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Rain

21.07.2020

Parken in Rain: Intelligente Lösungen sind gefragt

Die Rainer Altstadt hat durchaus ihre Qualitäten für parkende Autos, mitunter aber auch Engpässe. Eine Unterschriften-Aktion will aktuell darauf aufmerksam machen.
Bild: Barbara Würmseher

Plus An einigen Stellen gibt es Engpässe, an anderen sind reichlich Parkplätze vorhanden. Die Initiatoren einer Unterschriftenaktion wollen ein Parkkonzept erreichen. Aber sie wollen auch den Krippenanbau am Rathaus kippen.

Die Stadt Rain punktet bei Autofahrern mit einem charmanten Vorteil gegenüber anderen Städten: Parken ist im Stadtgebiet kostenlos und mit Parkscheibe für die Dauer von zwei Stunden möglich. Wer also die Geschäfte der City zum Einkaufen aufsucht, wer seine Kinder zur Kinderkrippe „Am Rathaus“ bringt, wer freitags den Wochenmarkt zum Ziel hat, Arzttermine erledigen muss, Anwohner besucht ..., der wird nicht zur Kasse gebeten, wenn er sein Fahrzeug parkt. So er denn einen Parkplatz findet!

Der Bedarf steigt

Denn je nach Ort, Tageszeit, Wochentag und Verkehr ist es manchmal leichter, manchmal schwieriger, eine freie Lücke zu ergattern. Dazu kommen weitere Entwicklungen und Initiativen zur Innenstadtbelebung, die allesamt auch die Nachfrage nach Parkplätzen wohl steigern werden. So sehen das die Initiatoren einer aktuellen Unterschriftenaktion, an der sich knapp 300 Bürger und Auswärtige beteiligt haben. Deren Forderungen lauten wörtlich:

„Mit meiner Unterschrift fordere ich die Stadt Rain auf, keine weiteren Parkplätze in der Altstadt zu vernichten. Mit meiner Unterschrift fordere ich, ein Parkplatzkonzept für die Altstadt in Auftrag zu geben. Mit meiner Unterschrift fordere ich keine Erweiterung der Kinderkrippe am Rathaus! Sondern den notwendigen Neubau eines Kindergartens mit Kinderkrippe im Neubaugebiet an der Neuburger Straße zu verlegen, um die Parkplätze in der Altstadt zu erhalten.“

Ein besonderes Spannungsfeld

Bürgermeister Karl Rehm, Stadtrat und Stadtverwaltung nehmen diese Anliegen ernst. „Wir alle arbeiten gemeinsam an einer attraktiven Innenstadtentwicklung“, sagt Rehm. „Aber Baulücken zu schließen, die Altstadt zu beleben und den Bewohnern und Kunden unserer Geschäfte dabei ausreichend Parkplätze zu schaffen – das alles steht in einem besonderen Spannungsfeld, das Kompromisse fordert.“

Als sich der Stadtrat jetzt zur Klausurtagung traf, kam auch das Thema Unterschriftenaktion zur Sprache mit Schwerpunkt Erweiterungsbau der Kinderkrippe „Am Rathaus“ – ein Projekt, das 2019 noch vom alten Stadtrat beschlossen wurde. Die Planungen für diese Erweiterung sind so weit vorangeschritten, dass sie nur noch eingereicht werden müssen. Wie Rehm sagt, sprechen sich sowohl Krippen-Leiterin als auch Elternbeiratsvorsitzende – in Kenntnis der Verkehrssituation am dortigen Nadelöhr Spitalgasse/Brachetstraße/Hauptstraße – ganz klar für den Erweiterungsbau an dieser Stelle aus. Auch aus stadtplanerischer Sicht spricht einiges für diesen Standort hinter dem Rathaus, denn er steht unter Ensembleschutz, wie der Bürgermeister sagt.

"Höchste Eisenbahn" für den Krippen-Anbau

Zudem steht die Stadt unter Druck, weil der Bedarf an Kinderbetreuung stetig steigt und sie Gefahr läuft, keine Plätze mehr anbieten zu können. Laut Karl Rehm ist es „höchste Eisenbahn“, mit dem Neubau zu beginnen. Am 28. Juli wird die Thematik im Stadtrat behandelt und damit auch die Frage, ob dieser Anbau nun verwirklicht oder unter Umständen sogar gestoppt werden soll.

