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Statistik

12.11.2019

Landkreis setzt auf Erneuerbare

Gute Zahlen für alternative Energieträger im Kreis Donau-Ries. Was dahinter steckt

Auch 2018 kann der Landkreis Donau-Ries bei der Erzeugung von Strom aus alternativen Energieträgern mit guten Zahlen aufwarten. Gegenüber 2017 stieg im vergangenen Jahr deren Anteil um 2,7 Prozent auf nunmehr 99,6 Prozent. Hauptsäule war dabei erneut die Biomasse mit 43,5 Prozent gefolgt von den Photovoltaikanlagen mit etwa 30 Prozent und den Wasserkraftwerken (23,1 Prozent).

So gut wie keine Rolle spielte die Windkraft. Der Vergleich mit dem Referenzjahr 2007 ergibt eine Steigerung der alternativen Energieerzeugung von 93 Prozent. Pro Kopf wird derzeit im Landkreis rund zweieinhalb mal mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt als im Bayern- und Bundesdurchschnitt.

Nach wie vor im Fokus steht das Ziel, bis 2030 rund 60 Prozent des Gesamtenergieverbrauches (Strom und Wärme) aus alternativen Energieträgern zu erzeugen. Erreicht werden soll dies durch einen Mix aus Einsparungen und einem weiteren Ausbau der Erneuerbaren.

Vorgestellt hat die Zahlen gestern im Kreis-Umweltausschuss Serafin von Roon von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FFE) aus München. Von Roon sprach von hervorragenden Ergebnissen und einer Vorbildfunktion, die Landkreis Donau-Ries einnehme.

Privathaushalte sparen am meisten

Um drei Prozent gegenüber 2017 zurückgegangen ist nach Berechnungen der FFE der Stromverbrauch in den Privathaushalten trotz einer stetig zunehmenden Einwohnerzahl im Landkreis. Hingegen habe die Wirtschaft einen Anstieg von rund zwei Prozent zu verzeichnen. Insgesamt nahm der Gesamtverbrauch an Strom im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Prozent zu. Bezogen auf den Beginn der Aufzeichnungen 2007 hat der Stromverbrauch in den Privathaushalten und den Wirtschaftsunternehmen um vier Prozent zugelegt.

Von Roon gab zu bedenken, dass es angesichts einer Zunahme der Bevölkerung und immer mehr sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen schwierig sei, signifikante Einsparungen im Energiebereich zu erzielen. Ein Problem stelle in diesem Zusammenhang der Wärmebereich dar, in dem sich sowohl bei den Erneuerbaren Energieerzeugung als auch bei den Einsparungen derzeit nicht viel tue. Für 2021 kündigte von Roon in diesem Bereich konkrete Zahlen für den Wärmesektor an.

SPD-Kreisrat Johann Roßkopf wollte von Serfin von Roon wissen, wie sich der von der Bundesregierung propagierte Ausbau der Landesäuleninfrastruktur in den kommenden Jahren auf den Stromverbrauch auswirken werde. Er gehe nicht von einer signifikaten Zunahmen aus, antworte der Experte, auch wenn die E-Mobilität zunehmen werde. Bernd Horst (Fraktion Frauen/ÖDP/Freie Wähler) riet dazu, vor dem Hintergrund der guten Zahlen nicht zu sehr „mit geschwellter Brust“ aufzutreten. „Es ist nicht allein unser Verdienst, dass in den zurückliegenden Jahren beispielsweise die Wasserkraft einen erheblichen Anteil zur erneuerbaren Energieerzeugung beigetragen hat.“ Landrat Stefan Rößle räumte dies ein, betonte aber gleichzeitig, dass der Kreis sehr stolz auf den hohen Anteil an Biomasse und Photovoltaik sein könne. „Darüber hinaus haben wir auf diesem Gebiet einiges angestoßen“. Josef Fischer (CSU) wollte wissen, in welche Kategorie die künftigen Ladesäulen eingeordnet würden. „In die Sparte Wirtschaft“, entgegnete ihm von Roon. Die Masse der Ladevorgänge an den E-Autos werde „zuhause“ erfolgen mit der Konsequenz, dass in den einzelnen Haushalten der Stromverbrauch steigen werde.

Albert Riedelsheimer (Grüne) sieht in der Windkraft noch Potenzial, um auf 100 Prozent Stromerzeugung aus Erneuerbaren zu kommen. Was denn der Landkreis auf diesem Gebiet tue, wollte er vom Landrat wissen. „Wir können wenig tun“, räumte Stefan Rößle ein. Es gebe eben wenig geeignete Standorte. Zudem stünde einem Projekt häufig der Artenschutz entgegen. „Ein paar Windräder mehr würden uns aber schon gut tun“, so der Landkreischef.

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