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Monheim

11.12.2020

Krise: So viele Stellen fallen bei Bühler Motor in Monheim weg

Die Produktionsanlagen bei Bühler Motor in Monheim sind zurzeit nur teilweise ausgelastet. Weil Aufträge fehlen, baut das Unternehmen nun erneut Personal ab. 50 Stellen werden gestrichen.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Die in Turbulenzen geratene Firma Bühler Motor reduziert die Belegschaft in Monheim. Management und Arbeitnehmer-Vertreter haben einen Sozialplan ausgehandelt.

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich bei der Firma Bühler Motor die Geschäftsführung und die Arbeitnehmervertreter darauf geeinigt, wie viele Jobs am Standort in Monheim wegfallen und welche Unterstützung die betroffenen Mitarbeiter erhalten. Klar ist nun: In der Fabrik in der Jurastadt wird die Stammbelegschaft um 50 Stellen reduziert.

Das mit Hauptsitz in Nürnberg und Produktionsstätte in Monheim angesiedelte Unternehmen war vor gut einem Jahr in Turbulenzen geraten. Hauptgrund dafür war die Krise der Automobilindustrie. Diese ist der wichtigste Abnehmer der Elektro-Kleinmotoren und Pumpen, die Bühler herstellt. Zudem beklagte die Firma den enormen Preisdruck. Die Folge: Anfang 2020 gingen in Monheim bereits 69 Jobs verloren. Die Produktion wurde teilweise in die Tschechei verlagert. Zuvor zählte der Betrieb in Nordschwaben noch an die 400 Beschäftigte.

Zunächst war bei Bühler in Monheim von 70 Stellen weniger die Rede

Im September folgte dann die nächste Hiobsbotschaft: Die Geschäftsleitung teilte mit, dass man weitere 70 Stellen abbauen müsse, um das Unternehmen zu sichern. Seitdem verhandelte das Management mit Betriebsrat und Gewerkschaft darüber, wie der Arbeitsplatzabbau vonstattengehen soll. In dieser Woche, so teilt Bühler Motor mit, habe man sich auf einen Interessensausgleich und einen Sozialplan geeinigt.

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage und dem damit verbundenen Einbruch in der Auto- und Luftfahrtindustrie müssten die Strukturen der Firma am Standort Monheim „weiter angepasst werden“. Es sei damit zu rechnen, dass sich die genannten Branchen nicht vor dem Jahr 2023 erholen würden. Die daraus resultierende geringere Auslastung erfordere eine „Anpassung des Personalbestands“. Ausdrücklicher Wunsch der Belegschaft sei gewesen, noch vor den Weihnachtsfeiertagen Informationen zu den Maßnahmen zu erhalten. Dies habe man nun mit dem am Dienstag getroffenen Interessensausgleich erreicht.

Diese Möglichkeiten bleiben den Betroffenen der Firma Bühler

Laut Bühler Motor sind insgesamt 42 Stellen betroffen. Stichtag für den Einschnitt in der Belegschaft ist der 31. Januar 2021. Nach Angaben von IG-Metall-Vertreter Björn Kannler sind es eigentlich sogar 50 Arbeitsplätze, acht Beschäftigte hätten aber in den vergangenen Wochen den Betrieb bereits freiwillig verlassen, seien in Rente gegangen oder hätten die Altersteilzeit angetreten.

Der Vereinbarung zufolge, so berichtet das Unternehmen, soll die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen „so gering wie möglich ausfallen“. Den Betroffenen bleiben nun drei Möglichkeiten: Entweder sie gehen freiwillig oder sie treten in eine sogenannte Transfergesellschaft über oder sie erhalten Ende Januar die betriebsbedingte Kündigung. Bei allen drei Varianten zahlt die Firma eine Abfindung. Die richtet sich nach der Betriebszugehörigkeit und dem Bruttoverdienst.

Gewerkschaftsvertreter Kannler hält den Übertritt in die Transfergesellschaft für den besten Weg. Diese bestehe mindestens ein halbes Jahr beziehungsweise bis zu einem Jahr. In dieser Zeit könnten sich die Beschäftigten weiterbilden und sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen. Denkbar sei auch, dass Mitarbeiter freiwillig in Teilzeit gehen. So könnte vielleicht der ein oder andere Beschäftigte seinen Job behalten.

Die Gespräche bei Bühler haben sich lange hingezogen

Die Gespräche der Kommission hätten sich lange hingezogen. Es habe etwa zehn Verhandlungsrunden gegeben, ehe man sich auf den beschriebenen Kompromiss verständigt habe, schildert Kannler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Monheimer Betriebsrat-Vorsitzende Gabriele Bredl wird in einer Pressemitteilung von Bühler Motor mit folgenden Worten zitiert: „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, für die betroffenen Mitarbeiter eine lange Vertragslaufzeit in der Transfergesellschaft zu verhandeln, um gerade in der jetzigen Arbeitsmarktsituation Unterstützung und Rückhalt zu geben.“

Geschäftsführer Thomas Weis nimmt wie folgt Stellung: „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht müssen wir diese Schritte gehen. Es ist unsere Pflicht, das Unternehmen weiter zukunftsfähig auszurichten, um letztlich den Standort zu erhalten und die verbleibenden Arbeitsplätze zu sichern.“

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