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Donauwörth 

09.08.2019

Lärmschutz an der Schiene verzögert sich

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Entlang der Bahnlinie zwischen Ende der Neudegger Siedlung und Kreisverkehr an der Dillinger Straße soll eine Lärmschutzwand gebaut werden. Doch das verzögert sich weiter.
Bild: Theo Seel

Plus Eigentlich sollte der Bau von Lärmschutzwänden in Donauwörth dieses Jahr beginnen. Doch das Konzept wird nochmals überarbeitet. Woran das liegt und was das für die Bürger am Gleis bedeutet. 

Bürger in Donauwörth müssen noch länger mit dem Rattern des Zuges im Ohr leben. Die geplanten Lärmschutzwände auf dem Stadtgebiet entlang der Gleise werden nicht wie geplant 2019 verwirklicht, sondern frühestens im Jahr 2022. Das erklärt Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in einem Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange, das der Redaktion vorliegt.

Seit Jahren wird die Geduld der Anwohner am Gleis auf eine harte Probe gestellt – nicht nur, weil sie tags wie nachts von dem Verkehr der Züge belastet werden, sondern auch, weil sie immer wieder vertröstet werden, wenn es um den tatsächlichen Bau der versprochenen Lärmschutzwände geht.

Lärmschutz am Gleis in Donauwörth - Planungsstand 2017. 
Bild: duckhornda

So ist es auch dieses Mal wieder eine neue Vorgabe des Gesetzgebers, das eine zeitliche Verschiebung bewirkt. Die Förderrichtlinie für das zu Grunde liegende Lärmsanierungsprogramm wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2019 geändert. „Daher müssen die bisher nicht realisierten Ortsdurchfahrten nochmals überarbeitet werden“, so Josel. Sprich: Die am Bahngleis gelegenen Häuser müssen erneut überprüft werden, ob sie über den Grenzwerten liegen. Aus diesem Schallgutachten wird dann ein neues Konzept für aktiven und pasisven Lärmschutz erarbeitet – sprich Schutzwände oder auch die Förderung von Schallschutzfenstern.

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Donauwörth ist eine von 2200 Kommunen, die warten

Bisher wurden für Lärmschutzmaßnahmen nur Häuser berücksichtigt, die vor dem 1. April 1974 genehmigt worden waren oder in einem Gebiet stehen, dessen Bebauungsplan vor diesem Datum verabschiedet worden war. Diese zeitliche Einschränkung wurde überarbeitet und der relevante Stichtag ist nun der 1. Januar 2015. Das könnte bedeuten, dass auch auf Donauwörther Stadtgebiet deutlich mehr Bürger von Lärmschutz profitieren. Relevant werden alle Gebäude, die nachts mehr als 57 Dezibel an Lärm ertragen müssen.

Wie das Bundesverkehrsministerium erklärt, hat sich mit den neuen Vorgaben die Länge der zu bauenden Lärmschutzwände bundesweit um circa 2800 Kilometer auf 6500 Kilometer erhöht und umfasst deutschlandweit 2200 Kommunen – darunter auch Donauwörth.

Zuletzt sah die Planung vor, dass in Donauwörth gut fünf Kilometer der zwei oder drei Meter hohen Wände verteilt auf vier Zonen im Stadtgebiet aufgestellt werden sollen. Eine war zwischen dem Bahnhof und dem Firmensitz der Käthe Kruse GmbH mit einer Länge von 1280 Meter geplant. 830 Meter lang sollte die Maßnahme zwischen dem Riedlinger Sportplatz und der Kaiser-Karl-Straße bis zur Hausnummer 15 werden. Die Häuser der Neudegger Siedlung sollten vom Kreisverkehr an der Dillinger Straße bis zum Ende der Häusergruppe mit einer drei Meter hohen und fast einen Kilometer langen Wand geschützt werden. In Nordheim sollte ein drei Meter hoher Schutz etwa vom Ortseingang von Donauwörth her kommend, bis auf die Höhe des Wasserhaustreffs auf einer Länge von über einem Kilometer laufen. Diese Maßnahme war erst 2017 neu in das Donauwörth-Paket aufgenommen worden – auch, weil die Stadt Nordheim als Wohngebiet und nicht wie bisher als Mischgebiet hochgestuft hatte.

Schallgutachten ist in Auftrag gegeben

Im übrigen ermöglicht die neue Förderrichtlinie auch, dass bei der Gestaltung der Maßnahmen Rücksicht auf die Interessen des Tourismus und Gesundheitswirtschaft genommen wird – es werden also auch aufwendigere Konzepte für Lärmschutzwände bezahlt.

Klaus-Dieter Josel erklärt, dass ein neues Gutachten für die Schalltechnische Untersuchung bereits Anfang 2019 für Donauwörth in Auftrag gegeben worden sei. Ergebnisse erwartet er bis Herbst dieses Jahres. Dann könnte klar werden, wie das aktuelle Maßnahmenpaket für Donauwörth aussehen kann. „Ihc kann ihnen versichern, dass wir nach wie vor weiterhin mit Hochdurck an der Umsetzung der Lärmsanierungsmaßnahmen in Donauwörth arbeiten“, schreibt Josel an Ulrich Lange. Die realisierung sollte dann aber innerhalb der nächsten fünf Jahre passieren, denn die Förderrichtlinie wird spätestens im Jahr 2024 überprüft – und neue Gutachten könnten dann ins Haus stehen.

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