Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Mertinger nominiert für den Landwirt des Jahres

Nominierung

17.07.2020

Mertinger nominiert für den Landwirt des Jahres

Eine Jury schaute sich im Bio-Energie-Centrum in Mertingen um. Paul Schweihofer und Anja Link zeigten den Juroren des Ceres-Awards (von links Bettina Bischof, Bernd Feuerborn und Matthias Baum) den Betrieb.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Paul Schweihofer ist mit seiner etwas anderen Biogasanlage in der Endauswahl. Wie es ihm gelingt, aus Abfall Strom, Wärme und Dünger zu produzieren.

Biogas ist nicht gleich Biogas. Paul Schweihofer in Mertingen zeigt als Pionier der „grünen Energie“, wie man daraus eine Erfolgsgeschichte für die Umwelt macht. Energiewende und Klimaschutz waren keine Schlagwörter, als Schweihofer vor 20 Jahren sein Bio-Energie-Centrum (Benc) an der Königsmühle in Mertingen startete. Nun könnte er sogar Landwirt des Jahres werden. Nominiert für diesen Titel ist er schon mal.

Schweihofer setzt konsequent auf die Kraft der Natur

Zug um Zug, Schritt für Schritt hat der Landwirt neue Entwicklungen berücksichtigt. Er hat konsequent auf Biomasse und die Kraft der Natur gesetzt. Heute betreibt Schweihofer mit seiner Familie eine Biogasanlage, die im Landkreis einzigartig ist. Er verwandelt mit 20 Mitarbeitern Mist, Gras, Joghurt und Kartoffelschalen wie auch andere Stoffe als Abfälle in Ökostrom und Wärme.

Schweihofer hat sich nun in der Kategorie Energielandwirt für den Ceres-Award qualifiziert, einen Wettbewerb von Agrar heute, der auflagenstärksten Fachzeitschrift für Landwirte im deutschsprachigen Raum. Namenspatin für den Ward ist die römische Göttin des Ackerbaus Ceres. Die Göttin, die für gutes Wachstum und ertragreiche Ernten verehrt wurde, ist nach Ansicht von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein ideales Symbol für den Beitrag, den die Landwirtschaft für die Gesellschaft leistet.

Mertinger zählt zu den 30 besten Landwirten

Mit der Nominierung zählt Schweihofer bereits jetzt zu den 30 besten Landwirten im deutschsprachigen Raum. Ob er Ende Oktober in Berlin mit dem Sieg in seiner Kategorie ausgezeichnet wird, entscheiden fachkundige Juroren. Jetzt waren sie auf der Benc-Anlage in Mertingen, wo Schweihofer seinen Traum verwirklicht hat: aus Mist Geld zu machen. Anstatt Mais und andere Feldfrüchte zu Strom und Wärme zu vergären, nutzt Benc Abfall. Der Landwirt erläuterte der Jury, dass er auch vermeintlichen Abfall aus der Molkerei, der Zuckerfabrik, der Produktion von Pommes frites und „als Krönung“ 500 Tonnen Pferdemist zu Strom „veredelt“. Eine Million Kilowattstunden Strom für über 2200 Haushalte kommen dabei heraus. Der regionale Abfall, der in seiner Anlage zu Energie wird, ist für den Mertinger nun das Ticket ins Finale der internationalen Ausschreibung für den Ceres-Award.

Landwirte sind es gewöhnt, mit schwierigen Lagen umzugehen

Zum siebten Mal findet die Prämierung statt. Bernd Feuerborn vom Deutschen Landwirtschaftsverlag war einer der Juroren, die sich in Mertingen umgesehen haben. „Landwirte sind daran gewöhnt, mit schwierigen Situationen umzugehen. Gerade in der Corona-Krise zeigt sich, wie wichtig ihre Bodenständigkeit, ihr Unternehmergeist und ihre Leidenschaft sind, um die Versorgung der Gesellschaft zu sichern“, erklärte Feuerborn. Bäuerliche Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum sowie Verantwortungsbewusstsein für Familie, Betrieb, Tier, Natur und Gesellschaft sollten mit dem Wettbewerb in den Blickpunkt gerückt werden.

In elf Einzelkategorien, darunter Bio- und Energielandwirt, Milchvieh- und Schweinehalter, werden Sieger gekürt. Aus Bayern sind in den elf Kategorien acht Landwirte nominiert.

Maschinen und Technologie speziell entwickelt

Schweihofer zeigte den Juroren seine Anlage und machte klar, dass es die Technik für ein Biogaszentrum, wie er es betreibt, noch nicht gegeben habe. Er habe speziell für seine Bedürfnisse die Maschinen und die Technologie entwickelt. Heute fließe rund um die Uhr Ökostrom ins allgemeine Stromnetz. 2009 seien täglich 1,7 Tonnen Bioabfall angeliefert worden, mittlerweile sei man bei über 100 Tonnen. Zugleich könne die Firma mit der aktuell erzeugten Abfallwärme von fünf Millionen Kilowatt rund 250 Haushalte beheizen. Und noch eine Zahl: Jährlich sorgt Benc für eine Kohlendioxid-Einsparung von 7700 Tonnen.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren