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Heimatgeschichte

07.11.2017

Kartenpuzzle und bayerischer Einfluss

Rudolph Hanke (Mitte) und Dieter Reng übergaben die Reproduktion einer alten Landkarte aus dem Jahr 1600 mit dem Nadlerdorf Rögling im Zentrum an Bürgermeisterin Maria Mittl.
Bild: Sebastian Mayer

Das Nadlerhaus in Rögling besteht seit zwei Jahren. Bei einer Feier erfahren die Gäste Interessantes über das alte Handwerk, historische Karten und den Dialekt

Eine Menge über die Geschichte ihres Dorfs gelernt haben die Röglinger bei einer Feier anlässlich des zweijährigen Bestehens des Nadlerhauses. Die Altersspanne der Gäste reichte vom Kleinkind bis zum Senior mit 89 Jahren. Dies freute besonders Bürgermeisterin Maria Mittl, die sich bei der Eröffnung des Gemeindezentrums gewünscht hatte, dieses solle „ein Haus für alle Generationen über alle Generationen hinweg werden“.

Auf anschauliche Weise eröffnete Ludwig Fieger den Abend mit der Vorstellung der Nadlergeschichte, indem er in einer Präsentation verschiedene Kunstelemente im Ort zeigte, die das Handwerk der Nadler in Rögling darstellen. Fieger las auch aus dem Zunftbuch von 1683 vor, einem der wenigen erhaltenen Originalgegenstände aus der Nadlerzeit. Von seiner Tochter Luise auf dem Klavier begleitet, zeigte Ludwig Fieger in gekonntem Sprechgesang das harte Leben der Nadler und dessen geschichtliches Ende auf. Interessantes über historische Karten erfuhren die Besucher beim Vortrag von Dieter Reng. Im bayerischen Hauptstaatsarchiv in München hatte dieser nach alten Landkarten gesucht, die den Ort Rögling zeigen. Die wohl älteste Darstellung des Dorfs fand sich auf der Kopie einer Landkarte von Philipp Apian aus dem Jahr 1568, also vor fast 450 Jahren. Dort ist der Ort „Reglen“ eingezeichnet. Aus dem Jahre 1722 zeigte Reng eine teilweise kolorierte Karte der Röglinger Gegend.

Auf einem Nachdruck des Uraufnahme-Blattes von 1819 erklärte der Referent die alte Häuserbebauung und die dazugehörigen Flächen sowie den Zusammenhang mit der Katasterbeschreibung von 1810.

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Vorher hatte Reng eine Landkarte aus dem Jahr 1600 gezeigt, die aus vielen Einzelsegmenten besteht. Mit den Spezialisten der Firma Hama hat Reng dieses „Puzzle“ zusammensetzen lassen und es ist eine detaillierte und interessante Karte entstanden, die das Nadlerdorf Rögling inmitten der Umgebung um das Jahr 1600 zeigt.

Als Überraschung des Abends überreichte Reng zusammen mit Rudolph Hanke eine ansprechend gerahmte Reproduktion dieser alten Landkarte. Außerdem erhielt die Gemeinde auch noch sechs großformatige Bilder der übrigen gezeigten Landkarten. Bürgermeisterin Maria Mittl bedankte sich und versicherte, die Karten würden in der Gemeinde einen geeigneten Platz finden.

Heute überwiegt das Schwäbische

Bei einem weiteren Programmpunkt erfuhren die Zuhörer viel Wissenswertes über den Dialekt im Dreiländereck. Die Studentin Anna Mayr aus Mörnsheim hatte in ihrer Bachelorarbeit in Solnhofen, Mörnsheim und Rögling, Orte am sogenannten Dreiländereck Oberbayern, Mittelfranken, Schwaben die unterschiedlichen Mundarten erforscht und trug diese Erkenntnisse auf pfiffige Art und Weise vor. So erfuhr man, dass das Wort „Hose“ als „housn, huusn oder hoosn“ in diesen Orten verschieden ausgesprochen wird. Aber insgesamt, so ihre Einschätzung, fand sie in Rögling alle drei Dialekte vor – mehr als es den Bewohnern bewusst war. So sprechen die älteren Röglinger vor allem eine Mischung aus schwäbisch und bayerisch und oft hört man auch den fränkischen Einschlag. Bei den jüngeren Leuten überwiegt der schwäbische Einfluss.

Musikalisch umrahmt wurde der erste Teil des Abends von Evi und Marie Krämer aus Bergen bei Neuburg, die mit ihren Instrumenten Zither und Hackbrett die Zuhörer unter anderem mit dem „Baringer Landler“ begeisterten. Zum Abschluss des Abends traten noch das Duo Pluspunkt auf: Diana Sonntag und Florian Hofmann zeigten ihr musikalisches Können mit Gitarre und Gesang und unterhielten das Publikum noch einige Stunden mit moderner akustischer Musik. (dz)

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