet der Bürgermeister.

Eine Aufgabe für die Kunstabteilung 

Die Kaisheimer Räte erteilten unter dieser Bedingung mit 10:2 Stimmen die denkmalrechtliche Erlaubnis. Nach Malern werden die Verantwortlichen des Gefängnisses wohl nicht lange suchen müssen. Zu den Betrieben in der JVA gehört auch eine Kunstabteilung, in der kreativ veranlagte Häftlinge beschäftigt sind.

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