Ergänzend zum Erweiterungsbau der Kinderkrippe „Am Rathaus“ wird im Neubaugebiet „Unterer Kirschbaumweg“ eine weitere Kinderbetreuungseinrichtung entstehen. Auch sie ist schon beschlossene Sache, steckt aber noch im Anfangsstadium. „Allgemein stellt sich bei einer solchen Einrichtung im neuen Baugebiet die Frage, ob wir dort ein großes Betreuungszentrum verwirklichen wollen, oder weiterhin bei der Marschrichtung von überschaubaren, dezentralen Einrichtungen bleiben“, sagt Karl Rehm.

Zu wenige Parkmöglichkeiten - zu viele Leute

Unabhängig von der Frage, ob sich die Krippenerweiterung „Am Rathaus“ nachteilig auf den Verkehr auswirkt, bleibt als weitere Forderung der Unterschriften-Initiatoren ein Parkplatzkonzept für die Altstadt. Sie beziehen sich vor allem auf die Engstelle, an der Brachet-, Hauptstraße und Spitalgasse aufeinandertreffen, aber auch auf das Umfeld mit Oberem Eck, ja generell auf die Altstadt. Und deren Architektur ist nun einmal historisch bedingt in manchen Teilen nach heutigen Maßstäben klein dimensioniert.

Die Befürworter der Unterschriften-Aktion sprechen von einem Missverhältnis zwischen verfügbaren Parkplätzen und der Zahl an Einkaufenden, Friseurbesuchern, Patienten, die Arzttermine in den umliegenden Praxen oder im Reha Fit haben, Übernachtungsgästen im – bald größeren – Hotel Lutz, Bewohnern, aber auch Berufstätigen, die in der Innenstadt ihre Arbeitsstellen haben. Kurz gesagt: Sie sind der Meinung, es gebe zu wenige Parkmöglichkeiten für zu viele Leute.

Bürgermeister Rehm kann den Eindruck dieses Missverhältnisses nachempfinden: „Ich habe selbst einige Jahre in Büroräumen in der Schulgasse gearbeitet. Meine Mitarbeiter bekamen zwar meistens in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz, haben aber gegebenenfalls auch auf dem Parkplatz am Stadtpark geparkt oder sind auf den Parkplatz Am Meisenweg ausgewichen.“

Der Stadtchef ist davon überzeugt, dass wir langfristig „intelligente Lösungen bräuchten“. Er sieht an einigen Stellen Engpässe, an anderen Stellen sehr wohl aber auch ausreichend Parkmöglichkeiten. „Beispielsweise habe ich während einer Woche in der Hauptstraße während der allgemeinen Geschäftszeiten regelmäßig zwischen 26 und 46 freie Parkplätze gezählt, wohingegen andere Parkorte belegt waren.

Parkplatzkonzept: Rehm ist aufgeschlossen

Rehm steht deshalb der Idee eines Parkplatzkonzepts sehr aufgeschlossen gegenüber. „In ein solches Konzept werden auch Parkplatzauslastungen im Tagesverlauf aufgenommen. Die Ausweisung von Kurz- oder Langzeitparkplätzen könnte unter Umständen nämlich auch temporär oder punktuell erfolgen.“

Der Bürgermeister spricht sich dafür aus, insbesondere für den Altstadtbereich nach Lösungen für Parkplätze zu suchen. „Wir sollten uns gemeinsam darauf konzentrieren, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Ein externes Planungsbüro könnte uns da helfen.“ Der Bürgermeister wünscht sich innovative und flexible Möglichkeiten, etwa auch die, über ein Parkdeck auf dem Parkplatz am Stadtpark nachzudenken. „Damit wäre die Parksituation wohl gelöst“, so seine Überzeugung.

Allerdings bezweifelt er, ob ein solches Bauwerk genehmigungsfähig wäre. „Es würde sich um eine Baumaßnahme außerhalb des üblichen Bebauungsbereichs und außerhalb der vom Denkmalschutz vorgegebenen Bebauungsgrenze handeln.“

Bürgermeister Rehms ganz persönliche Wahrnehmung: „Wir haben an manchen Stellen der Stadt durchaus noch nicht überlastete Parkflächen, an anderen Stellen aber zu wenige Parkflächen. Heißt: Wir müssen uns letztlich überlegen, wie wir die noch nicht überlasteten Flächen besser nutzen. Ein Parkplatzkonzept halte ich für sehr sinnvoll, in Auftrag zu geben, und bin insoweit den Initiatoren der Unterschriften-Aktion sehr dankbar für ihre Initiative.“

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